ICH

Reisebericht Irland 2006

Einleitung

Durch Zufall bin ich bei meiner Urlaubsplanung auf ein Reiseunternehmen aufmerksam geworden, das Urlaub mit dem eigenen Fahrrad anbietet. Und Irland fand ich dafür als ein einzigartiges Ziel. Also habe ich kurz entschlossen dort gebucht. Fazit: Gute Entscheidung, anstrengende, weil sehr lange An- und Abreise, herrliche Radtouren!

08.09.2006: Anreise

Sehr zeitig bin ich aus Bayreuth losgefahren, um pünktlich zur Abfahrt des Busses um 05:30 Uhr bei der Reisegruppe zu sein. Quer durch Deutschland ging's mit dem Bus ohne längere Aufenthalte bis nach Rotterdam, dort durch den riesigen Hafen mit seinen ausufernden Ölaufbereitungsanlagen und ab in den Bauch der "Pride of Hull", dem Fährschiff, das uns vorbei an Englands Ostküste bis nach Hull brachte. Wir sind 21:00 Uhr in See gestochen und ...

09.09.2006: Wales / Llangolen

... hatten eine sehr ruhige Überfahrt. Pünktlich um 08:00 Uhr Ortszeit erreichten wir Hull und gingen nach einem sehr ausgiebigen und guten Frühstück von Bord wieder in den Bus. Wir durchquerten Wales mit einem kurzen Abstecher nach Llangollen. In diesem beschaulichen Örtchen war gerade ein Dampflockfest. Nach einem angemessenen Aufenthalt fuhren wir weiter. Wir mussten in Hollyhead ein wenig auf unsere (Schnell)Fähre, die uns nach Dublin bringen sollte, warten, weil sie wegen zu niedrigen Wasserstands nicht einlaufen konnte. Nach einer wiederum recht ruhigen Überfahrt erreichen wir sehr spät Dublin, unser Hotel und gingen direkt nach der Ankunft, ohne die Zimmer zu beziehen, erst mal zum Abendessen.

10.09.2006: Dublin / Portumna

Recht früh am Morgen verließen wir das sehr nette Dubliner Hotel und starteten mit einer Stadtbesichtigung von Dublin. Wir sahen Molly Malone, die Half-Penny-Bridge über den Fluss Liffey, die O'Connell-Street, Straßenzüge im Gregorianischen Stil (mit den Fächerfenstern über den Türen), Trinity College, General Post Office. Anschließend brachen wir Richtung Portumna auf, wo wir am Nachmittag ankamen. Nach knapp drei Anreisetagen stiegen wir erstmals auf unsere Räder und unternahmen einen ersten kleinen Rad-Ausflug durch den Park, vorbei an Portumna Castle, ein wenig entlang des Lough Derg und waren nach 18 km bereits zurück.

11.09.2006: Lough Derg

Der Bus brachte uns entlang des Westufers von Lough Derg nach Kilalou, dem Ausgangspunkt unserer 65-km-Fahrradtour am See entlang. Wir starteten bei leichtem Regen – typisch für das "wechselhafte" irische Wetter. Der Regen begleitete uns nicht lange, so dass auch die nassen Sachen recht schnell trockneten. Gen Mittag erreichten wir Mountshannon und fuhren nach der Mittagspause mit einem kleinen "Fährschiff" (max. 7 Personen pro Überfahrt) zu Holly Island, einer ehemaligen Pilgerstätte inmitten des Lough Derg. Nach einem ca. einstündigen Fotostopp auf der Insel setzten wir wieder über und unsere Radtour fort. Nach dem Abendessen blieb noch etwas Zeit, den Pool (mit Badekappe!) und die Sauna im Hotel zu nutzen.

12.09.2006: Cliffs of Moher / Burren

Heute stand – aufgrund der Wettervorhersage etwas vorgezogen – das Highlight des Urlaubs auf dem Programm. Der Bus brachte uns zu den Klippen von Moher. Hier fällt Irland teilweise mehr als 200 m steil direkt ins Meer ab. Nachdem sich die Wolken verzogen und ich das "Durchgang-verboten-Schild" überschritten hatte, hatte ich einen herrlichen Blick, einerseits hinab ins Meer, andererseits entlang der steilen Küste. Einzigartig! Erst nach der Mittagspause brachen wir zu unserer Radtour auf. Sie führte uns heute über herrliche Landschaften des Burren-Gebietes (steiniger Ort). Unterwegs stoppten wir zu einer Besichtigung des Pulnabrone Dolmen. Unser Ziel erreichten wir am heutigen Tage nach 38 km, wir bestiegen den Bus, der uns zurück zum Hotel brachte.

13.09.2006: Clonfert, Birr, Slieve Bloom Mountains

Das Wetter sah am Morgen nicht so gut aus, so dass unser Tagesprogramm getauscht wurde. Statt mit der Radtour begannen wir mit dem Kulturprogramm. Wir besichtigten bei Regen die Kirche von Clonfert, der angeblich ältesten (noch erhaltenen?) Kirche Irlands. Der Bus brachte uns weiter nach ???, was eigentlich gar keiner Erwähnung bedarf, wäre uns da nicht das Highlight der schmalen irischen Straßen passiert. Ausgerechnet an einer besonders engen Stelle kamen zwei Traktoren mit Hänger entgegen. Unser Bus stand schon nur noch eine Handbreit von der Straßenbegrenzungsmauer entfernt, die Traktoren überrollten alles, was am Straßenrand nach Hecke aussah und dennoch war kaum mehr Platz für ein Stück Papier zwischen unserem Radanhänger und den Hängern der Traktoren. Ca. fünf Minuten hat uns die Rangiererei gekostet, dann ging's weiter Richtung Birr. In Birr besichtigten wir Birr Castle mit einem herrlichen Schlossgarten und einem historischen Teleskop, das zu seiner Zeit für 75 Jahre lang das größte der Welt war und heute noch funktionsfähig ist. Dann endlich ging's aufs Rad und auf zur "Königsetappe". Heute stand die Überquerung der Slieve Bloom Mountains auf dem Programm. Der ca. 8 km lange Anstieg hatte es in sich und die letzten derer, die sich nicht für die Busfahrt entschieden, erreichten den Gipfel 10 Minuten nach mir. Eine recht beachtliche Leistung. Die Aussicht auf die irische Landschaft belohnte für die Anstrengungen des Anstieges. Das letzte Teilstück unserer Radtour nach Birr begannen wir bei einem Platzregen, der alles durchnässte, so dass wir in Birr – auch aufgrund der fortgeschrittenen Zeit in den Bus stiegen und nicht noch die Rückfahrt bis Portumna auf dem Rad in Angriff nahmen. So kamen wir an diesem Tag lediglich auf 47 km. Nach dem Abendessen gab's ein wenig Champions League und danach noch einen Ausflug in den Pub, wo live irische Folklore zum Besten gegeben wurde.

14.09.2006: Connemara / Galway

Heute brachte uns der Bus zur Connemara, einer zwar recht kahlen aber doch reizvollen Gegend. Ausgangspunkt der Radtour war Carraroe, wo wir zunächst einen Korallenstrand bestaunten. Statt Sand lagen dort winzige Korallenbruchstücke. Beeindruckend! Mit dem Rad durchquerten wir die Connemara auf abgelegenen Straßen, genossen den Ausblick auf die Twelve Pins, einer östlich gelegenen Berggruppe, und die umgebenden Seen, die Steinmauern, die Moorlandschaft. Und das Wetter spielte auch mit: herrlicher Sonnenschein. Nach ca. 43 km erreichten wir Oughterard, das Ziel der Etappe. Von dort brachte uns der Bus noch zu einer einstündigen Stadtbesichtigung nach Galway. Wir sahen irische Volksmusik, dargeboten von Straßenmusikanten, das Lynch's Castle, das Lynch's Memorial Window, wo der Erzählung nach der Begriff "lynchen" geboren wurde, als nämlich 1493 Bürgermeister James Lynch eigenhändig seinen Sohn hängte, geschäftiges Treiben in der Shop Street, die St. Nicolas Kirche, in der Columbus eine Messe besucht haben soll.

15.09.2006: Dublin

Heute verabschieden wir uns vom Shannon Oaks Hotel und aus Portumna und fahren Richtung Dublin. Unterwegs stoppen wir für unsere Radtour in Rathangan. Entlang des Barrowkanals erreichen wir über teilweise recht "unwegsames" (nicht asphaltiert) Gelände den Grandkanal und durchqueren eine der fruchtbarsten Regionen Irlands, in der auch Irlands beste Rennpferde gezüchtet werden. Ab und zu sehen wir wieder Moorlandschaft und den damit verbundenen Torfabbau. Torf wird in Irland noch häufig zum Heizen eingesetzt. Nach 30 km erreichen wir unser Ziel in Donadea. Auf dieser Etappe hat dann doch noch die Defekthexe zugeschlagen. Der Schlauchwechsel bei einem unserer Gruppe kostete uns gut 15 Minuten. Dennoch blieben uns für eine Stadtbesichtigung von Dublin, wo uns der Bus anschließend hinbrachte, noch ca. 3 Stunden. Hier ging's über O'Connell Street, vorbei am Postamt, über Henry Street und Liffey Street zur Half-Penny-Bridge. Diese Brücke wurde im 19. Jahrhundert über Mauteinnahmen (1/2 Penny) finanziert. Wir überquerten den Liffey-Fluss und gelangten ins Szeneviertel Temple Bar. Nach kurzem Aufenthalt ging's dann via Grafton Street zum St. Stephans Green, von dort zurück via Trinity College mit Old Library zum Bus in Nassau Sreet.

16. / 17.09.2006: Rückreise

Heute ging's sehr früh raus, um unsere Fähre zu erreichen: Frühstück 06:00 Uhr, Abfahrt 06:45 Uhr. Fährüberfahrt nach Wales und die Durchquerung Wales verliefen reibungslos. Am Abend erreichten wir pünktlich unsere Fähre in Hull, die auch pünktlich zu einer ruhigen Überfahrt ablegte.

Am folgenden Tag erreichte die Fähre "Pride of Rotterdam" mit ein wenig Verspätung Rotterdam. Wir fuhren anschließend via Holland quer durch Deutschland. Gegen 21:30 Uhr war ich dann wieder in Bayreuth.

© 2006 by A. Klemm
Nach oben

Über michReise- und andere BilderReiseberichteRechtliches