ICH

Reisebericht Türkei 2004

Enleitung

Wieder einmal sollte uns ein Urlaubsausflug in die Türkei führen. Dieses Mal hatten wir uns für eine einwöchige Rundreise durch Kappadokien mit einer anschließenden Woche Strandurlaub entschieden. Es war, wie sich herausstellte, eine gute Entscheidung. Einerseits sahen wir so ein ganz anderes Gesicht der Türkei als wir es von unseren vorangegangenen Reisen kannten. Der Reiseprospekt schwärmt von beeindruckenden Felsformationen, gleich einer Mondlandschaft. Unser Interesse wurde außerdem von der Aussicht auf Höhlenkirchen und unterirdische Städte geweckt. Wir waren gespannt. Andererseits konnten wir in der zweiten Woche mal richtig alle Viere gerade sein lassen und uns auf die faule Haut legen. Auch das muss mal sein. Und so konnten wir schon mal einen Vorgeschmack auf einen schönen Sommer in Deutschland genießen, der sich ja bisher noch nicht so recht einstellen wollte.

16.06.2004: Anreise

Die Anreise aus Bayreuth gestaltete sich recht problemlos, wir konnten unser Zug-zum-Flug-Ticket nutzen, kamen pünktlich am Münchner Flughafen an, flogen dort auch pünktlich ab, landeten pünktlich in Antalya und wurden zügig in unser erstes Hotel gefahren. Die Reise, das sei noch kurz vorausgeschickt, war straff durchorganisiert, lies jedoch genügend Spielraum für individuelle Gestaltungsmöglichkeiten durch unseren Reiseführer, dessen Leistung ich an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich loben möchte. Am Abend des Anreisetages hatten wir in Antalya noch kurz die Gelegenheit zu einem Spaziergang an die Steilküste und einem kurzen Abstecher zum Hotel-Pool, bevor es dann zum Abend-Buffet ging. Wie gewohnt war das Essen landestypisch, einige Speisen nicht ganz vertraut. Aber es war wohl für jeden Geschmack etwas dabei. Und wenn man sich drauf einstellt, findet man Bekanntes, so dass auch der Magen in der Fremde nicht leiden muss. Zum Essen gab's, wie auf vorangegangenen Reisen schon gelernt, eine große Flasche Wasser. Die ist im Verhältnis zu Bier, Wein und Cola noch verhältnismäßig preiswert.

17.06.2004: Fahrt nach Kappadokien

Unser Tag begann sehr zeitig. Die Abfahrt war bereits für 7:30 Uhr angesetzt. Wir, d. h. unser Busfahrer, hatte ja auch eine Fahrt von ca. 600 km vor sich. Er meisterte diese arm an Highlights ausgefallene Strecke sehr souverän, wie auch den gesamten Rest der Rundreise. Erwähnenswert für diesen Tag ist vielleicht die Überquerung des Taurus-Gebirges. Außerdem hat uns unser Reiseleiter mit einer Überraschung auf die Folter gespannt. Ca. 100 km hinter Konya, so sagte er, hätte er eine Überraschung für die Gruppe, er hat ein wenig angedeutet, sagte, dass über diese Überraschung nur in sehr detaillierten Reiseführern etwas zu lesen sei und lobte freie Getränke für das Paar aus, das errät, um was für eine Überraschung es sich handelt. Als Gegenleistung erbat er eine Tüte Chips aus Deutschland für das Paar, das drei falsche Prognosen abgab. Ich kann's kurz machen. Keiner aus unserer Gruppe hat die Getränke gewonnen, mindestens ein Paar muss Chips in die Türkei schicken, obwohl so kreative Vorschläge wie 'Absturzstelle eines fliegenden Teppichs' unterbreitet wurden. Die Überraschung war dann eine so genannte Einsturz-Doline. Es muss wohl in dieser Region ein weit verzweigtes Netz unterirdischer Wasserläufe geben, die teilweise das darüber liegende Gestein so weit auswaschen, dass es nachgibt und einstürzt. Fast kreisrund war sie Oberfläche an besagter Stelle eingestürzt und gab den Blick auf tiefblaues, klares Wasser frei. Ein herrlicher Kontrast zum umgebenden, fast weißen Gestein. Zum Baden allerdings mangels Zugangs zum Wasser nicht geeignet. Diese Doline war über eine verlassene Karawanserei zu erreichen, so dass wir gleich hier unseren ersten Ruinen dieser Reise begegneten. Spät erreichten wir unser Hotel. Das Hotel stand oberhalb eines Tales (in das wir bei unserem kurzen abendlichen Spaziergang leider keinen Weg gefunden haben). Das Tal selbst war geprägt von den Tuffsteinfelsen, die einen, wenn man sie das erste Mal sieht, schon beeindrucken. Im Hotel gab es keinen Pool und auch sonst keine Alternative zum allabendlichen Highlight das – sehr zum Ärgernis meiner Frau – die Übertragung der Fußball-EM aus Portugal, meistens in türkischer Sprache war...

18.06.2004: Kappadokien

Diesen Tag begann die Gruppe mit einer Wanderung durch ein Tal, umgeben von den für die Region Kappadokien typischen Tuffsteinfelsen. Diese Felsen sind oftmals, begünstigt durch das sehr weiche Material Tuffstein, innen von Menschenhand ausgehöhlt und wurden (bzw. werden auch teilweise noch) zu Wohn-, Lager- und religiösen Zwecken genutzt. Es sind richtig geräumige Höhlen in den Fels geschlagen, die durch die Verwitterung über die Jahre jetzt auch nach außen sichtbar werden, weil einfach die sie umgebenden Wände von Wind und Wetter abgetragen wurden. Am Ende des Tales, gleichzeitig das Ende unserer ca. 90minütigen Wanderung, erwartete uns unser Bus und wir fuhren gemeinsam nach Göreme. In Göreme besuchten wir das Freilichtmuseum, ein in der Türkei wohl recht bekanntes Freilichtmuseum. Zu sehen gab es zahlreiche Höhlenkirchen. Wie bereits eingangs erwähnt, handelt es sich hierbei um ausgehöhlte Tuffsteinfelsen, die sich in ihrer Innengestaltung, in der Bemalung unterscheiden. Einerseits gibt es einen eher bäuerlichen Stil, der sich auf einfachste Formen und Ornamente beschränkt, andererseits einen ausdrucksstärkeren, künstlerischen Stil mit ausgeprägterer Liebe zum Detail. Im Anschluss an den Besuch im Freilichtmuseum fuhren wir nach Özkonak. Hier gibt es eine unterirdische Stadt zu besichtigen. Unser Reiseleiter, der uns trotz seiner Platzangst ein gutes Stück in die Höhlen und Gänge führte, erläuterte ein wenig den Hintergrund dieser Anlagen, die wohl auch recht verbreitet in dieser Region waren. Entstanden sind die Gänge durch Keller, ausgebaut und zu einem anderen Zweck genutzt wurden sie von den Bewohnern während kriegerischer Auseinandersetzungen. Hier dienten sie als Zufluchtsort oder Fluchtmöglichkeit. Teilweise erstrecken sich die Gänge über mehrere Kilometer und verbinden sogar oberirdisch getrennte Dörfer unterirdisch miteinander. So groß war die unterirdische "Stadt" (die diesen Namen eigentlich gar nicht verdient) in Özkonak nicht – aber groß genug, um zumindest einen Eindruck zu bekommen.

19.06.2004: Fahrt nach Konya

Ein weiterer Tag im Zeichen der Busfahrt. Wieder ging es recht zeitig los. Einen ersten Stopp legten wir bei der Ihlara-Schlucht ein. Uns wurde ausreichend Zeit zur Erkundung der Schlucht gegeben, wir sind mehrere hundert Stufen hinunter zum Ihlara-Fluss gestiegen, haben uns im Tal ein wenig umgeschaut – auch hier gab es wieder Höhlenkirchen zu besichtigen – und sind anschließend auf demselben Weg wieder aus der Schlucht aufgestiegen. Einen weiteren Zwischenstopp legten wir bei einer für touristische Zwecke noch bewirtschafteten Karawanserei ein. Am Ende der Busfahrt sollte dann Konya stehen. Konya ist ein religiöses Zentrum in der Türkei. Hier hat Mevlana den Orden des Sufismus gegründet, hier pflegten die Derwische eine ganz eigene Art der Religiosität, der Meditation. Kennzeichnend für die Derwische ist nämlich das schnelle, unaufhörliche sich-im-Kreis-drehen, das wohl nur in einem gewissen Trance-Zustand ausgeführt werden kann. In Konya haben wir also das religiöse Zentrum besichtigt. Zum einen ist das eine Moschee, die sich nicht von zahlreichen anderen Moscheen unterscheidet, zum anderen ist es das Grabmal von Mevlana. In diesem Gebäudekomplex sind einerseits zahlreiche Derwische in pompösen, sichtbaren Särgen aufgebahrt/bestattet, zum anderen sind hier zahlreiche Stücke aus dem täglichen Leben der Derwische ausgestellt. Das erstreckt sich von der typischen Kleidung, dem markanten Hut der Derwische über Waffen und Dinge des täglichen Bedarfes bis hin zu handgeschriebenen Koranen. Besonders stolz, wenn man das so schreiben darf, ist man dort auf eine kleine Schatulle, in der sich ein Haar vom Barte des Propheten befinden soll. Einmal an der Vitrine zu riechen, in der die Schatulle aufbewahrt wird soll (wenn ich das noch wüsste) etwas Besonderes bewirken. Und so sah man die Besucher dann auch geduldig auf den Moment warten, an dem ein jeder selber seine Nase an die Vitrine halten konnte. Es mutet schon etwas seltsam an für einen außen Stehenden... Das Hotel war in Konya in der Stadt gelegen. Wir nutzten den Rest vom Tag bis zum Abend-Buffet, uns ein wenig entlang einer viel befahrenen Straße die Beine zu vertreten.

20.06.2004: Fahrt nach Pamukkale

Ein weiterer zeitiger Beginn, aber das hatte uns unser Reiseleiter bereits am ersten Tag angekündigt: Urlaub werden Sie erst in Ihrer zweiten Woche haben, eine Rundreise ist kein Urlaub! Und ein wenig hat er damit recht, wenn man sich vom Urlaub lediglich das Auf-der-faulen-Haut-liegen erwartet. Wer aber im Urlaub auch was sehen, was erleben will, der kommt auf einer Rundreise, wie wir sie nun bereits zum dritten Mal unternahmen, voll auf seine Kosten und hat trotz zeitigen Aufstehens und langen Busfahrten doch Urlaub! Auf der wieder recht langen Busfahrt war der Reiseleiter so freundlich den Busfahrer (zusätzlich zu den vorgeschriebenen Stopps) an einem Mohnfeld anhalten zu lassen. So hatten wir die Gelegenheit, mal ein mehr oder wenig bereits verblühtes Mohnfeld ganz aus der Nähe zu betrachten. Der Mohn dieses Feldes Mohn wird als Medikamentenrohstoff angebaut. Einen Fruchtstand hat unser Reiseleiter ein wenig mit dem Taschenmesser präpariert und durch den Bus gegeben. War eine willkommene Abwechslung. Unmittelbar bevor man die weltberühmten Kalksinterterrassen von Pamukkale erreicht, durchfährt man noch Hierapolis, eine antike Stätte mit einem angrenzenden Gräberfeld. Unterschiedlichste Arten von Gräbern sowie Ruinen, die vom einstigen Glanz Hierapolis' zeugen sind zu besichtigen. Dieser Punkt war schnell "abgehandelt". Schnell ging's weiter auf die nun nicht mehr weiten Kalksinterterrassen. Soweit ich mich erinnere, sind wir dieses Mal so pünktlich in Pamukkale angekommen und hatten entsprechend gutes Wetter, dass wir mal richtig ausgiebig Zeit hatten, die Terrassen zu erlaufen. Zunächst hieß es, sich seiner Schuhe zu entledigen, dann konnte man sich das mineralhaltige, warme Wasser um die Füße spülen lassen und einen zum Laufen freigegebenen Pfad die Terrassen hinunter- und wieder hinauflaufen. Erstmalig hatten wir so die Gelegenheit – gemeinsam mit einer unüberschaubaren Masse Menschen (von Weitem sah das wie Ameisen aus) – ganz neue Eindrücke direkt aus diesem Naturwunder zu erhalten. Ernüchternd mussten wir feststellen, dass der Mensch an einigen Punkten der Natur mit Beton und Stein nachgeholfen hatte, um den Touristen und Heil Suchenden ein paar Bassins, gefüllt mit dem mineralreichen Wasser, zum Baden anbieten zu können. Nach unserem Spaziergang über die Kalksinterterrassen blieb noch Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang zum oberhalb der Terrassen gelegenen antiken Theater. Auch hier waren wir zuvor nicht hingekommen (einfach, weil das Wetter es bei unseren vorangegangenen Reisen nicht zugelassen hatte). Im Theater haben wir die antike Stätte an einem schattigen Plätzchen mal ein wenig auf uns wirken lassen und den Anblick tausende Jahre alter Steine genossen. Herrlich entspannend kann man sich dabei so seine Gedanken machen, was diese Steine alles schon "gesehen haben", was für gute, was für schlechte Zeiten sie erlebten und was für Geschichten sie einem erzählen könnten – wenn sie nur könnten. Abschließend war das Hotel recht schnell erreicht. Es hatte auch endlich wieder einen Pool und auch der Thermal-Pool durfte nicht fehlen. Allerdings hatte man von diesem Pool, wohl auch wegen der sehr heißen Außentemperaturen, den Eindruck, in einen Kannibalen-Kessel geraten zu sein. Glücklicherweise gab es verschiedenen Pool-Ebenen, die immer "kälter" (wobei das hier nicht als Kälte im allgemeinen Sinne verstanden werden soll sondern eher im Sinne von "gerade so erträglich") wurden. Lediglich der letzte Pool war dann auch erträglich. Hier ließ es sich schon mal fünf bis zehn Minuten aushalten. Ganz Hartgesonnene Zeitgenossen wühlten sich vom Grund des Pools Schlick und Schlamm auf und trugen ihn sich auf die Haut auf. In der Sonne getrocknet gab das ein recht witziges Bild. Aber wenn's schön macht... Abends gingen wir noch eine kleine Runde in den nahe gelegenen Ort. Da wird immer was verkauft, immer was getrunken und auch (zu EM-Zeiten) immer Fußball geschaut.

21.06.2004: Ausflug nach Aphrodisias

Für diesen Tag stand ein Ausflug zum nahe gelegenen Aphrodisias auf dem Programm. Aphrodisias? Klingt interessant. Ist aber, so das Fazit am Ende des Tages, vergleichbar mit den zahlreichen anderen antiken Ruinenstätten, die uns zuvor gezeigt wurden. Sicherlich, jede dieser Stätte hat ihre Besonderheit. In Aphrodisias ist es zum Beispiel das riesige, sehr beeindruckende Stadion, was ein kleines Stück außerhalb des zentralen Siedlungsbereiches liegt. Es ist das zweitgrößte Stadion der antiken Welt! Auch das Theater ist den Umständen entsprechend gut erhalten. Einzelne Wände von Gebäuden, Tempeln (zum Beispiel dem der Aphrodite), Bädern (die Hadrianstherme), Mauern sind erhalten und lassen erahnen, wie es früher ausgesehen haben muss. Am Ende unseres Aphrodisias-Aufenthaltes besichtigten wir noch das Museum, in dem weitere Fundstücke, unter anderem zahlreiche Statuen, Münzen, Gegenstände des täglichen Bedarfes ausgestellt sind. Die Zeit verging schnell. Auf der Rückfahrt hatten wir dann noch einen Augenblick, uns einen regionalen Markt anzuschauen. Obst, Gemüse, Gewürze – alles im Überfluss. Leider waren wir, was die Marktzeit betraf, doch sehr spät dran, so dass zahlreiche Händler bereits wieder beim Einpacken waren oder sogar ihren Stand schon geräumt hatten. Wir kehrten recht zeitig wieder ins Hotel bei Pamukkale zurück und konnten so den Rest des Tages am Pool bzw. am Thermalpool verbringen. Sehr entspannend!

22.06.2004: Fahrt nach Antalya

Unsere Rundreise nähert sich ihrem Ende. Kommerziell sollte es aber an diesem letzten Tag erst so richtig losgehen. Den ersten Zwischenstopp auf unserer Fahrt nach Antalya legten wir bei einer Teppichknüpferei ein. Es ist immer wieder interessant, den Ausführungen des Personals zu lauschen. Zunächst gibt's ein paar Erläuterungen zum Knüpfen, welche Art Knoten geknüpft wird, welche Materialien, wie lange eine Knüpferin benötigt, um einen Teppich fertigzustellen, dass man bis zu eine Million Knoten pro Jahr knüpfen kann, dass ein Großteil der Teppiche in Heimarbeit geknüpft wird und der Arbeitgeber dann einen Raum im Hause der Familie der Knüpferin zugewiesen bekommt, der dann durch den Arbeitgeber eingerichtet wird usw. Anschließend wurde uns ein Teil der Seidenraupenzucht präsentiert. Bisher konnte ich mir keine Vorstellung von einer Seidenraupe machen, jetzt weiß ich immerhin, dass sie insgesamt doch größer sind, als ich sie erwartet habe, nämlich fast so lang, wie ein Bleistift und fast doppelt so dick. Nach der Besichtigung der Seidenraupen konnten wir noch einiges Wissenswertes über das Färben der Stoffe vom Färbermeister persönlich erfahren. Da dieser aber keiner Fremdsprache mächtig ist, hatte er seinen gesamten Vortrag, den er auch noch in zahlreichen anderen Sprachen halten kann, auch in deutscher Sprache auswendig gelernt. Hört sich recht amüsant an, wenn Wörter komplett anders ausgesprochen, betont oder in die Länge gezogen werden, als man es erwartet. Am Abschluss des Besuches steht natürlich die Präsentation der Kollektion, ein AHA-Effekt, wenn man selber mal die Preise schätzen darf bzw. soll und dann den Preis genannt bekommt, für den man den Teppich bis vor die Haustür geliefert bekommt. Wir nutzten die Zeit, während doch einige aus unserer Reisegruppe "zuschlugen", uns die zahlreichen zufriedenen Zuschriften glücklicher deutscher Teppichbesitzer durchzulesen und ein wenig zum Smalltalk mit einem der Verkäufer, der doch recht schnell feststellen musste, dass wir ganz ohne konkrete Kaufabsichten da waren. Bevor es endgültig in unser Hotel in Antalya ging (es war dasselbe, wie in der ersten Nacht), stoppten wir noch bei einer Lederfabrik, um dort eine (viel zu kurze) Information zu Material und Verarbeitung zu erhalten, eine kurze Modenschau zu sehen – es waren durchaus ansprechende und interessante Stücke dabei! – und, wer wollte, sich das eine oder andere neue Stück zuzulegen. Auch davon wurde in der Gruppe Gebrauch gemacht. Das Hotel – wie bereits erwähnt – kannten wir schon. Dieses Mal waren wir aber etwas zeitiger da und auch etwas besser informiert, so dass wir zum nahe gelegenen Wasserfall, der auf einer unserer vorangegangenen Rundreisen separates Ausflugsziel war, liefen. Es ist ein sehr schöner Weg dahin, der zu einem großen Teil durch einen nett angelegten, ca. 20 Meter breiten Grünstreifen zwischen Straße und steil abfallender Küste verläuft. Am Wasserfall selbst konnten wir uns dann etwas ausruhen und den Anblick vom fallenden Wasser und des sich im Spray bildenden Regenbogens genießen.

23.06.2004: Fahrt zum Aydinbey Gold Dreams Hotel

Auf der Fahrt zu dem Hotel, in dem wir unsere Verlängerungswoche verbringen wollten, stoppte der Busfahrer noch einmal bei einer Schmuckfabrik. Es ist durchaus lukrativ, in der Türkei Schmuck zu kaufen. Gold als Werkstoff kostet zwar überall auf der Welt gleich viel. Aber in der Türkei ist es aufgrund der niedrigen Löhne wesentlich preiswerter, was Schönes aus dem Werkstoff herzustellen. Und wenn man dann tatsächlich auch etwas gefunden hat, das einem gefällt, dann kann man noch ein wenig handeln, bekommt neben dem neuen Schmuckstück ein Zertifikat und die Versicherung, das gute Stück innerhalb der nächsten fünf Jahre umtauschen zu können oder aber sein Geld zurück zu bekommen. Naja, probiert hab' ich's noch nicht... Recht pünktlich erreichten wir unser Hotel für die Verlängerungswoche.

All-Inclusive im Hotel Aydinbey Gold Dreams

Die Mitarbeiter der Rezeption waren von dem Ansturm doch recht überwältigt, es kam zu erträglichen Verzögerungen bei der Zimmerzuteilung. Die Wartezeit konnten wir uns dank des uns bereits im Bus ausgehändigten Armbändchens aber mit einem kühlen Efes, dem wohl bekanntesten türkischen Bier, angenehm gestalten. Zum Hotel gibt's eigentlich wenig Nennenswertes zu berichten. Wenn man vorher im Internet recherchiert hat und nicht ganz so gute Kritiken gelesen hat (zu laut, zu hellhörig, zu wenig Platz, schlechte Animation), kommt man nicht mit den allzu größten Erwartungen da an. Umso positiver ist man anschließend überrascht. Gut, die Zimmer sind hellhörig, aber da konnten wir uns arrangieren, von der Disco, die angeblich so laut sein sollte, haben wir auch nichts gehört. Und vielleicht hatten wir auch Glück, dass wir im zweiten Haus der Anlage untergekommen waren, dort sollte es nämlich, so war dem Internet zu entnehmen, auch etwas besser sein. Im zweiten Haus gab es statt der Rezeption eine riesige (fünf Stockwerke hohe) Lobby mit Sitzgruppen, Bar und abends sogar einem beleuchteten "Sternenhimmel". Die Anlage, die Zimmer und der zugehörige Strand sind noch recht neu und sehr gepflegt. Den Strand erreicht man durch einen ebenfalls gepflegten Tunnel unter der vierspurigen Küstenstraße. Von der Küstenstraße habe ich in unserem Zimmer auch nicht viel mitbekommen, sie war nicht unerträglich störend. Die Tischtennisplatte und der Fitness-Raum sind etwas stiefmütterlich im Keller platziert und vermutlich für Schlechtwettertage unterdimensioniert. Ich möchte nicht wissen, wie sich Gäste aus mehr als 300 Zimmern schlechte Tage vertreiben sollen... Essen, Buffet und Getränke waren – hier kann ich aber nur über die Sachen urteilen, die ich zu mir genommen habe (man is(s)t ja da im Ausland immer etwas vorsichtiger) – von ansprechender Qualität, abwechslungsreich und sehr liebevoll präsentiert. Gut ist es, wenn man sich rechtzeitig beim Barkeeper über die (alkoholischen) Getränke informiert, die im all-inclusive-Umfang mit enthalten sind. Das Animationsprogramm – auch hier hatten wir nicht viel Gutes gelesen – war recht nett und in Deutsch. Einzig die Getränkegefäße litten unter dem Ansturm, wurden unserer Ansicht nach nicht richtig gründlich gereinigt und so war es doch einigermaßen unappetitlich, seinen Flüssigkeitsbedarf zu decken. Ach, und die Minibar im Zimmer war nur am ersten Tag gefüllt (das wird einem gleich beim Einchecken mit auf den Weg gegeben). An den folgenden Tagen wird lediglich die Wasserflasche erneuert. Was ich aber im Übrigen jedem empfehlen kann: Mal in der Türkei zum Friseur gehen! Da bekommt man wirklich viel für dein Geld. Nicht nur all-umfassende Haarbehandlung einschließlich Augenbrauen, Nasenhaare und Haar-'Verbrennung' an den Wangenhaaren - auch eine Massage von Armen und Nacken war inklusive. Und das zu einem Preis, zu dem man sich in Deutschland noch nicht einmal auf den Stuhl hat setzen können. Wie erwähnt: Sehr empfehlenswert!

30.06.2004: Rückreise

Auch die Rückreise war straff organisiert und klappte reibungslos (es waren ja auch ausreichend Sicherheitszeiten eingeplant). Kurios war lediglich, dass wir nicht unter unserem richtigen Namen zurückreisten, sondern als Mr. & Mrs. Anders im Flugzeug Platz nahmen. Die nette Dame am Check-In hat sich wohl bei meinem Vor- und Nachnamen etwas vertan. Naja, sei's drum. Wir sind gut wieder in München gelandet und auch die Rückfahrt im Mietwagen verlief stau- und zwischenfalllos.

© 2004 by A. Klemm
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