ICH

Reisebericht Neuseeland 2002

Allgemeine Vorbemerkungen, Statistik ...

Wir waren vom 24. Februar (Start in Frankfurt/M.) bis zum 23. März 2002 (Landung in Frankfurt/M.) unterwegs. Die Flugtickets hatten wir bereits im September 2001 bei einem Reisebüro am Frankfurter Flughafen geordert. Wir flogen mit der Koreanischen Fluggesellschaft (KAL) und die Tickets kosteten uns (incl. Rail and Fly in Deutschland) ca. 1.000 EUR pro Person.

Einen Teil unserer Reise ließen wir von info@neuseeland.co.nz vororganisieren. So erhielten wir von da die Empfehlung, unsere Reise von der Südinsel beginnend nach Norden zu planen, um dem "Wetter hinterherzureisen", was sich letztlich als sehr guter Tipp herausstellte. Außerdem reservierte uns info@neuseeland.co.nz die Flugtickets von Auckland nach Chruistchurch, die Fährtickets von Picton nach Wellington und den Mietwagen bei EZY-Rentals. Alles in allem haben wir ca. 700 EUR dafür überwiesen.

Zwei kurze Wirtschaftlichkeitsbetrachtung waren für die Planung der Reise auch noch erforderlich:

  • Mietwagen einer "etablierten" Firma, den man vor der Fähre abgeben und einen anderen nach der Fährüberfahrt wieder neu anmieten kann oder den einer preiswerten Mietwagenfirma und den auf der Fähre mit über die Cook-Strait nehmen.
  • Zwei Fährüberfahrten und dafür keine One-Way-Miete oder einen Inlandsflug und dafür One-Way-Miete

In beiden Fällen entschieden wir uns für die letztere der beiden Varianten und sind damit recht gut gefahren. 2 Inlandsflugtickets sind fast so teuer wie die Fährüberfahrt mit Auto und der billigere Mietwagen ersparte uns mehr als die Kosten seiner Fährüberfahrt.

In Neuseeland sind wir mit unserem Mietwagen ca. 5.300 km gefahren, haben dabei rund 350 Liter Normalbenzin für durchschnittlich 1,06 Dollar/Liter in unseren gemieteten Daewoo Lanos gefüllt und kommen somit auf folgende Durchschnittswerte: 6,62 Liter/100 km; 7,02 Dollar/100 km. Die Benzinpreisspanne erstreckte sich dabei von 98 Cent/Liter bis 1,15 Dollar/Liter.

Übernachtet haben wir zum Großteil auf Zeltplätzen. Mit Ausnahme der ersten, der letzten sowie zweier Regennächte, die wir in Backpacker-Hostels (BBH) übernachteten. Eine Zeltplatzübernachtung schlägt für 2 Personen mit ca. 20 Dollar zu Buche, wobei man dies mindestens pro Person in einem BBH rechnen muss, womit eine BBH-Übernachtung also gut doppelt so teuer ist, wie eine Zeltplatzübernachtung. Unser billigster Zeltplatz hatte keinen elektrischen Strom und schlechte Facilities und hätte uns nur 12 Dollar gekostet, wobei wir aufgrund mangelnden Kleingeldes nur 10 Dollar bezahlen konnten. Die teuersten Zeltplätze lagen bei 12 Dollar / Person. Die Zeltplätze in Neuseeland sind in der Regel gut ausgestattet, man muss nur in Ausnahmefällen für warmes Wasser beim Duschen bezahlen und findet in den Küchen frei zugängliche Kühlschränke mit Gefrierfächern, Herde, Toaster, Mikrowellen usw. In den Küchen der BBHs findet man zusätzlich noch Geschirr und Besteck. Während unseres gesamten Aufenthaltes in Neuseeland ist uns nur einmal etwas aus dem Kühlschrank "abhandengekommen".

Zusätzlich zu der fast überall möglichen Kartenzahlung haben wir noch Bargeld im Wert von ca. 450 EUR abgehoben, die Kreditkarte mit ca. 800 EUR belastet und kommen so auf eine gesamte finanzielle Belastung für 2 Personen von ca. 4.000 EUR. Das sollte aber auch die unterste Grenze eines Budgets sein, denn viele Attraktionen, die aus unserer Sicht ihr Geld nicht wert waren, haben wir ausgelassen.

Was ist empfehlenswert?

  • Milford Sounds
  • Fox Glacier selber erkunden und auf dem Franz Josef Glacier eine geführte Tour unternehmen
  • In Ross übernachten
  • Pancake Rocks bei Flut zu besichtigen
  • Wein im großen Vorratspack (2...3l) für gemütliche Stunden
  • Zeltplatz in Waiotapu mit Thermal-Pool

25.02.2002: Seoul - Auckland

Ankunft Seoul: 6:20 Uhr (deutsche Zeit) / 14:20 Uhr (Ortszeit)

ca. 6 Stunden Aufenthalt. Aber in der Transfer-Lounge des Flughafens Incheon gab es kostenlosen Internetzugang. Also habe ich mir bei www.web.de eine e-Mail-Adresse angelegt, über die ich mit der Heimat in Verbindung bleiben konnte. Außerdem haben wir Moorhuhn heruntergeladen und gespielt. So vergingen diese 6 Stunden recht schnell.

Weiterflug nach Auckland: 12:35 Uhr (deutsche Zeit) / 20:35 Uhr (Ortszeit)

Entfernung bis Auckland: ca. 9.700 km

Flugdauer bis Auckland: 11 Stunden

Ankunft in Auckland: 23:35 Uhr (deutsche Zeit) / 11:35 Uhr (Ortszeit)

26.02.2002: Auckland - Christchurch

Einreise nach Neuseeland. Dabei werden gebrauchte Wanderstiefel (oder allgemein Schuhe mit tiefem Profil) und gebrauchte Zelte aufgrund der strengen Quarantäne-Bestimmungen Neuseelands desinfiziert. Landwirtschaftliche Produkte dürfen gar nicht eingeführt werden. So will sich Neuseeland vor dem Einschleppen von Krankheitserregern (z.B. Rinderwahn, Maul- und Klauenseuche...) schützen. Und das ist denen bisher auch gut gelungen. Auch wir haben unser Zelt mit allem Zubehör abgeben müssen und konnten ca. 30 Minuten später gut gereinigt wieder in Empfang nehmen. Der Rest vom Gepäck wird ebenfalls durchleuchtet. Wir begaben uns nach der Einreiseprozedur zum Bustransfer und mit dem Bus zum nationalen Teil des Flughafens, von wo aus wir nach Christchurch fliegen wollten. Die Zeit bis zum Abflug verbrachten wir damit, etwas Bargeld abzuheben, uns mit Reiseinformationen einzudecken und ein wenig zu essen und zu ruhen. Pünktlich um 4:05 Uhr (deutsche Zeit) / 16:05 Uhr (Ortszeit) startete Freedom Air und landeten 5:25 Uhr (deutsche Zeit) / 17:25 Uhr (Ortszeit) in Christchurch. Beim Flug über Neuseeland hatten wir herrlichstes Wetter und somit auch sehr gute Sicht. Besonders beeindruckend war der Blick von oben auf Mt. Taranaki, einem erloschenen Vulkan, der sich an der Westküste der Nordinsel 2.518 m aus dem Meer erhebt. Somit waren wir (nach deutscher Zeit gerechnet) vom 24.02.02 20:10 Uhr bis zum 26.02.02 5:25 Uhr, also 33:15 Stunden unterwegs, wovon wir ca. 22:30 Stunden in der Luft waren. Eine doch recht anstrengende Reise. Aber wir waren guter Dinge und hofften, dass uns das Land dafür entschädigt. Vom Flughafen gelangten wir für 14 Dollar/Person mit dem Shuttle zu unserem von Deutschland aus vorgebuchten BBH, checkten dort ein und brachen noch zu einem kurzen Stadtbummel auf. Ein lohnendes Ausflugsziel ist der botanische Garten, der, als wir da waren, Schauplatz einer Theaterinszenierung war. Deshalb wurden wir auch nach kurzer Zeit aufgefordert, den Park zu verlassen. Naja, es war ohnehin spät und wir mussten noch etwas zum Abendessen suchen, so dass wir uns wieder in Richtung BBH begaben.

27.02.2002: Christchurch - Oamaru

Heute haben wir unser Auto abgeholt, uns anschließend noch ein wenig in Christchurch umgeschaut, eingekauft und uns dann gen Süden aufgemacht. Bei unserer Fahrt haben wir uns immer wieder anhand der Informationen in unserem Reiseführer die passierten Ortschaften, so z.B. Timaru angesehen. Bei unserer abendlichen Ankunft in Oamaru konnten wir uns (für 7 Dollar/Person) einer kleinen Gruppe von Touristen anschließen, die von einem Ranger in ein Pinguin-Schutzgebiet geführt wurde. In diesem Gebiet leben die Gelbaugen-Pinguine. Der Ranger zeigte uns ein Exemplar, das gerade (so über einen Monat) sein Federkleid wechselte, ein Junges, das auf seine Eltern wartete, die ihm Futter bringen und abschließend noch den Vater zweier Pinguine, der seine beiden Sprösslinge mit dem fütterte, was er aus dem Meer mitgebracht hatte. Dabei erfuhren wir, dass der Vater ca. 35 km im Meer unterwegs ist, um die Nahrung zu beschaffen. Es ist beeindruckend, wenn man weiß, dass wir an einer doch recht steilen Küste unterwegs waren, uns ca. 30...40 m über dem Strand befanden und dann bedenkt, dass diese an Land doch recht tollpatschig wirkenden Vögel allabendlich diese Steilwand hinaufklettern, um ihren Nachwuchs zu füttern. Bei einbrechender Dunkelheit war unsere Führung beendet und wir suchten und fanden einen Zeltplatz.

28.02.2002: Oamaru - Mount Cook

Wir haben uns entschlossen, ab Oamaru nicht weiter nach Süden sondern stattdessen zum Mt. Cook zu fahren, um dort etwas mehr Zeit zu verbringen. Unsere Straße brachte uns vorbei an zahlreichen Stauseen und Wasserkraftwerken, einem Fels mit Maori-Zeichnungen und uns unsere erste Begegnung mit der neuseeländischen Viehzucht. Eine Schafherde, die entlang der Straße zu einer anderen Weide getrieben wurde, hinderte uns für einige Minuten an der Weiterfahrt. Leider regnete es in Mr. Cook Village, so dass wir weder das wunderschöne Bergpanorama sehen noch ein paar Schritte gehen konnten. Als der Regen dann ca. 2 Stunden nach unserer Ankunft ein wenig nachließ, wagten wir zunächst mal den Sprint ins Visitor-Center. Dort informierten wir uns über die möglichen Wanderungen, die Wetteraussichten, deckten uns mit Ansichtskarten und Briefmarken ein und erfuhren, dass Mt. Cook selber nur mit Bergsteigerkenntnissen und entsprechender Ausrüstung zu erklimmen sei. Es gibt keine Zubringerstraßen, man muss wohl so ca. 16 km bis zum Gipfel zu Fuß zurücklegen. Wir verschwanden anschließend für eine weitere Stunde im Auto. Erst dann klarte der Himmel so weit auf, dass wir uns auf eine kurze Wanderung wagten. In einem Wanderführer hatten wir bereits den Kea Point Walk (6,5 km; 3 Stunden incl. Pausen; Hin- und Rückweg) als lohnend ausgemacht. Und wie im Buch beschrieben, hatten wir das Glück, einen Eisabbruch von dem auf halber Höhe des 3.157 m hohen Mt. Sefton sich von Norden auf die Felswand zuschiebenden Gletschers auf den darunter fließenden Mueller-Glacier zu beobachten. Der Wanderführer sollte Recht behalten, wenn er schreibt: "Vom Kea Point, der auf der südlichen Seitenmoräne des Mueller-Glaciers liegt, sind an klaren Tagen das Kooker-Valley und Mt. Cook zu sehen. In der mit Schotter bedeckten Spur des zurückgewichenen Gletschers sind tauende Eisfelsen zu entdecken, während auf der gegenüberliegenden Seite an scharfen, vertikalen Rinnen des Berges laufend Geröll nachrutscht." Nun, so klar war unser Tag bekanntlich nicht, so dass eine regelrechte "Foto-Jagt" auf den Gipfel des Mt. Cook, Neuseelands höchsten Berg, entbrannte, der nur zeitweise von den Wolken freigegeben wurde. Keas, die grünen Bergpapageien, haben wir auf der Wanderung selber nicht gesehen. 25 km vor Mt. Cook Village gab es einen Zeltplatz, auf dem wir die Nacht verbrachten.

01.03.2002: Mount Cook - Queenstown/Frankton

Wir waren recht früh wach, weil die Nacht unerwartet kalt war, hatten dafür aber einen sehr schönen Tag für zwei weitere Wanderungen im Mt. Cook Gebiet erwischt. Zuerst aber fuhren wir erneut ins Mt. Cook Village und konnten nun endlich Keas sehen, wie sie die Hinterlassenschaften einer Rast plünderten. Nachdem wir im Visotor-Center erfuhren, dass der Wakefield Track, für den wir uns ursprünglich entschieden hatten, gesperrt war, blieb nur noch der Hooker Valley Track, ein 12,5 km Hin- und Rückweg, für den man ca. 4 (mit Pausen vielleicht 5) Stunden benötigt. Man gelangt bei dieser Wanderung über zwei Hängebrücken zum Hooker-Lake, dem Gletschersee des Hooker-Glaciers. Von diesem Weg hat man schöne Ausblicke auf den Kea-Point, den wir ja tags zuvor erwandert hatten, den Mueller-Glacier und die umgebenden schneebedeckten Berge. Außerdem hat man fast immer den Mt. Cook und am Ende des Weges den Hooker-Glacier vor Augen.

Weil es noch früh am Nachmittag war, als wir vom Hooker Lake zurückkamen, entschieden wir uns zusätzlich noch dem Tasman-Glacier einen Besuch abzustatten. Der Weg dahin beginnt mitten im Tasman-Valley, das durch einen Gebirgszug vom Hooker-Valley getrennt wird. Ein gutes Stück im Tasman Valley kann man entlang der Tasman-Valley-Road mit dem Auto fahren. Vom Ausgangspunkt der Wanderung sind es zum Glacier-View-Point nur ca. 20 Minuten (wenn man - wie wir - den Umweg über die Blue-Lakes, die heute eher grün sind, nimmt, fünf Minuten mehr, es sei denn, man nimmt noch ein kurzes Bad, so wie ich). Dort angelangt, fragt man sich zunächst (und so steht's auch auf der Infotafel): "Wo ist eigentlich der Gletscher?" Der Tasman-Glacier, mit derzeit ca. 26 km Länge Neuseelands längster Gletscher, hat sich unter einer Schutt- und Geröllschicht gut getarnt und wird nur dort erkennbar, wo einzelne Eisstücke in den Lake Pukaki abfallen. Die riesigen Dimensionen des Gletschers und des Gletschersees werden einem erst dann bewusst, wenn man die Ausflugsschlauchboote mit den Touristen ausmacht, die sich, klein wie Stecknadeln, auf dem See bewegen.

Nach unserer Rückkehr sind wir abends noch nach Queenstown gefahren, haben unser Zelt aufgeschlagen und uns Queenstown angeschaut.

02.03.2002: Queenstown/Frankton - Milford Sound

Früh haben wir den Stadtbummel noch einmal wiederholt und sind im Botanischen Garten, der auf einer Halbinsel angelegt wurde, bis zu deren "Kap" gelaufen. Wir konnten dabei immer wieder die schöne Aussicht auf Queenstown und die umgebenden Höhenzüge genießen. Anschließend haben wir unser (dann wieder getrocknetes) Zelt eingepackt, waren kurz einkaufen und haben 23 km vor Queenstown am Hwy. #6 A. J. Hackett, dem wohl bekanntesten Protagonisten des Bungee-Jumpings der Welt einen Besuch abgestattet. Wir haben einigen Mutigen zugesehen, die sich für ca. 160 Dollar von der historischen Hängebrücke über den Kawarau River in die 43 m tiefe Schlucht stürzen, einen eigenen Versuch jedoch nicht gewagt. Bei leichtem Nieselregen haben wir unsere Fahrt fortgesetzt, die ins an diesem Tag noch bis in die Milford Sounds bringen sollte. Leider nahm der Regen immer weiter zu. In Te Anau, dem "Tor zum Milford Sound" haben wir uns kurz über die Gegebenheiten im Sound informiert und unsere Übernachtung im BBH arrangiert. Weil wir so spät ankamen und bei Regenwetter keine Lust zum Zelten hatten, mussten wir mit einer Unterkunft in einem Dormatory (so ca. 6 Betten in unserem und weitere 7 Betten im unmittelbaren Nebenraum) Vorlieb nehmen. Aber auch das war eine Erfahrung, auf die ich nicht unbedingt verzichten möchte.

Weil wir so spät und bei so schlechtem Wetter unterwegs waren, waren wir fast die einzigen auf der Straße, was wiederum den Vorteil hatte, dass sich auch der Fahrer an den Schönheiten der, durch den Regen gut gefüllten Wasserfälle, erfreuen konnte. Und so war auch kurzes Anhalten und Fotografieren auf der schmalen Straße möglich, ohne nachfolgenden Verkehr zu behindern. In großen Mengen ergossen sich Wasserfälle die schroffen, steilen Felswände herunter. Es war ein beeindruckendes Schauspiel, das für das schlechte Wetter fast entschädigte. Glücklicherweise legte der Regen kurz nach unserer Ankunft in Milford Sound eine kurze Pause ein, so dass es uns möglich war, einen kurzen Spaziergang am Ufer zu unternehmen und das, was der Regen und die Wolken von dem einzigartigen Postkartenmotiv übrig gelassen hatten zu besichtigen und abzulichten.

03.03.2002: Milford Sound - Wanaka

Wir entschieden uns, trotz des nicht ganz perfekten Wetters für eine ca. 2-stündige Bootsfahrt (45 Dollar/Person) in den Sound. Zahlreiche Wasserfälle auf beiden Seiten des Fjords, der steile Mitre Peak, der seinen Namen der Mitra, der Kopfbedeckung der Bischöfe, verdankt und mit seinen 1.692 m einer der höchsten, direkt vom Meer aufsteigenden Berge der Welt ist sowie die kurze Fahrt auf dem offenen Meer bei doch recht starkem Wellengang hinterließen bleibende Eindrücke. Nach unserer Rückkehr wollten wir noch zu den Bowen Falls laufen. Der Weg dahin war allerdings wegen akuter Steinschlaggefahr gesperrt, so dass wir uns doch direkt wieder in unser Auto setzten und die Milford Sounds verließen. Bei deutlich mehr Verkehr als am Vorabend wurde es auch im knapp bemessenen Momer Tunnel eng, als sich ein Bus und ein Camper begegneten. Minutenlang musste rangiert werden, damit sich beide Fahrzeuge ohne Kollision untereinander oder mit der Tunnelwand passieren konnten. Leider ließ der Regen keinerlei größere Ausflüge zu. So konnten wir auch keine der bekannten Wanderungen in diesem Gebiet (Milford Track, Kepler Track, Routeburn Track) wenigstens mal anwandern... Nur ein kurzer Abstecher zu den Mirror Lakes war möglich. Deren Oberfläche war fast glatt genug um als Spiegel dienen zu können. Aber wir waren zu dieser Zeit leider nicht vom Wetter verwöhnt. Sonst ist dieser Anblick mit Sicherheit sehr schön und empfehlenswert. Nicht zuletzt, weil selbst das Beschriftungsschild des Sees in Spiegelschrift über der Seeoberfläche angebracht ist und erst im Spiegelbild des Sees lesbar wird.

Diesen Schlechtwettertag haben wir also doch eher zum Autofahren genutzt und sind noch bis Wanaka gekommen, wo wir unser Abendessen zur Feier des Sonntags beim Thailänder einnahmen. Nicht vergessen will ich den Hinweis auf den schönen Hwy. #89, der, neu asphaltiert, von Queenstown nach Wanaka und dabei über einen schönen Gebirgspass führt. Da hatte sich das Wetter auch schon wieder ein wenig aufgeklärt und wir hatten einen schönen Blick ins Land. Der Abstecher nach Arrowtown und die kurze Besichtigung der Stadt waren nicht so eindrucksvoll, als dass ich hier viele Worte darüber verlieren möchte.

04.03.2002: Wanaka - Fox Glacier

Nach einer stürmischen Nacht im Zelt haben wir erst mal ausgeschlafen und uns anschließend wieder auf den Weg begeben. Im Reiseführer haben wir etwas von einem Maze, aber auch etwas von zwei Bergen in der Nähe von Wanaka gelesen. Und einen der Berge - oder Hügel (ca. 500 m hoch) - haben wir auch gleich am Straßenrand gefunden. Er war als Erholungsgebiet ausgeschildert, der Weg sollte ca. 1,5 Stunden über den Gipfel wieder zurück zum Parkplatz führen und wir haben uns entschieden, diesen zu gehen. Nachdem wir zunächst Mühe hatten, den richtigen Weg zu finden, sind wir doch planmäßig und bei schönem Sonnenschein oben angekommen. Von oben konnten wir die beiden Seen Lake Wanaka und Lake Hawea sowie die umgebenden Gebirgszüge sehen. Außerdem sahen wir das empfohlene Maze und entschieden, dass sowohl das Maze als auch das angeschlossene Puzzle-Museum keinen Besuch wert waren. Vielmehr setzten wir unsere Fahrt nach Norden fort, passierten die beiden o.g. Lakes (ich war sogar in den kalten Fluten des Lake Hawea baden) und wenig später den Haast Pass. Auf der westlichen Seite der Südinsel, so lasen wir im Reiseführer, sollte es wesentlich häufiger regnen als im Landesinneren, weil die Südlichen Alpen eine Wetterscheide darstellen. Und es muss wohl bis kurz vor unserer Ankunft auch geregnet haben, denn die Straße war noch recht nass. Glücklicherweise regnete es bei unserer Fahrt dann aber nicht, so dass wir bei zwei, an der Straße ausgeschilderten, Wasserfällen anhalten und diese in einem kurzen Fußmarsch erreichen konnten. Außerdem hatten wir hier unsere erste richtig intensive Begegnung mit dem neuseeländischen Regen- oder Urwald. Nie hatte ich in meinem Leben vorher Farne gesehen, die Menschen weit überragten, deren Wedel größer waren als ich. Aber das war erst der erste Eindruck, später folgten dann noch zahlreiche solcher Eindrücke und ein Farn war größer als der andere...

Ziel der Teilstrecke sollte aber Fox-Glacier sein, dass wir dann gegen Abend auch erreichten. Alle "festen" Unterkünfte schienen ausgebucht. Glücklicherweise waren wir mit dem Zelt unterwegs, so dass wir bleiben konnten und wir begaben uns abends noch zum Lake Matheson, in dessen dunkler Wasseroberfläche sich lt. Reiseführer Mt. Cook, diesmal dessen Nordseite, Mt. Tasman und der Wald herrlich spiegeln sollten. Leider aber waren die beiden erstgenannten Berge wolkenverhangen, so dass auch keine schöne Spiegelung zu erkennen war. Und so wurden wir am Ende unserer 20-minütigen Wanderung zu einem der um den Lake verteilten View-Points doch nicht mehr belohnt und mussten ohne bleibenden Eindruck wieder abziehen.

05.03.2002: Fox Glacier - Ross

Durch den Motorenlärm der, auf dem unmittelbar benachbarten Flugplatz startenden, Helikopter doch recht zeitig aufgeweckt, entschieden wir uns, vor dem Frühstück einen weiteren Ausflug zum Lake Matheson zu unternehmen. Am Morgen war die Sicht doch etwas besser als am Abend zuvor. Und so umwanderten wir den gesamten See und sahen neben dem schönen, sich spiegelnden Panorama auch noch eine Wiese, auf der Bäume standen, die über und über von Spinnweben umsponnen waren. Im morgendlichen Licht sah das sehr schön aus. Nach dem Frühstück machten wir uns auf zum Fox-Glacier und sind die gut 45 Minuten zu dessen Gletscherzunge gelaufen. Man kommt hier noch relativ nahe an den Gletscher heran, hat aber einen besseren Blick auf den Gletscher, wenn man auf der anderen Seite des Fox-River mit dem Auto in Richtung Gletscher fährt, am Ende der unasphaltierten Straße parkt und ca. fünf Minuten in den Wald läuft. Hier befindet sich ein nicht als solcher gekennzeichneter View-Point. Der Weg allerdings ist hier noch nicht zu Ende. Ein weiterer View-Point befindet sich auf der unasphaltierten Straße. Auch hier lohnt ein kurzer Stopp. Für den Nachmittag hatten wir noch eine geführte Wanderung auf dem Franz-Josef-Glacier gebucht (40 Dollar/Person). Wir mussten uns also langsam auf den Weg machen. Wir erreichten Franz-Josef rechtzeitig, hatten sogar noch Zeit, etwas zu essen und wurden dann von unseren Guides eingekleidet. Jeder bekam ein paar Wanderschuhe und dazu passende Eisspikes zum Unterschnallen. Wir wurden mit einem Bus zum Parkplatz gefahren, mussten dann ca. 45 Minuten bis zum Gletscher laufen (bis dahin kann jeder), überwanden die Absperrungen und gelangten über Leitern und mit Stricken gesicherte Wege direkt zum Eis. Hier wurden die Spikes untergeschnallt und wir wanderten jetzt ca. zwei Stunden über das Eis des Gletschers. Man sieht herrlich blaues Gletschereis, Höhlen im Gletscher, die Ausläufer des Gletschers und natürlich auch immer wieder dessen Ursprung in den Southern Alps. Und wie sich jetzt herausstellte, war es ganz richtig, den Fox Glacier individuell zu erkunden und sich auf dem Franz-Josef führen zu lassen, denn das, was man von Franz-Josef an der Absperrung sieht, ist fast nichts, während man beim Fox schon fast das "Eis berühren kann". Es war eine sehr schöne Wanderung, die man nur empfehlen kann. Anschließend fuhren wir noch ca. 100 km in das kleine Goldgräberstädtchen Ross, in dem das örtliche Hotel auch das örtliche BBH und der örtliche Zeltplatz ist. Wir stellten unser Zelt auf und - auch das kann man jedem nur empfehlen - aßen im Hotel unser Abendbrot bei einem Tropfen (ein Pitscher) heimischen Bieres. Der Burger war gut und reichlich, die Pommes, die wir dazu bestellt hatten, dann fast nicht mehr zu schaffen. So sind wir kugelrund in unseren Schlafsack gefallen und schnell eingeschlafen.

06.03.2002: Ross - Punakaiki (Pancake Rocks)

Heute wurden wir sehr früh durch den Hahn geweckt. Danach ließen uns die schweren Maschinen der hier betriebenen Goldmine keine Chance weiterzuschlafen. Nach dem Frühstück liefen wir noch ein wenig in Ross auf dem Water Race Walk auf den Spuren der Goldgräber. Selbst dieser Weg war, wie sich leider erst später herausstellte, in unserem Wanderreiseführer beschrieben. Leider, weil wir somit ohne die guten Informationen dieses Reiseführers unterwegs sein mussten. Wir sind nicht den gesamten Weg gelaufen, sondern nur ca. einen km über den historischen Friedhof hinaus. Immer wieder stieß man am Wegesrand auf Zeugnisse der Vergangenheit als Goldgräberstadt. Wasserrohre und -leitungen, in denen Wasser zum Goldwaschen floss. Goldwaschen jedoch nicht im herkömmlichen Sinne. Denn als die kleinen Bäche kein Gold mehr hergaben, begannen die Mienengesellschaften, das Erdreich mit Hilfe von Wasser abzubauen. Dazu wurden aus einem Reservoir über teils große Entfernungen Wasser in Gräben und Eisenrohren herangeleitet um es mit Hilfe des Gefälles und einer Art Feuerlöschkanone mit großem Druck auf die Berghänge zu schießen. Sluicing nannte man diesen Vorgang. Außerdem ist die Gegend dort löchrig wie ein Schweizer Käse und es wird jedem Wanderer dringend angeraten, nicht die markierten Wanderwege zu verlassen, um nicht in irgendeinem verlassenen Minenloch zu enden. Nach unserer Rückkehr zum Auto fuhren wir nach Shantytown, eine, einer alten Goldgräbersiedlung nachempfundenen Stadt, in der u.a. eine historische Dampflock verkehrt, div. alte Gebäude incl. Gefängnis und Banken stehen und auch eine "Mine" betrieben wird. Zum Eintrittspreis kann man 5 Dollar Aufschlag bezahlen, um auch Gold zu waschen. Das ließen wir uns nicht entgehen, bekamen eine Schüssel Dreck in die Hand gedrückt und haben aus ca. 1 kg dieser Erde vielleicht 0,5 Gramm Gold gewaschen. Das wird dann in ein kleines Gefäß abgefüllt und man kann es mit nach Hause nehmen. Die Technik des Goldwaschens ist recht einfach, nur man muss es mal gemacht haben. Denn die kreisenden Bewegungen sind nur ein Teil des Gesamtvorganges. In diesem Teil wird zunächst das schwere Gold nach unten auf den Boden der Schüssel gespült. In einem zweiten Waschvorgang wird der ganze Dreck, der über dem Gold liegt, mit hin- und rückschwenkenden Bewegungen vom Gold gespült und ganz zum Schluss wird dann tatsächlich Gold sichtbar.

Von Shantytown ging's dann über Greymouth weiter zu den am Meer stehenden Pancake Rocks, deren weichere Gesteinsschichten erodierten und wie Pfannkuchen geschichtete Steinplatten zurückließen. Dort trafen wir kurz vor dem Höchststand der Flut ein, so dass wir ein schönes Schauspiel brandenden Wassers erleben konnten. Dies hat uns für ca. eine Stunde nicht wieder losgelassen. Darüber ist es recht spät geworden, so dass wir gleich 1,5 km nördlich der Pancake Rocks unser Zelt aufschlugen.

07.03.2002: Punakaiki (Pancake Rocks) - Murchinson

Diesmal waren wir schlauer und haben erst in unserem Wanderreiseführer nachgeschaut. Dabei haben wir den Pororari River Track gefunden. Dieser ca. fünfstündige Hin- und Rückweg (insgesamt ca. 14 km) führte uns in der Schlucht des Pororari Rivers durch Tieflandurwald und vorbei an Nikau Palmen. Diese Palmen gedeihen ausschließlich nahe der Küste und sind ab ca. 1 km im Landesinneren ab Höhen von 100 - 200 m nicht mehr anzutreffen. Zeitweise fühlte ich mich in unsere Wohnung versetzt, nur dass hier all meine Pflanzen ein paar Nummern größer und in freier Wildbahn herumstanden. Es war eine herrliche Wanderung, der wir bis zur Flussdurchquerung des Inland Pack Tracks (der 40 Jahre lang die einzige Verbindung zur Westcoast darstellte und unsere Wanderung kurz kreuzte) folgten. Hier sahen wir noch einigen Wanderern nach, die dem Inland Pack Track folgten und sich dazu mehr oder wenig barfuß durch den Pororari River begaben, stellten fest, dass unser Wanderweg ab hier bei weitem nicht mehr so gut zu laufen war und kehrten daher um.

Nach unserer Rückkehr und einigen Kilometern im Auto besichtigten wir noch eine verlassene Goldmine, die relativ ungepflegt, daher aber sehr authentisch war. Überall Löcher in den Bergen, Wasserleitungen und andere Zeugnisse längst vergangener Goldrauschzeiten. Wir erfuhren, dass in dieser Gegend eigentlich nie richtige Nuggets gefunden wurden. Vielmehr war die gesamte Region vor Urzeiten vom Wasser des Meeres bedeckt. Das Meerwasser löste das Gold aus dem Quarzgestein und als sich das Meer zurückzog, blieb das Gold als feiner Staub im Meeresboden zurück, der heute die Oberfläche darstellt. Und so wurde der Boden hier gesiebt, ausgewaschen und in sorgfältiger Kleinarbeit konnte auf diese Weise Gold gewonnen werden. Wir fuhren kurz durch Westport (kennt man eine dieser Städte, kennt man alle: Hier eine Holzkirche von 18??, da ein Glockenturm ähnlich jung, Häuser hier, Museen da...) und dann weiter zu Carters Beach und Cape Foulwind. Bei herrlichem Sonnenschein und schönster Brandung genossen wir hier ein paar Minuten der Ruhe und Entspannung, ein kurzes Bad im tasmanischen Meer und wanderten ein paar Schritte um Cape Foulwind und den dortigen Leuchtturm. Zufällig passierten wir noch Neuseelands längste Hängebrücke. Die drei Dollar Querungsgebühr konnten wir uns sparen, weil wir "After Houres" da waren. Unser Zelt schlugen wir in Murchinson direkt an einem Fluss auf, den ich kurz vor Abenddämmerung noch durchschwommen habe, um mich ein wenig abzukühlen.

08.03.2002: Murchinson - Marahau (Abel Tasman Nationalpark)

Am heutigen Tag fuhren wir auf direktem Weg nach Motueka, dem Tor zum Abel-Tasman-Nationalpark. Bereits auf der Fahrt hatten wir kurz Pläne für den weiteren Verlauf unserer Reise geschmiedet. Wir wollten ein wenig wandern, einmal Kajak fahren und ansonsten die herrliche Landschaft und Kulisse genießen. Wie wir dies am besten unter einen Hut bekommen, haben wir uns im Visitor-Center erklären lassen. Wir haben uns zunächst für eine Fahrt mit dem Wassertaxi entschieden. Besteigen mussten wir das Taxi, als es noch auf dem Anhänger stand. Anschließend wurde die Gruppe von ca. 10 Fahrgästen durch den Ort gefahren, über den bei Ebbe sehr weiten Strand. Dann endlich hatte das Boot eine Hand breit Wasser unter dem Kiel. Und jetzt konnte es zeigen, was in ihm steckt. Für 18 Dollar/Person wurden wir zuerst ein kleines Stück südlich zum 'Split-Apple-Rock' gefahren anschließend wurden diverse Buchten im Tasman-Nationalpark angesteuert. Bei der dritten oder vierten, der Torrent-Bay, verließen wir das Taxi, spazierten noch ca. 50 m über den flach vom Wasser umspülten, weiten Sandstrand, sammelten die eine oder andere schöne Muschel auf und begaben uns auf unsere vierstündige Wanderung, wieder zurück zum Ausgangspunkt der Wassertaxi-Fahrt, weil dort unser Auto stand. Wir folgten dem herrlichen "Abel-Tasman-Coastel-Track". Und wahrlich, der Reiseführer verspricht nicht zu viel, wenn er schreibt: "Türkiesfarbenes, warmes Meerwasser, das mit leichten, kräuseligen Wellen an goldene Sandstrände rollt, ein saftig-grüner Busch, der die grauen Küstenfelsen bis zur Wasserlinie bedeckt und eine strahlende Sonne, die selten von einer Regenwolke verdeckt wird.

Ziemlich müde und erschöpft waren wir jedoch, als wir abends wieder in Marahau angelangten. Und dabei hatten wir noch Glück, konnten wir doch die "Te-Pukatea-Bay" auf dem Ebbe-Weg durchqueren, was uns eine halbe Stunde ersparte. Ein Zeltplatz war schnell gefunden. Eines jedoch konnte ich mir vor dem Abendessen nicht nehmen lassen: Als wir nämlich nahe Marahau waren, sahen wir nahe dem Weg Steine zu Buchstaben und Wörtern gelegt. Auch ich habe ein paar Buchstaben in den Strand gelegt. Und so steht auf einem der vielen Dias jetzt "NZ '02".

09.03.2002: Marahau (Abel Tasman Nationalpark) - Havelock

Heute war der Tag, an dem wir Kajaken wollten. Leider fand sich in Marahau kein einziger Laden, der uns das Boot für einen halben Tag vermieten wollte. Das hat wohl auch so seine Bewandtnis, denn mindestens ein Tag ist auch erforderlich, um viele der Schönheiten des Tasman-Nationalparks vom Kajak aus zu sehen. Aber wir wussten von einem weiteren Ort, kurz außerhalb des Nationalparks, in dem man Kajaks stundenweise mieten konnte. Keine so billige Angelegenheit. 40 Dollar/Person sollten uns vier Stunden kosten. Und beginnen sollte alles erst 10:00 Uhr. Hat sich unser zeitiges Aufstehen nicht gelohnt! Pünktlich 10:00 bekamen wir dann mit zwei anderen interessierten Paaren das Boot erklärt, wurden eingewiesen, wie weit wir paddeln können, wo besser nicht, wo sich interessante Sehenswürdigkeiten befinden usw. Zuerst wollten wir uns 10 Minuten südlich eine Felsformation ansehen, an der schon mal Robben gesichtet wurden. Meiner Meinung nach nur ein billiger Promotion-Trick. Aber egal. Wir paddelten jedenfalls mit ausgezeichneter Technik, erreichten die uns gesteckten Ziele zügig und hatten so Zeit, in den Buchten länger zu verweilen. Unsere erste Pause hatten wir bei Split-Apple-Rock, den wir heute in aller Ruhe ansehen, umpaddeln, erschwimmen, fotografieren konnten. Aber all zu lange hält man's am Strand auch nicht aus. Erstens bin ich immer auf der Suche nach Schatten, weil die Sonne durch das Ozonloch noch wesentlich intensiver menschliche Haut verbrennt. Nicht umsonst wird täglich in der Presse veröffentlicht, wie lange man sich als Normal-Hauttyp in die Sonne legen darf, ohne zu viel zu riskieren. Diese Zeiten pendelten, als wir da waren, so um die 20 Minuten. Zweitens haben diverse Sandfliegen etwas gegen ein ruhiges Liegen. Immer und immer wieder beißen sie und hinterlassen schmerz-juckende Male. Naja und drittens will man doch auch was sehen und vom Kajak haben. Vier Stunden auf See waren dann aber genug. Ziemlich geschafft stiegen wir in ein Auto, das die ganze Zeit in der Sonne Stand. Es war schön warm... Einen kurzen Zwischenstopp legten wir noch in Nelson ein, wo wir endlich wieder mal einen Mc Flury bekamen. Der tat gut. Ansonsten sind die Städte da nicht so besonders sehenswert. Wir erreichten Havelock, eine kleine Ortschaft bei den Marlborough Sounds, schlugen unser Zelt auf und haben zur Belohnung noch chic Abendbrot gegessen.

10.03.2002: Havelock - Blenheim

Sehr ausgeschlafen begaben wir uns auf unsere letzte größere Fahrt auf der Südinsel. Die Marlborough Sounds sollten heute erkundet werden. Im Visitor-Center vor Ort sah man die Lage sehr realistisch. Als wir nach einem Tourenvorschlag für den Tag fragten, wurde uns empfohlen, doch besser liegen zu bleiben... Leider wollte das Wetter mal wieder nicht so, wie wir wollten. Wir hatten so einen schönen Plan, wollten ein wenig die Fjorde entlangfahren, ein Berg sollte bestiegen werden, die Aussicht wollten wir genießen... Aber bereits auf dem Weg durch die Fjorde zog der Himmel zu. Tiefe Wolken versperrten den Blick zu den Gipfeln. Regen fiel aus den Wolken. Und als wir Mt. Stokes, den Berg, den wir in einer dreistündigen Wanderung erklimmen wollten, erreichten, entschieden wir uns, aufgrund der Wetterlage, nicht zu dieser Wanderung aufzubrechen. Denn wir sahen nur Wolken, Wolken die sich im Berg verfingen, den Berg einhüllten und durch die wir hätten durchlaufen müssen (wenn das möglich gewesen wäre) um vom Gipfel vielleicht auch bloß Wolken (von oben) sehen zu können. Das war's uns nicht wert und so entschlossen wir uns, die gesamte Strecke, es waren ca. 20...25 km teilweise unasphaltiert, wieder zurückzufahren, immer in der Hoffnung, doch noch etwas von den Sounds zu sehen, die allerdings enttäuscht wurde. Fast unverrichteter Dinge verließen wir also die Marlborough Sounds wieder, stoppten noch kurz in Picton, um uns ein wenig die Beine zu vertreten und fuhren nach Blenheim, wo wir, letztmalig auf der Südinsel, unser Zelt aufschlugen. Bei der anschließenden Fahrt durch die Stadt lag wohl ein Metallstück im Weg, das unseren Reifen beschädigte. Jedenfalls zischte es verdächtig, H**** meinte, dass etwas nicht in Ordnung sei und dem war auch so. Wir also zunächst beim Autovermieter angerufen, dort erfahren, dass der Automobilclub zuständig wäre und das sowieso auf unsere Kosten usw. Also: Keine Kooperation. Der Automobilclub versprach Hilfe, schickte einen Mitarbeiter vorbei, erzählte uns aber, dass der auch nur den Reifen wechseln würde und uns sagen würde, wo wir den Reifen ersetzen könnten. Ersteres können wir auch selber. Also haben wir den Kollegen wieder abbestellt und uns ans Werk gemacht. Der Reifen war schnell gewechselt, noch kurz Hände gewaschen und... Der Kollege war da. Freundlich sagte er, dass man den Reifen kostengünstig flicken könne und auch gleich wo. Na da hatten wir noch mal Glück im Unglück. Nur etwas eher aufstehen müssten wir am nächsten Tag. Mit dem Ersatzrad fuhren wir noch zu einer Weinkälterei, blieben jedoch aufgrund des eingeschränkten Angebotes nicht zum Abendbrot. Vielmehr entschlossen wir uns nach kurzer Inspektion einer weiteren Kälterei doch in der örtlichen Taverne etwas zu uns zu nehmen. Die Burger waren gut und reichlich, so dass wir unseren zusätzlichen Basket mit Pommes gar nicht schafften. Dazu gab's einen Pitcher Bier – sehr erfrischend. Und zu Fuß konnten wir zum Zelt zurückkehren.

11.03.2002: Blenheim - Foxton Beach

Bekanntermaßen mussten wir heute etwas früher raus. Wir ließen das Zelt etwas trocknen und fuhren vor dem Frühstück erst mal zur Werkstatt, ließen den Reifen da, weil der Monteur noch nicht da war, fuhren zum Zeltplatz, packten – nach dem Frühstück - die Sachen und konnten eine halbe Stunde später unseren geflickten Reifen wieder in Empfang nehmen. 23 Dollar hat uns der Spaß gekostet und der Reifen war wieder dicht. Die Fahrt nach Pickton verlief im Regen und an der Fähre angelangt, erfuhren wir, dass unsere Fährtickets zwar reserviert aber nicht bezahlt und somit abgelaufen waren. Da hatten wir natürlich den Hauptgewinn. Wir versuchten verzweifelt aber vergeblich, unseren Travel-Agent (info@neuseeland.co.nz) zu erreichen und so blieb uns nichts anderes übrig, als den Preis noch einmal zu bezahlen, weil wir doch auf die Nordinsel wollten. Denn glücklicher weise waren unsere Plätze noch reserviert. (In der Zwischenzeit hat uns die Agentur aber den doppelt bezahlten Fährpreis zurückerstattet und uns mitgeteilt, dass ein Buchungsfehler bei den Inter Islanders vorlag) Die Überfahrt verlief über moderate See; planmäßig und ohne Komplikationen erreichten wir Wellington, sahen bei der Überfahrt die Fjorde der Marlborough Sounds, wie bekannt allerdings nur im Nebel. Sogar ein paar Delphine begleiteten unser Schiff und waren die Sensation für alle Passagiere.

Bei einem vergeblichen Versuch, die Großstadt Wellington zu besichtigen, scheiterten wir bereits an der Parkplatzsuche. Das gesamte Innenstadtgebiet war mit irgendwelchen reservierten Flächen gekennzeichnet, auf denen Normalsterbliche wohl nicht straffrei stehen dürfen, die Parkgebühren waren horrend und unser Kleingeld reichte nicht mal für eine halbe Stunde. Aber wir haben bei unserer Irrfahrt wenigstens einen "Subway" gefunden. Die Wartezeit auf das Sandwich tarnte ich mich als Karte lesender Auto-Tourist. Mit dem fertigen Sandwich fuhren wir zur "Wind-Turbine", einer 225-kW Vestas-V27-Anlage, die sich vor sich hin dreht, für uns nicht sonderlich beeindruckend war und seit Ewigkeiten als Modellversuch Strom erzeugt. Keiner weiß, warum dort die Gewinnung von "Ökoenergie" nicht so hoch im Kurs steht, wie hierzulande. Wird wohl an fehlenden Subventionen liegen... Von der Windturbine, die übrigens ab einer gewissen Nähe gut ausgeschildert ist, hatten wir einen schönen Überblick über Wellington, den Hafen, den Flughafen. Wir haben unseren "Sub" verspeist und waren der Meinung, nicht viel zu verpassen, wenn wir weitergefahren würden. Jedenfalls haben wir bei unserer "Parkplatzsuche" schon mal ausreichend gesehen. Und so beeindruckend empfanden wir die Stadt nicht. Zumal wir nicht so darauf aus waren, Museen zu besuchen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp vor den Toren der Stadt zum Tanken und Einkaufen begaben wir uns auf den Weg zu unserem ersten großen Ziel auf der Nordinsel, dem Mt. Taranaki. Den haben wir noch nicht ganz erreicht, als wir beschlossen, diesen Tag zu beenden. Wir fanden in Foxton Beach einen herrlichen Zeltplatz, abgelegen von den Verkehrsströmen, ganz ruhig, dicht am Meer. Guter Dinge war ich und dachte, wir könnten uns mal einen schönen Sonnenuntergang im Meer anschauen. Aber Petrus war in diesem Urlaub nie so recht auf unserer Seite. Und so versank die Sonne hinter einer dicken Wolke bevor sie hinter dem Horizont verschwand. Hat eben nicht sollen sein...

12.03.2002: Foxton Beach - Oakura (Mt. Egmont Nationalpark)

Endlich mal so richtig in aller Ruhe ausschlafen! Und nach dem Frühstück konnte uns (mich) nichts mehr halten. Jetzt sollte es zum Mt. Taranaki gehen. Direkt dem Highway #3 folgend, gelangten wir fast ohne großen Zwischenstopp zu einem von Neuseelands bekanntesten Vulkankegel. Gefesselt vom Spirit des Vulkanes und den Vulkan bereits aus gut 100 km Entfernung immer gut im Blick, ließen wir alles, was uns der Reiseführer empfahl rechts oder links liegen (by the way: Er empfahl nicht viel. Und wenn, dann immer wieder das Gleiche: Holzkirche von 18## hier, Glockenturm, ein wenig jünger, da, Dieses oder jenes Museum oder mal wieder Maori-"Kunst"...) Lediglich in Wanganui hatten wir einen kurzen Zwischenstopp, stiegen den 31 m hohen Aussichtsturm hinauf und hatten einen schönen Blick über das als Gartenstadt bezeichnete Wanganui, das sich an beiden Ufern des gleichnamigen Rivers erstreckt. Kurz vor dem Berg entschieden wir uns, den 2.518 m hohen Vulkankegel gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden. Dazu ist anzumerken, dass es zwei Ringstraßen um den erloschenen Vulkan gibt. Die eine im Radius von 20 km um den Berg, die andere 10 km weiter entfernt. Wir fuhren die innere Straße und wollten zwei Abstecher zum Berg unternehmen. Der erste Abstecher führte uns zum Ausgangspunkt schöner Wanderungen (es muss wohl auch eine zum Gipfel dabei sein). Wir stellten das Auto auf dem Parkplatz ab, bestiegen zunächst eine Aussichtsplattform und erhaschten noch einen kurzen Blick auf einen fast wolkenfreien und nur noch von sehr wenig Schnee bedeckten Gipfel. Als wir ca. 45 Minuten später von unserer Wanderung zu den "...-Pools" zurückkehrten, war vom Gipfel fast nichts mehr zu sehen. Wir besichtigten kurz noch die Dawson-Falls und fuhren weiter in Richtung zweiter Abstecher. Dieser führte uns zum sogenannten "Plateau". Von hier aus - wir waren das einzige Auto auf einem riesigen Parkplatz - hatten wir lediglich noch einen schönen Blick ins Hinterland. Vom Gipfel selbst war nichts mehr zu sehen. Aber das sollte der schönen Stimmung und unserer guten Laune keinen Abbruch tun. Wir blieben nur kurz und hatten so die Gelegenheit, New Plymouh einen kurzen Besuch abzustatten. Die Zeit war recht vorangeschritten. Wir hatten im Reiseführer etwas über den Berggipfel "Paritutu" gelesen, von dem man einen schönen Blick haben soll. Also hatten wir es etwas eilig. Der Berg war nach der Beschreibung schnell gefunden, er befindet sich in Hafennähe, über dem Kraftwerk und ist sehr markant. Begünstigend kam hinzu, dass der direkte Weg zum Gipfel der ausgeschilderte und gesicherte Weg ist. Teilweise nur am Seil hängend, kletterten wir im Wettlauf mit der untergehenden Sonne die recht steile Bergflanke hinauf und konnten oben bei der verdienten Verschnaufpause den Ausblick genießen. Die 15 Minuten hatten sich wirklich gelohnt. Auch wenn wir die im Reiseführer beschriebene Aussicht zu den Vulkanen im Landesinneren nicht hatten, gewinnt man von hier oben einen Eindruck von den Weiten Neuseelands.

Sehr spät erreichten wir an diesem Tag unseren Zeltplatz in Oakura. Er war direkt am Meer gelegen. Zwischen unserem Zelt und dem Meer nur ein ca. 20 m breiter Strandstreifen...

13.03.2002: Oakura (Mt. Egmont NP) - Whakapapa (Tongariro NP)

... und die ganze Nacht hindurch das Rauschen des Meeres. Mir kam es vor, als hätte ich die ganze Nacht nicht geschlafen! Macht so etwas nie ohne Ohrenschützer! Naja, nach dieser eher anstrengenden Nacht mussten wir uns (ich mich) mit einer Extradosis Mt. Taranaki wieder urlaublich stimmen. Wir hatten ja noch unseren Rundkurs zu beenden. Heute stand ein Ausflug zu den Redwoods bei "Lucys Gully" auf dem Programm. Ich kannte solch beeindruckende Bäume von früheren Reisen nach Amerika. Aber ich wurde enttäuscht. Die Exemplare in Neuseeland waren bei weitem nicht so riesig, wie jene, die ich Jahre zuvor in amerikanischen Nationalparks sehen durfte. Auch der anschließende "Loop-Track" wurde aufgrund der schlechten Markierung nicht zu einem Loop. Wir mussten nach 60 Minuten Wanderung durch recht dichte Vegetation fast ohne Orientierung wieder umkehren, weil wir uns unserer Sache nicht so recht sicher waren und glaubten, uns immer weiter zu entfernen statt einen Kreis zu schließen. Wir haben unseren Taranaki-Loop vollendet und uns über den Hwy. #43 ins Landesinnere der Nordinsel begeben. Dabei hatten wir zufällig noch etwas von einer ingenieurtechnischen Meisterleistung gelesen. Damit Züge einen Höhenunterschied von 150 m überwinden können, haben Ingenieure 1908 nahe der Ortschaft Raurimu die einzigartige Raurimu-Spiral konstruiert. So kann sich der Zug über mehrere Kurven und unter Ausnutzung des Geländes die Steigung hinaufwinden. Extra für dieses Schauspiel wurde ein Lookout errichtet, vor dem auch ein sehr anschauliches Modell der Spirale aufgebaut ist. Selbst ohne Zug war dies recht interessant anzuschauen. Aber ob es sich lohnt, für diese Attraktion den langsamen, engen und kurvenreichen Weg über den Hwy. #43 statt der komfortableren Route über die Hwys. #3 und #4 einzuschlagen, bleibt jedem selbst überlassen...

Unser Ziel für den heutigen (und den folgenden) Tag sollte Whakapapa im Tongariro-Nationalpark sein. Dies haben wir auch recht gut gefunden. Nur das Wetter stimmte uns nicht ganz so euphorisch, wie ich es mir nach dem Literaturstudium vorstellte. Sämtliche Gipfel von Wolken verhangen. Schade. Wir schlugen unser Zelt "wettersicherer" als sonst auf (es sollte ja zwei Nächte stehen bleiben) und unternahmen, den Tag abschließend, noch einen kleinen Ausflug zu den Tauhai-Falls. Da es trocken war, konnten wir uns am Wasserfall eine kleine Weile ausruhen, unseren Gedanken hingeben und mal für ein paar Minuten so richtig Urlaub machen. Nach dem Abendbrot ging's schnell in den Schlafsack, denn wir wollten am nächsten Tag zeitig raus.

14.03.2002: Whakapapa (Tongariro NP)

Gesagt, getan. Heute sollte's zu Fuß quer durch den Nationalpark gehen. Man spricht von Neuseelands schönstem (oder einem der schönsten) Wanderweg. Der Tongariro-Crossing. Das Wetter lud nicht gerade zum Wandern ein. Wie bereits am Tag zuvor waren die Gipfel der drei bekannten Vulkane: Mt. Tongariro, Mt. Ngauruhoe (kurz N-G Mountain) und Mt. Ruapehu in den Wolken, es zog Wind auf, von dem wir zu Recht vermuteten, dass er Regenwolken herantransportiert. Der Busfahrer war skeptisch, lies uns jedoch trotzdem den Bus verlassen und so konnten wir uns als Teil der Völkerwanderung mit auf den Weg begeben. Bei dieser Wanderung wird man nämlich für 15 Dollar/Person von einem Bus zum Ausgangspunkt der Wanderung gefahren und ca. 7 Stunden später an deren Ende wieder eingesammelt. Die Fahrer sind vermutlich für ihre Passagiere verantwortlich. Nicht um sonst werden die Tickets daher sehr penibel kontrolliert. Dass auch abends alle wieder eingesammelt werden. Der erste Teil der ca. 18 km langen Wanderung verlief unter bekannt schlechten Witterungs- und Sichtverhältnissen aber noch ohne Niederschlag. An einen Ausflug zu den abseits des Hauptweges gelegenen Gipfeln des N-G-Mountains oder von Mt. Taranaki war nicht zu denken. Es gab einfach kein Ziel, keine lohnende Aussicht, für die sich ein Aufstieg gelohnt hätte. Und so folgten wir, von der einen oder anderen Rast unterbrochen, dem sehr sorgfältig markierten Weg durch herrliche Vulkanlanschaft, durch diverse Krater, vorbei an den vulkanischen Erdformationen des Red Craters, den Emerald Lakes. Teilweise war der Boden unter den Füßen schon recht heiß, es dampfte und stank aus der Erde. Aber alles in allem war der erste Teil unserer Wanderung zwar anstrengend aber sehr schön. Die "Strapazen" haben sich gelohnt. Nach ungefähr der Hälfte des Weges jedoch erreichten uns die Regenwolken. Nun war an einen Blick nach rechts oder links nicht mehr zu denken. Erstens hätte es in die Kapuze geregnet und zweitens gab's außer Regenwolken nichts zu sehen. Wie gewöhnlich waren wir leicht vor dem Zeitplan und so hatten wir ca. 90 Minuten vor dem Ende der Wanderung die Möglichkeit, uns gut eine Stunde in der Ketetahi-Hut auszuruhen, etwas zu essen und ein bisschen zu lesen. Immer in der Hoffnung, das Wetter möge sich bessern. Leider wurde diese Hoffnung nicht erfüllt und so mussten wir auch den Rest des Weges bei stärker werdendem Nieselregen zurücklegen und am Endpunkt noch ca. 30 Minuten unter dem Regendach bei ungemütlichsten Bedingungen auf den Bus warten. Man kann sich vorstellen, dass wir uns auf eine warme Dusche freuten. Wir haben uns direkt nach unserer Ankunft in den Küchenraum begeben, wollten uns so etwas aufwärmen, die Sachen trocknen, einzeln Duschen gehen und ein paar Karten in die Heimat schreiben. Am Ende des Tages aber überwogen die herrlichen Eindrücke der vulkanischen Landschaft und wenn man später einmal daran zurückdenkt, glaube ich, wird man sich an die schönen Dinge des Urlaubs erinnern und schlechtes Wetter eher verdrängen. Man kann, dies als Fazit dieses verregneten Tages, den Ausflug unabhängig vom Wetter, jedem empfehlen.

15.03.2002: Whakapapa (Tongariro NP) - Taupo

Nach einer durchregneten Nacht etwas länger geschlafen, das Zelt nass eingepackt und die im Reiseführerempfohlene Rundfahrt um den Tongariro-Nationalpark gemacht. Leider ließ das Wetter wieder keinen Blick auf die Gipfel zu. So gab's wenig zu sehen und wir konnten weiterfahren. Über Turangi und das östliche Ufer des Lake Taupo sind wir nach Taupo gefahren, haben dort am Seeufer Mittag gegessen und uns einen Zeltplatz gesucht. So hatte das Zelt Zeit zum trocknen, während wir zu einer Nachmittagsrunde aufbrachen. Zuerst steuerten wir die Huka Falls an. Die Huka Falls sind jedoch keine Wasserfälle, sondern eher ein Katarakt, durch das der Waikato-River in eine enge Schlucht gepresst wird. Auf einer Länge von 730 m beträgt der Höhenunterschied nur ca. 25 m. Aber durch die Verengung auf teilweise bis zu 15 m entsteht ein reißender Strom mit einem enormen Wasservolumen, der abschließend über einen "Mini-Wasserfall" in ein Bassin stürzt. Auf all das hat man von diversen Aussichtspunkten einen guten Blick. Anschließend liefen wir den Waikato-River noch ein wenig flussaufwärts, um uns die Füße etwas zu vertreten. Es war eine schöne Strecke, immer recht nah am Fluss - sehr entspannend. Wir kehrten zum Auto zurück und fuhren etwa 10 Minuten zu den "Craters of the moon". Erstaunlicherweise nahmen die Neuseeländer für diese Attraktion noch nicht mal Eintritt, obwohl die Craters, wie sich am Ende unserer Tour herausstellen sollte, den anderen geothermalen Attraktionen durchaus das Wasser reichen können. Bei schönem Wetter, wir hatten solches, hat man gleich beim Betreten den gesamten Überblick über das Gelände. Man gelangt auf befestigten Wegen durch ein Gebiet, das aus allen Poren dampft und ab und zu auch stinkt. Es ist beeindruckend, wie dicht man sich hier am Erdinneren fühlt. Der Boden ist heiß. Auf den Pfaden kann man im gemütlichen Schritt bis zu einer Stunde unterwegs sein, sich diverse dampfende Öffnungen aus der Nähe betrachten, so dicht man eben daran vorbeigeführt wird. Das Verlassen des Weges ist jedoch verboten. Wir haben dieses Gebiet jedenfalls ausgiebig genossen und uns dann ganz gemütlich auf den Rückweg begeben. Nach einem kurzen Einkauf - unser Wein war fast leer - und einem kurzen Check des E-Mail-Postfachs fuhren wir zum Zelt und beendeten diesen Tag, der eine beim Aufräumen des Autos, die andere beim Füttern der Enten.

16.03.2002: Taupo - Waiotapu

Erstmalig habe ich heute ein geothermales Kraftwerk gesehen. Wir besichtigten das Wairakei-Kraftwerk und erfuhren im empfehlenswerten Visitor-Center viel Wissenswertes über die Prinzipien der Energiegewinnung aus dem Erdinneren und die damit verbundenen Herausforderungen. Beeindruckend war z.B. ein Querschnitt durch eines der Rohre, in denen heißes Wasser aus dem Erdinneren in die Wärmetauscher geführt wird. Nach einer Betriebszeit von wenigen Jahren hat sich dessen Querschnitt auf einen ganz kleinen Bruchteil des ursprünglichen Verringert. Das Rohr musste ausgetauscht werden. Von einem Aussichtspunkt kann man sich das weit ausgedehnte Gelände ansehen, aus dem der Erde Wärme entzogen wird. Rohre, die über einzelne Bohrungen ins Erdinnere führen und von dort heißes Wasser fördern, liefern dies in Sammelleitungen von immer größerem Durchmesser. Über zwei Hauptsammelleitungen wird heißes Wasser dann zum Kraftwerksgebäude geleitet, dort gewinnt man die Energie und leitet das abgekühlte Wasser entweder zurück oder ab. Auch auf dem Kraftwerksgelände dampft es an allen möglichen Stellen und heißes Wasser wird teilweise auch nur in Kanälen geleitet. Aber das ist wohl egal, denn Energie gibt's dort wohl ausreichend, so dass es belanglos ist, ob das Wasser abkühlt. Nachdem wir kurze Zeit später auch dem eigentlichen Kraftwerksgebäude einen kurzen Besuch abgestattet hatten (Betreten verboten) fuhren wir weiter ins Hidden Valley nach Orakei Korako. Dies sollte laut Reiseführer eines der schönsten geothermalen Gebiete der Nordinsel sein. Die Attraktionen sind in Privatbesitz und befinden sich auf einer abgelegenen Seite des Sees, die man mit dem Auto nicht erreichen kann. Um dahin zu gelangen, zahlt man seinen Eintritt (wenn ich mich recht erinnere ca. 18 Dollar pro Person) und setzt mit einem kleinen Boot über. So lange man will kann man sich nun auf den wiederum befestigten Pfaden durch das Gebiet bewegen. Man wird an heißen Quellen, Sinterterrassen von großer und kleiner Ausdehnung, brodelnden Schlammpools und kochenden Wasserlöchern entlanggeführt und kann gut eine Stunde im Hidden Valley zubringen, ohne dass es einem langweilig wird. Selbst einen "Mini-Geysir" gibt es zu bewundern. Wenn man genug hat, klingelt man und wird vom "Fährmann" wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückgebracht. Unser Mittag nahmen wir wiederum in Taupo am See ein. Und - Ironie des Schicksals - über den See hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die drei Riesen des Tongariro Nationalparks. Aber da kamen wir doch gerade her! Sollten wir uns das deshalb entgehen lassen? Nein! Und so entschieden wir uns, wieder zurück zu fahren, nur um die Berge einmal in ihrer gesamten Schönheit bewundern zu können. Und die Fahrt sollte sich lohnen. Alle drei, die wir die letzten zwei Tage nur wolkenverhangen sahen, waren nun in ihrer gesamten Ausdehnung zu bewundern. Und so verbrachten wir einen großen Teil dieses Nachmittags damit, die Strecke, die wir tags zuvor hingefahren waren wieder zurück zu fahren. Selbst einen Teil der Rundtour um den Nationalpark fuhren wir noch, um ein besseres Bild vom Mt. Ruapehu und vom Mt. Ngauruhoe zu bekommen. Es sind schöne Bilder entstanden. Und damit meine ich nicht nur jene auf dem Film, sondern vor allem die im Gedächtnis. So bleiben uns die Gipfel des Tongariro-Nationalparks in ihrer vollen Pracht in Erinnerung und wir, das als Fazit, haben nicht bereut, dass wir den Weg mehrmals fahren mussten. Um dieselbe Straße nun nicht ein drittes Mal zu fahren, wählten wir jetzt den Weg westlich um den Lake Taupo. Wir hatten weiterhin schönes Wetter und immer einen schönen Blick auf den See und dessen beeindruckende Umgebung (einschließlich der drei großen Berge). Spät am Abend erreichten wir einen Zeltplatz in Waiotapu, der sich wirklich anzusteuern lohnt. Denn erstens hat er nur wenige Plätze und zweitens einen angeschlossenen Thermal-Pool. Allein das Baden darin, das Aufwärmen ist den Übernachtungspreis wert, denn wer sein Zelt da aufschlägt, darf den Pool ohne Aufpreis mit nutzen.

17.03.2002: Waiotapu - Whangamata

Heute haben die Neuseeländer die Uhren auf Winterzeit zurückgestellt. Dadurch haben wir eine Stunde gewonnen, die wir nutzen konnten, um ein weiteres Bad im Thermal-Pool zu nehmen. Dabei habe ich mir Gedanken über den Geysir gemacht, der heute auf unserem Ausflugsprogramm stand. Täglich 10:15 Uhr sollte er ausbrechen. Aber wie verkraftet so ein Geysir die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit. Die Antwort gab uns ein Ranger: Es bleibt dabei, Ausbruchszeit wie gestern allerdings 25 Stunden später. Hintergrund ist, dass der Ausbruch des Geysirs mit Seife stimuliert wird. Aber der Reihe nach: Nach dem Frühstück sind wir aufgebrochen, Wai-O-Tapu Thermal-Wonderland zu besuchen. Hier sollte jener Geysir zu bewundern sein. Wir wurden jedoch schon beim Kaufen der Tickets eines Besseren belehrt. Der Geysir befindet sich etwas außerhalb und man müsste mit dem Auto hinfahren. Man hätte nur noch Zeit für eine kleine Runde, sonst wäre man zu spät. Wir folgten den Anweisungen, gingen gemütlich unsere kleine Runde und fuhren anschließend zu einer theaterähnlich hergerichteten Arena, in deren Blickfeld sich ein kleines Häufchen Kalk mit Loch drin erhob. Dies kleine dampfende Etwas muss wohl "Lady Knox", der Geysir sein. Das Rund füllte sich mehr und mehr und pünktlich betrat ein Ranger die Szene mit einem Säckchen, vielleicht 1 kg schwer. Er erklärte kurz sein folgendes Handeln und schüttete, um die Oberflächenspannung des Wassers zu verringern, den gesamten Inhalt des Säckchens in den Schlund des Geysirs. Der spuckte kurz darauf Seifenschaum. Es dauerte noch eine kurze Weile und er spie eine vielleicht 8...10 m hohe Fontaine gen Himmel. Dies, in unterschiedlicher Intensität und Höhe, vielleicht noch 30...45 Minuten. Dann drehten wir um und fuhren zurück zum Thermal-Wonderland. Unsere Tickets waren noch gültig und so konnten wir den gesamten Weg durch das Gelände jetzt in aller Ruhe nachholen. Wir sahen Altbekanntes und Neues, mal größer, mal kleiner aber alles nicht so beeindruckend und groß, wie beispielsweise in Amerika im Yellowstone. Aber es war auch schön. So bekommt man einen Blick für die Details. Schwefelkristalle, kleine Dampfperlen im Champagner-Pool, blubbernde Schlammpfützen (Mood) und die vielen Farben, die durch unterschiedliche abgelagerte Mineralien entstehen. Vulkanische Landschaften sind wohl immer etwas Besonderes und man wundert sich, wie dicht dabei doch noch Bäume und Pflanzen wachsen und gedeihen...

Wir sind dann weiter nach Rotorua gefahren. In den Ortschaften am Wege haben wir nicht angehalten, denn erstens war das Wetter nicht so besonders, es zwang uns sogar, im BBH zu übernachten und zweitens ließen die Beschreibungen im Reiseführer nichts Großartiges erwarten. Einzig die ausgedehnten Kiwi-Felder am Straßenrand erweckten unsere Neugier, die jedoch noch vom schlechten Wetter übertroffen wurde. Spät abends erreichten wir Whangamata und das dortige BBH.

18.03.2002: Whangamata - Thames

Die Nacht im BBH war o.k. Etwas früher als gewohnt sind wir aufgestanden, denn im Urlaub spielt die Uhrzeit eine untergeordnete Rolle. Wichtig sind allein Sonnenauf- und -untergang. Und Sonnenaufgang war längst vorbei. Wir packten nach dem Frühstück unsere sieben Sachen wieder ins Auto, informierten uns kurz im Reiseführer und entschieden uns für einen "Urlaubstag". Zuerst fuhren über eine kurze Stichstraße vom Hwy. #25 nach Opoutere, parkten das Auto und liefen ca. 20 Minuten zu einem noch unberührten weißen Sandstrand. Kein Haus, kein Hotel oder ähnliches trüben den Blick. Nur zwei Surfer, die bei wenig Wellengang den einen oder anderen Ritt wagten, boten bei unserem Strandaufenthalt von ca. 1 Stunde etwas Abwechslung. Ansonsten waren wir mit Ausnahme eines Hundes die einzigen am Strand. Wir gingen baden, legten uns kurzzeitig (aber geschützt) in die Sonne. Sonnenschutz ist sehr wichtig, denn Neuseelands dünner Himmel lässt das schädliche UV-Licht von der Sonne recht ungebremst durch, so dass täglich in der Zeitung angegeben wird, wie lange man in der Sonne liegen darf, ohne Schaden zu nehmen. Als wir dort waren, bewegten sich die Zeiten um die 20 Minuten. Da ich jedoch einen eher empfindlichen Hauttyp habe, wagte ich mich nie ungeschützt in die Sonne, was ich auch jedem empfehle, dem es ähnlich geht.

Nach unserem sehr entspannenden Strandaufenthalt fuhren wir weiter Richtung Norden auf der Coromandel Halbinsel. Wir wollten zu Hot-Water-Beach. Dort, so hatten wir gelesen, kann man bei Ebbe im Strand ein wenig graben und sich so seinen eigenen Thermal-Pool bauen. Denn unmittelbar unter dem Strand müssen heiße Wasseradern verlaufen.

Bis zur absoluten Ebbe waren aber nach unserer Ankunft noch ca. 2,5 Stunden. Also haben wir erst mal das Auto im Schatten geparkt und eine kurze Rast eingelegt. Es war recht windig und dadurch kühl und ungemütlich obwohl die Sonne schien.

Mit dem Füttern von Möwen und Spatzen verging die Zeit recht schnell und ca. eine Stunde vor Ebbe wagten wir unseren ersten Ausflug. Wir waren bei weitem nicht die einzigen, wohl aber die einzigen, die ohne entsprechende Ausrüstung erschienen. Die meisten waren mit Spaten oder Schaufel bewaffnet und gruben was das Zeug hält im Sandstrand, häuften Wälle auf und gruben dabei ihre Löcher immer tiefer in den Sand. Unabhängig aber, wie tief die Löcher waren, stand nur ca. 10 cm Wasser darin und je weiter die Ebbe das Meerwasser mit sich nahm, um so leerer waren die weiter oben gelegenen Pools. In Ermangelung eigenen Werkzeugs haben wir nur ein wenig mit den Füßen nach heißem Wasser gescharrt. Auch das ist recht amüsant und man muss aufpassen, um sich nicht die Füße zu verbrennen. Denn je tiefer man gräbt, um so heißer wird das Wasser. Und weil der Wellengang ab und zu kaltes Wasser dazu spült, merkt man nicht unmittelbar, in welchen Temperaturbereichen man gerade umherstochert. Es ist sogar leichtes Dampfen am Strand zu erkennen, wenn das Meerwasser lange genug verschwunden war. Wir haben anschließend mit dem Auto auf dem Hwy. #25 noch die Coromandel Halbinsel weiter umrundet, sind nicht ganz bis zu deren Kap gefahren, weil die Straßen dort doch zu eng und gewunden waren, so dass man nur recht langsam vorankommt, haben die Halbinsel von Osten nach Westen gequert und sind an der Westküste zurück bis Thames gefahren. Leider ließ das Wetter keine atemberaubenden Ausblicke zu, die wir nur erahnen konnten. Ich halte mich an dieser Stelle auch mit Empfehlungen zurück, lediglich einen Abstecher zu Hot-Water-Beach lege ich euch ans Herz.

19.03.2002: Thames - Whangaparoa

Heute war Wandertag. Wir haben in unserem Wander-Reiseführer ein paar schöne Touren im Kauaeranga Tal (südlich, kurz vor dem Ortsausgang von Thames eine Stichstraße entlang dem Kauaeranga-River) gefunden, die uns in die Zeiten zurückführten, als in der Region noch Kauri-Wälder standen. Kauris sind eine riesige Art von Fichten, die sehr alt werden und zu Zeiten, als Cook noch die Weltmeere umsegelte als ausgezeichnetes Bauholz sowohl für Häuser als auch für Schiffe galt. Die Bäume wachsen recht gerade in den Himmel. Heute stehen nur noch wenige Exemplare und bilden das Ziel einer nicht ganz einfachen Wanderung. Und an Nachwachsen ist nicht zu denken, wenn man weiß, dass die wenigen verbliebenen Exemplare um die 2.000 Jahre alt sind.

Unsere erste Wanderung, der Kahikatea-Walk, führte uns in ca. 20 Minuten zu einem Modelldamm. Dazu ist anzumerken, dass die Forstarbeiter die Kauris seinerzeit in recht unwegsamen Gelände fällten. Um die Stämme zur Verarbeitung zu transportieren, bedienten sie sich des Wassers. Sie stauten kleine Bäche mit so genannten Kaori-Dämmen an. Das aufgestaute Wasser bildete einen Stausee, der die gefällten Bäume aufnahm. War der See mit Wasser und Bäumen gut gefüllt, brachte ein unerschrockener Waldarbeiter den Damm zum Brechen und das Wasser samt darin schwimmender Stämme ergoss sich ins Tal Richtung Meer. Ca. 30...40 % der Stämme und das betroffene Tal wurden bei solchen Aktionen regelmäßig zerstört. Und als einmal sogar kein einziger gefällter Stamm zum Herstellen von Brettern verwendet werden konnte, entschloss man sich, eine Bahnstrecke zu bauen.

Einen solchen Damm also kann man im Maßstab 1:3 am Ziel des Kahikatea-Walk besichtigen. Dazu zahlreiche Erläuterungen. Und weil der Weg nicht all zu weit in den Busch führt, ist er sehr empfehlenswert. Ein bisschen anstrengender wird es dann, wenn man sich zwei der verbliebenen Exemplare der Kauri-Fichten ansehen möchte. Nicht umsonst, denkt man sich unterwegs, sind ausgerechnet diese beiden Bäume stehen geblieben. Nur über einen unwegsamen (aber gut markierten) Pfad, der mehrfach einen Bach (ohne Brücken) quert, gelangt man in ca. 90 Minuten Wanderzeit zu den beiden verbliebenen Bäumen. Am Ende des Table Mountain Kauri Tracks steht zunächst das kleinere der beiden Exemplare direkt am Weg, zum zweiten gelangt man etwas später nur wenig abseits des ursprünglichen Weges (Table Mountain Track), der allerdings heute nicht mehr zu laufen ist, weil er aufgrund von Erdrutschen gesperrt wurde. So muss man, wenn man von beiden Bäumen genug gesehen hat, denselben Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt, dem Wainora-Campingplatz laufen. Aber, und das als Fazit, mit richtigem Schuhwerk und sogar ohne viel Proviant ist das ein schöner Track, den man, so man gut zu Fuß ist und die Bäume sehen will, durchaus gehen sollte.

Nach der Wanderung waren wir in Thames Mittag essen und sind die verbleibende Westküste der Coromandel-Halbinsel nach Süden und anschließend die Ostküste der Nordinsel nach Norden gefahren. Dabei schon mal zur Probe über den Motorway #1 durch Auckland und über die Harbour-Bridge gefahren. Unser Zelt schlugen wir auf unserem preiswertesten Zeltplatz auf, der nicht mal über elektrischen Strom verfügte. So war unser Tagesablauf hier noch mehr von der Sonne bestimmt. Und parallel zum Zeltaufbau haben wir in der Dämmerung Abendbrot gegessen. Aber der Reihe nach. Es war schon recht spät, als wir beschlossen, in oder bei Whangaparoa einen Zeltplatz zu suchen. Und ich nahm an, dass in dem ausgeschilderten Shakespeare-Park schon ein Zeltplatz sein wird. Diese Annahme war so nicht falsch. Aber der Zeltplatz war erstens nicht bewirtschaftet, zweitens gab's keinen Strom und drittens war außer uns noch eine recht aufgeweckte und große Schulklasse da. Per Telefon erfuhren wir am Visitor-Center des Parks, dass wir die Zeltplatzgebühr von 12 Dollar (leider hatten wir nur 10 Dollar in bar) in den Briefkasten stecken sollten, uns anschließend auf dem Zeltplatz einen Fleck fürs Zelt suchen sollten und übernachten konnten. Wie bereits geschrieben wurde anschließend alles wegen der fortgeschrittenen Zeit recht knapp und wir gingen früh zu Bett.

20.03.2002: Whangaparoa - Auckland

Am nächsten Morgen wurden wir durch den "Frühsport" der anwesenden Schüler endgültig aus dem Schlaf gerissen, nachdem uns bereits Grillen und Vögel seit Sonnenaufgang weckten und unternahmen nach dem Frühstück eine sehr schöne 2-Stunden-Wanderung durch den Shakespeare-Park. Währenddessen konnte unser Zelt, das wir für die lange Rückreise verpacken wollten, in der Sonne trocknen. Wir wollten die noch ausstehenden 2 Dollar beim Ranger bezahlen. Leider hatten wir auch diesmal kein Glück, wir trafen keinen an. Und so haben wir für 10 Dollar übernachtet... Unsere Fahrt anschließend zur Westküste der Nordinsel gestaltete sich aufgrund der spärlichen Ausschilderung komplizierter als gedacht und nur über Umwege erreichten wir Muriwai Beach. Aber dort gefiel es uns sehr gut. Erstens gab es eine Kolonie Tölpel zu beobachten und zweitens eine herrliche Brandung. Bei dem Versuch, mal ein schönes Flugbild von einem Tölpel oder eine spektakuläre Brandung zu fotografieren, brachten wir fast Stunden zu. Wir liefen ein paar Schritte zu verschiedenen, über dem Meer liegenden Felsen, die sich gut als Aussichtspunkte eigneten und auch mit einigem Wissenswerten über die Tölpel-Kolonie ausgeschildert waren. Schauten dem munteren Treiben in der Kolonie zu, beobachteten die aufgewühlte See und ein paar verwegene Angler, die, immer wieder von den auflaufenden Wellen durchnässt, wacker ihre Köder ins Meer warfen. Ob sie etwas herauszogen, blieb uns verborgen. Es ist jedenfalls ein schönes Schauspiel, was einem da geboten wird, ich war überrascht, wie schön es war und die Zeit vergeht wie im Fluge.

Am Nachmittag fuhren wir zu unserer finalen Station in Auckland, fanden in dem Straßengewirr recht gut unser BBH (Barbours House oder so ähnlich), das sehr empfehlenswert ist. Es hatte sogar einen Pool, einen schönen Eiswürfel-Kühlschrank und die Zimmer... Naja, zum Schlafen und Sachen packen war's ausreichend.

Bereits auf der Fahrt nach Auckland hatten wir die imposante Skyline bewundert und vom Hafen aus fotografiert. Am späten Nachmittag sind wir vom BBH noch mal nach Downtown gelaufen. Wir haben den Skytower aus der Nähe besichtigt, waren am Hafen und sind durch die Souvenir-Läden geschlendert, um vielleicht noch das eine oder andere Kleine zu finden. Darüber ist es Abend geworden, wir kamen zurück zum BBH, aßen etwas und ich bin noch mal in den Pool gesprungen.

Anschließend haben wir unsere Sachen gepackt und sind ins Bett gegangen.

21.03.2002: Auckland - Nadi (Fiji) - Seoul

Heute ist unser Abreisetag. Ich war vor dem Frühstück noch mal im Pool - sehr schön. Der Flieger sollte erst am späten Nachmittag fliegen. Wir wollten bis dahin noch einmal auf Mt. Eden. Mt. Eden ist ein erloschener Vulkan fast mitten in Auckland, von dem man jedenfalls einen schönen Blick auf die Stadt hat. Wir sind auf dem Rückweg quer durch den Krater gelaufen, hatten nach unserer Rückkehr zum BBH aber noch sehr viel Zeit, und so haben wir dort noch etwas gelesen. Anschließend mussten wir das Auto zurückgebracht und bei Autovermieter noch ein paar Minuten zugebracht, die ich dazu genutzt habe, mal eine Urlaubsabrechnung vorzunehmen. Die statistischen Daten (Benzinpreise, Verbrauch, Gesamtkosten usw.) sind am Anfang des Reports zusammengetragen. Wir haben dann für 10 Dollar pro Person den vom Autovermieter gecharterten Bus zum Flugplatz genommen, bei Mc. Donalds unser letztes Bargeld aufgebraucht und die letzten verbleibenden Stunden bis zum Abflug, nachdem wir das Gepäck aufgegeben hatten, mit einem kurzen Spaziergang vor und im Flughafengebäude verbracht. Bei der Ausreise wird noch mal eine "Spende", das Ausreisegeld, fällig, deren Zweck uns verborgen blieb. Es waren ca. 20 Dollar pro Person.

Der Flieger startete pünktlich, wir hatten eine kurze Zwischenlandung in Nadi auf den Fiji-Inseln. Das war auch mal eine interessante Erfahrung. Weil wir das Flugzeug verlassen mussten, bekamen wir beide mal einen direkten Eindruck vom tropischen Klima. Hitze und Schwüle, wahrscheinlich eine nicht mehr in Zahlen auszudrückende Luftfeuchtigkeit und das mitten in der Nacht... Ich könnte mir hier nicht vorstellen, mehr als ein oder zwei Tage zuzubringen...

Nach dem Aufenthalt in Nadi ging's dann noch mal über ca. 10 Stunden weiter...

22.03.2002: Seoul

nach Seoul, das wir pünktlich kurz vor 6:00 Uhr erreichten. Geschlafen hatten wir im Flieger, so dass wir nun Seoul "unsicher" machen konnten. Aber da ist ja noch das Verständigungsproblem, das Orientierungsproblem und das viele Gepäck... Obwohl wir aufgrund eines gestrichenen Fliegers jetzt einen Tag eher in Seoul waren, wir nun mehr als 24 Stunden Aufenthalt hatten, hatten wir keinerlei Unterstützung der Airline bei Hotelsuche und Gepäckaufbewahrung. Letzteres kostete uns am Flughafen ca. 24.000 Won, was umgerechnet 24 Euro sind und uns recht viel vorkam. Wenigstens konnte man hier noch mit Kreditkarte zahlen. Aber weil das nicht überall möglich war, tauschten wir noch ein paar Dollars früherer Reisen in Landeswährung und fühlten uns hinreichend versorgt mit Bargeld. Wir wurden schnell eines Besseren belehrt. Bereits mit dem Hin- und Rückfahrtticket für den Bus waren fast all unsere Vorräte aufgebraucht. Aber vorher informierten wir uns noch über den Standort unseres Hotels. Das hatten wir von Deutschland aus vorgebucht und wussten so wenigstens, wo wir die Nacht verbringen konnten. Die Verständigung klappte einigermaßen, wir hatten ein Kreuz im Stadtplan und fanden einen netten Busfahrer, der uns an der entsprechenden Haltestelle informierte. Nach ein paar Orientierungsschwierigkeiten an der Haltestelle hatten wir dann doch recht schnell den richtigen Hinterhof und unsere Absteige gefunden. Hier die nächste Überraschung: Keine Kreditkarte. Nur Bargeld. Dafür reichten unsere Vorräte nun doch nicht mehr. Und so mussten wir noch eine Bank aufsuchen und etwas Geld abheben. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Fürs Hotel hat's erst mal gereicht. Das Hotel verfügte über gratis Internetzugang und so konnten wir noch unsere Mails checken und selber kurz das Wichtigste loswerden. Eigentlich wollten wir dann jeder ein Stadtrundfahrtsticket kaufen. Aber als wir den Verkehr sahen und merkten, dass der Bus, mit dem wir die 55 km vom Internationalen Flughafen ins Stadtzentrum zurücklegten, überhaupt nicht vorankam, entschieden wir uns, etwas weniger und dafür zu Fuß sehen zu wollen. So brachen wir zu einem Stadtrundgang auf. Wir hatten unsere Ziele auf zwei wesentliche reduziert: Eine historische Tempelanlage (mit so übereinander gestapelten Dächern) und den Fernsehturm. Auf dem Weg zur Tempelanlage kamen wir durch die recht eng und hoch bebaute Innenstadt, mussten oft die unüberwindlich breiten Straßen unterqueren: Ist Wahnsinn: bis zu 10 Spuren in einer Richtung, alles dicht mit Verkehr und selbst auf den Gehwegen noch die Mopeds. An Querung war nur durch Tunnels zu denken, die über bis zu 12 und mehr Ausgänge verfügten. Da hieß es, nicht die Orientierung zu verlieren! Dazu hatten wir noch Pech mit dem Wetter. Es war Smog, die Koreaner liefen fast alle mit Mundschutz durch die Stadt. Nur weil wir keine zu kaufen sahen, blieben wir ohne.

Jedenfalls war die Tempelanlage recht schnell erreicht. Dort ist heute das Nationalmuseum untergebracht, das wir uns lediglich von außen ansahen. Außerdem war das Hauptgebäude gerade eingerüstet, so dass es noch weniger zu sehen gab. Wir liefen dann in Richtung Fernsehturm. Der war, weil er sich etwas außerhalb des Zentrums der 11-Millionen-Metropole befindet, durch den Smog schon fast nicht mehr zu sehen. Wir waren auch recht lange unterwegs, kamen an diversen Regierungsgebäuden und dem Organisationskomitee der Fußball-WM vorbei, sahen überall Hinweise auf die kurz bevorstehende Eröffnung. Der Fernsehturm steht auf einer Anhöhe über der Stadt und wie erwartet war von der Stadt durch den Smog sehr wenig zu sehen, so dass sich aus unserer Sicht auch eine Auffahrt nicht lohnte. Aber nach dem anstrengenden Aufstieg brauchten wir eine Verschnaufpause. Wir verbrachten knapp eine Stunde am und im Turm und begaben uns anschließend auf den Heimweg. Wir kehrten noch bei einem bekannten Schnellimbissrestaurant ein, fielen, von den Wegen in der Stadt ermüdet, ins Bett und waren schnell eingeschlafen.

23.03.2002: Seoul - Frankfurt

Am nächsten Morgen schliefen wir aus, surften noch ein paar Minuten im www, gingen frühstücken, verbrauchten da unser letztes Bargeld und fuhren mit dem Bus zum Flugplatz. Wieder waren Ausreisegebühren fällig. Der Flug nach Frankfurt verlief planmäßig und pünktlich gegen 18:00 Uhr Ortszeit hatten wir wieder deutschen Boden unter den Füßen.

© 2002 by A. Klemm
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