ICH

Reisebericht Nordkap 2012

Do. 21.06.2012: Anreise Schweinfurt - Frankfurt - Helsinki

So ein Anreisetag ist immer etwas nervig. Aufgestanden um 06:00 Uhr, 08:00 Uhr in Schweinfurt in den Bus gestiegen, dann nach Würzburg gefahren und umgestiegen. 14:00 Uhr ging der Flieger aus Frankfurt. Ankunft ca. 2,5 Stunden später in Helsinki; Ortszeit aber schon 3,5 Stunden später. Dann noch eine kurze Fahrt zum Hotel und hier jetzt abschalten. Hotel ist schön, ein Radisson mit Free WLAN, so dass ich mit der Heimat in Verbindung bleiben kann. Morgen soll's 8:15 losgehen, heißt, eine Stunde vorher aufstehen.

(Fahrstrecke ca. 25 km / 1x ÜF im Radisson BLU in Espoo)

Fr. 22.06.2012: Universitätsstadt Tampere

Zeitig sollte es heute losgehen, zeitig ging's auch los – aber nicht wie geplant. Schlange am Kaffeeautomaten, Schlange am Frühstücksbuffet und so sollte sich das Schlange-Stehen über den Tag fortsetzen. Das Frühstücksbuffet aber war gut, man wird satt und mehr oder weniger pünktlich bestiegen wir den Bus, der uns nach Tampere fuhr. Dort hatten wir eine kurze Stadtführung, kurz wahrscheinlich, weil es in Tampere ohnehin nicht viel zu sehen gibt. Tampere ist die größte Binnenstadt der Nordischen Länder. Die Innenstadt wird ob der vielen Industriebauten, die heute aber überwiegend anders genutzt werden, auch das "Manchester des Nordens" genannt – es gibt schönere Vergleiche für eine Stadt. Von der schachbrettartig entworfenen und umgesetzten Innenstadt haben wir nicht viel zu sehen bekommen.

Während die Reisegruppe durch die Stadt geführt wurde, bereitete der Busfahrer sein Mittagsmenü - ein gut angenommenes Angebot, sind doch Restaurants hier nahezu unerschwinglich.

Und während ich diese Zeilen schreibe, geht's im Bus nach Kokkola, der finnischen Stadt am Bottnischen Meerbusen. Das Navi sagt noch gut 300 km bzw. 5 Stunden. Aber zum Anstoß, der ja hier wegen der Zeitverschiebung noch eine Stunde später erfolgt, sollten wir im Hotel sein. Bis dahin heißt es urlaubsmäßig Zeit vertreiben, vielleicht was lesen oder Schlaf nachholen – soweit eben möglich, denn auch die Busfahrt durch die finnische Landschaft hat ihre Reize. Durch Wälder, vorbei an einigen der über 180.000, dunkelblau schimmernden Seen. Die Landschaft mal dichter, mal weniger dicht gespickt mit den typischen skandinavischen Hütten, meist klassisch aus Holz und in rostrot gestrichen, bisweilen recht nett anzusehende Anwesen. Ja, es hat was und so vergeht auch eine auf den ersten Blick langweilig und eintönig anmutende Busfahrt. Nur Fotos wird's von diesen Impressionen nicht geben, denn erstens muss man ja nicht alles fotografieren, ein paar Impressionen bleiben nur im Kopf, zweitens gibt das aus dem Bus heraus während der Fahrt fotografiert keine schönen Bilder und drittens sollte das jeder selber gesehen haben...

(Fahrstrecke ca. 558 km; kumuliert 583 km / 1x HP im Best Western in Kokkola)

Sa. 23.06.2012: Lappland - Land der Samen

Wieder ein Tag, an dem kein Wölkchen den blauen Himmel trübt. Langsam wird das Wetter unheimlich und alle hoffen, dass es sich bis hinauf zum Nordkap nicht ändert. Die Deutschen haben gestern das Halbfinale der Fußball EM mit einem souveränen Sieg über die Griechen erreicht, trotzdem holt mich der Wecker gnadenlos um 7:00 Uhr aus den Federn. Das Hotel in Kokkola hat seine besten Zeiten schon hinter sich. Dennoch, für eine Nacht war's okay. Frühstück auch und gut eine Stunde nach dem Aufstehen fährt der Bus wieder über die finnischen Landstraßen gen Norden. Heute soll's erst nach Oulu gehen, eine Stadt, die in der Reisebeschreibung die "Weiße Stadt des Nordens" genannt wird. Warum, ist auch nach der Stadtführung nicht klar geworden. Wobei auch "Stadtführung" etwas übertrieben ist. Aber was sollen sie auch machen, die Finnen, wenn's gar keine Städte zu besichtigen gibt? Eins wird in diesem Urlaub klar: Wegen der Städte muss man nicht nach Finnland. Aber so ein Stadtbummel ist am Ende nicht mehr, als eine willkommene Abwechslung zum Sitzen im Bus. Und der Busfahrer bekommt seine vorgeschriebene Ruhezeit, um uns dann rastlos weiter zu fahren. Im Moment zeigt das Navi noch gut 360 km bis Levi und ich werde mir wohl was zu lesen suchen.

Glaubt man der Reisebeschreibung, dürfte Lappland erreicht sein. Lappland, so heißt es dort, sei die letzte Wildnis Europas. Land der Extreme: im Sommer bis zu 30 Grad warm, im Winter bis zu 50 Grad unter Null. Wir reisen bei um die 20 Grad. Der Sommer ist ein langer Tag, der fast drei Monate andauert. Ich bin gespannt, ob die Sonne diese Nacht untergeht.

Naja, untergegangen ist die Sonne wohl nicht. Aber zu sehen war die Mitternachtssonne auch nicht, denn das Schauspiel fand hinter den Wolken am Horizont statt. Doch der Reihe nach: Zunächst nämlich haben wir erst mal den Polarkreis überquert. Nördlich von hier geht an so manchem Sommertag die Sonne nicht unter. Ich habe drei Urlaubskarten geschrieben, um sie am Polarkreis auch abstempeln zu lassen und natürlich ein paar Fotos gemacht.

Nach der Ankunft im sehr schönen Hotel hieß es, Zimmer beziehen, kurz danach gab's Abendessen und für nach dem Abendessen hatte ich mir einen kleinen Gipfelsturm vorgenommen. Losgelaufen bin ich kurz nach 21:00 Uhr, recht schnell ging's ein paar Höhenmeter auf den Hausberg von Levi hinauf. Oben dann noch mal ca. 2,5 km und die höchste Erhebung im weiteren Umkreis war erreicht. Man hatte einen herrlichen Rundum-Fernblick, am Horizont gab's Regen zu schauen, über Levi und dem Berg aber blieb es trocken. Der Rückweg ins Hotel war schnell absolviert, so dass ich zur zweiten Halbzeit wieder auf dem Zimmer war. Nach dem Fußball, so gegen halb zwölf, wollte ich noch mal hoch auf den Hausberg, um mir die Mitternachtssonne anzuschauen. Doch wie eingangs schon erwähnt, gab's oben außer Wolken nichts zu sehen, so dass es auch keinen Grund gab, den Aufenthalt unnötig zu verlängern. Kurz vor eins bin ich – schon wieder beim Morgengrauen – ins Bett gegangen, sechs Stunden später war die Nacht zu Ende. Aber es gibt ja die Busfahrt, um Schlaf nachzuholen...

(Fahrstrecke ca. 606 km; kumuliert 1.189 km / 1x HP im Sokos Hotel in Levi)

So. 24.06.2012: Im Reich der Mitternachtssonne

Wieder ging's recht zeitig los. Wir überquerten die Grenze nach Norwegen, stellten die Uhren wieder auf Mitteleuropäische Sommerzeit und fuhren weiter durch überwiegend von Samen bewohnte Gebiete. Die Landschaft wechselte von bisher waldreichen Gegenden zu immer karger und trister werdenden Gebieten. Fotos durch die Busscheibe werden unansehnlich, weil sie sich recht schnell mit Insekten füllt – obwohl sie der Busfahrer täglich reinigt. Mittag bereitet der Busfahrer an einem tosenden Fluss. Kurze Zeit später erreichen wir in Alta den ersten norwegischen Fjord und legen einen Fotostopp ein. Einen weiteren Fotostopp legen wir am Porsangerfjord ein, dort halten wir auch noch einmal, um Stockgestelle zu fotografieren. An Stockgestellen werden Fische zum Trocknen aufgehängt. So entsteht Stockfisch, zu dem es unter Wikipedia heißt: "Stockfisch ist durch Trocknung haltbar gemachter Fisch, wobei vorher die Köpfe und Eingeweide entfernt werden."

Gegen 16:30 Uhr erreichen wir Honningsvåg, wo wir unsere Hotelzimmer beziehen, für 18:00 Uhr ist Abendessen geplant und 20:30 Uhr, nach dem Abendessen, reisen wir zum Highlight der nordischen Länder - dem Nordkap. "An der Nordkapklippe haben Sie die Möglichkeit den atemberaubenden Ausblick auf das Arktische Eismeer zu genießen." verspricht die Reisebeschreibung – wir werden sehen.

Zum Abendessen und dem Hotel müssen keine Worte verloren werden, es war zweckmäßig und überwiegend sauber.

Und die "Nacht" am Nordkap selbst war letztendlich doch nicht so atemberaubend. Der Ausblick, der sich uns auf der Hinfahrt bot, ließ nichts Gutes erahnen, wir haben schon mit Regen gerechnet. Ganz so kam's dann doch nicht. Aber der Ausblick auf die (Mitternachts-) Sonne war von einer Wolkenschicht versperrt. Da nützte auch alles Warten nichts. Die Zeit am Nordkap aber lässt sich gut verbringen: Postkarten direkt vom Kap schreiben und versenden, einen Film schauen, der die Jahreszeiten am Kap im Panorama zeigt, natürlich der Spaziergang oberhalb der Steilküste, die Besichtigung einer Kunstinstallation, gestaltet von sieben Kindern aus aller Welt als Symbol einer über Hautfarbe, Religion und Nationalität hinweg mögliche Zusammenarbeit. Ein paar Fotos sind geschossen, ein paar Karten geschrieben und das alles für 33 Euro Eintritt zzgl. Maut in ebenfalls nicht unerheblicher Höhe für die Fahrt durch den Nordkap-Tunnel. Etwas durchgefroren treten wir kurz nach 0:00 Uhr die Rückfahrt zum Hotel an und können ausschlafen. Erst gegen 10:00 Uhr soll's am Morgen losgehen.

(Fahrstrecke ca. 612 km; kumuliert 1.801 km / 1x HP im Rica Hotel in Honningsvåg)

Mo. 25.06.2012: Die Eismeerstraße

Über Karasjok fuhren wir entlang des heiligen Sees der Samen, dem Inari See, auf der Eismeerstraße bis nach Ivalo. Mehr oder weniger einzig erwähnenswerter Stopp auf der Strecke war ein Samenmuseum kurz vor dem See. Die 7 Euro Eintritt allerdings, habe ich mir gespart. Die, die drin waren, waren auch eher ernüchtert und das Freigelände des Museums war auch ohne die Eintrittskarte sehenswert. Vielleicht noch erwähnenswert: Eine Feuerstelle, umgeben von ein paar Sitzgelegenheiten, von mir kurzerhand als "Samenbank" bezeichnet.

Von See und Eismeerstraße war nicht viel zu sehen, wobei, es war eine Straße dabei, die gut den Namen Achterbahnstraße verträgt: Ein Auf und Ab, auf der Kuppe fast ein kleiner Sprung und all das schon weit vorab zu sehen, weil schnurgerade durch die Landschaft gezogen.

Untergebracht waren wir in einem Retorten-Wintersportort, das Hotel wieder etwas besser als das am Nordkap, reicht aber bei weitem nicht an die besseren Hotels der Reise heran.

Und nach dem Abendessen auf dem kurzen Spaziergang gab es dann auch noch einen Regenschauer, der mich ins Hotelzimmer vertrieben hat...

Die für den Abend in Aussicht gestellte Besichtigung einer Rentierfarm ist entfallen. Es soll wohl kein attraktives Ziel sein, weil die Rentiere – es kann bestätigt werden – den Sommer über frei laufen und sich die Farmen lediglich um kranke bzw. schwache Tiere kümmern.

(Fahrstrecke ca. 430 km; kumuliert 2.231 km / 1x HP im Lapland Hotel in Saariselkä)

Di. 26.06.2012: Im Hause des Weihnachtsmannes

Die Aussichten sind gut: Für den kommenden Tag hat der Busfahrer Ausschlafen avisiert. Aber heute ging's noch mal etwas zeitiger raus, d. h. wie gewöhnlich um 7:00 Uhr Ortszeit, was nach deutscher Zeit 6:00 Uhr ist. Und so was nennt man nun Urlaub... Heute geht es weiter in südlicher Richtung über Sodankylä bis in den Raum Rovaniemi. Kurz vor der Überquerung des Polarkreises wieder in Richtung Süden hielt der Bus für ein paar Stunden im Werkstattdorf des Weihnachtsmannes. Zu sehen gab es das offizielle Postamt des Weihnachtsmannes, die Polarkreis-Markierung, natürlich diverse Souvenirläden und Verköstigungsmöglichkeiten. Der Weihnachtsmann selbst ist in seinem Büro zu sprechen. Heißt, man läuft durch einen mystisch-dunklen, höhlenartig gestalteten Gang, gelangt vorbei am Erdrotationssystem (mit überdimensionalem Pendel und diversen Zahnrädern) und stellt sich dann in die Schlange vor der Residenz des Weihnachtsmannes an. Von jedem seiner Besucher schießt der Weihnachtsmann ein Bild, selber darf man keine Bilder machen, doch wer Lust auf dieses Erinnerungsfoto hat, kann es von den emsigen Wichteln des Weihnachtsmannes für 25 Euro käuflich erwerben. Darauf habe ich dann doch verzichtet, mir noch ein wenig die Füße vertreten, das eine oder andere Foto geschossen und weiter ging's zum Hotel in Rovaniemi. Dort hatten wir zunächst etwas Freizeit, die wohl jeder aus der Reisegruppe für einen Spaziergang durch die sehr übersichtliche Innenstadt von Rovaniemi nutzte. Man sah sich jedenfalls immer wieder. Aber es gab so recht nichts zu entdecken. Selbst Wikipedia weiß nicht wirklich viel über Rovaniemis Sehenswürdigkeiten zu berichten. Gut, ich schrieb ja weiter oben schon, dass man nicht wegen der Städte nach Skandinavien reist. Vielleicht wegen der Natur? Auch das kann unangenehm enden, denn wo viel Seen, da auch viele Mücken. Trotz Authan – was ich zugegebenermaßen nicht allzu oft verwende – bin ich auch schon heimgesucht worden. Aber es hält sich in Grenzen.

Nach dem Abendessen, das es heute mal nicht vom Buffet sondern an den Tisch serviert gab, habe ich noch zwei Saunagänge eingelegt. Es heißt, in Finnland gäbe es mehr Saunen als Leute. Und es scheint zu stimmen. In Levi hatten sogar einzelne Hotelzimmer eine Sauna... Und nach der Sauna hieß es Augen zu und ausschlafen.

(Fahrstrecke ca. 269 km; kumuliert 2.500 km / 1x HP im Sokos Hotel in Rovaniemi)

Mi. 27.06.2012: Das Hügelland

Heute hat der Wecker erst 8:30 Uhr geklingelt. Draußen regnet es und der Bus geht erst 15:00 Uhr. 12:00 Uhr sind die Zimmer zu räumen. Bis dahin nutze ich hier noch ein wenig das Internet bzw. schreibe diesen Bericht. Mehr ist nicht anzufangen, einerseits wegen des Wetters, andererseits, weil es wirklich nichts anzufangen gibt – leider.

Für ein Eis von McD hat die Zeit in Rovaniemi noch gereicht, bevor es gegen Mittag durch das finnische Hügelland, das hier bereits in die für Lappland typische Fjell-Landschaft übergeht, ging. Die einmalige Landschaft, die die Region zu einem beliebten Ferienziel Finnlands macht, haben wir nur durch eine verregnete Busscheibe gesehen. Das Hotel haben wir pünktlich erreicht, so blieb vor dem Abendessen noch Zeit für einen Saunabesuch, der in Finnland allerdings etwas anders abläuft, als wir ihn kennen. Die Einheimischen bleiben meist nur für einen Saunagang, schmeißen (im wahrsten Sinne des Wortes) Unmengen von Wasser auf die Saunasteine und verschwinden dann ohne Ruhe wieder. Daher sucht man meist auch einen Ruheraum vergeblich. Schön war's aber trotzdem.

Nach dem Abendessen galt es noch ein wenig Zeit vertreiben, bevor es dann das erste Halbfinale der Fußball-EM im Fernsehen mit deutschen Kommentar aus dem Internet zu sehen gab Und da weder die Spanier noch die Portugiesen während der regulären Spielzeit und der Verlängerung erfolgreich waren, kam's zum Elfmeterschießen und der Finalteilnehmer stand erst deutlich nach Mitternacht fest. Heißt also wieder recht wenig Schlaf, denn am nächsten Morgen soll's wieder wie gewöhnlich losgehen; 7:00 Uhr klingelt der Wecker...

(Fahrstrecke ca. 192 km; kumuliert 2.692 km / 1x HP im Soko Hotel in Kuusamo)

Do. 28.06.2012: Der Puijo-Turm

Wir verlassen nach einer kurzen Nacht das dünnbesiedelte Lappland und reisen zum Oulujärvi, einem der größten Binnenseen in Finnland. Im beschaulichen Paltaniemi ist die Hauptsehenswürdigkeit, neben der malerischen Seenlandschaft, die 1726 erbaute Holzkirche. In Kuopio prägen Handel, Industrie und die Universität das ansehnliche Stadtbild, das wir aber nicht zu sehen bekommen. Auch das wohlhabende und menschenfreundliche urbane Zentrum mit großem Herzen haben wir nicht besichtigt.

Stattdessen fuhr unser Bus auf die bewaldeten Pujio-Höhen. Dort habe ich zunächst die Gelegenheit einer unversperrten Skisprungschanze genutzt, um von deren Höhe einen Blick auf die umliegende Seenlandschaft zu werfen. Anschließend ging es auf den 75 m hohen Puijo-Turm. Der Blick von dort auf die finnische Seenlandschaft war noch um einiges eindrucksvoller.

Untergebracht war unsere Reisegruppe in einem Sporthotel, das diesmal auch seinen Namen verdient. Es beherbergt nämlich nicht nur Sportler, sondern bietet auch verschiedene Möglichkeiten, sich selber sportlich zu betätigen. Das habe ich leidlich ausgenutzt und bin unmittelbar nach der Ankunft in den Spa-Bereich. Dort ein paar Runden im 25-m-Becken gezogen, ein paar Saunagänge und schon war Abendessenszeit.

Nach dem Abendessen fieberte man dem Anstoß entgegen; hätte man vorher gewusst, was einen erwartet, man wäre deutlich entspannter gewesen, denn bekanntermaßen steht nicht Deutschland, sondern Italien im Finale der Euro 2012 gegen Spanien. Aber das soll dem schönen Urlaub keinen Abbruch tun.

(Fahrstrecke ca. 516 km; kumuliert 3.208 km / 1x HP im Soko Hotel in Leppävirta)

Fr. 29.06.2012: Land der 1.000 Seen

Heute hieß es, etwas früher aufstehen, denn die Zeit in Helsinki ist wegen unserer Flugzeiten etwas knapp bemessen. Aber die halbe Stunde ist zu verkraften, zumal das gestrige Fußballspiel nach regulärer Spielzeit beendet war.

Mit dem Bus geht's weiter in Richtung Süden. Die Straße führt uns mitten durch die Seenlandschaft. Nirgends sonst ist Finnland so typisch finnisch wie in der Region der Tausend Seen – laut Zählung gibt es in Finnland knapp 188.000 Seen (größer 500 m²). Bei einer Fahrt durch diese Landschaft öffnen sich immer wieder überraschende Blicke über nahezu endlose, spiegelnde Wasserflächen. Über Lahti erreichen wir Helsinki. Dort haben wir zunächst knapp drei Stunden Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, ehe gegen 15:00 Uhr unsere Stadtführerin zusteigt und unseren Bus zu den sehenswertesten Sehenswürdigkeiten Helsinkis führt. Dazu zählen u. a. die Uspenski-Kathedrale, der Dom, Gebäude der Regierung, die Felsenkirche und das Stadion, das wir wegen der gerade stattfindenden Leichtathletik-EM nur von weitem sehen konnten. Kompliment an die Stadtführung, im Gegensatz zu den anderen beiden Stadtbesichtigungen war die in Helsinki wirklich ausführlich und mit Engagement durchgeführt. Anschließend werden wir zum Hotel gefahren und essen zu Abend. Danach bleibt noch Zeit für einen kurzen Ausflug zum nahe gelegenen Shoppingcenter, für einen Saunabesuch und für diesen Bericht.

(Fahrstrecke ca. 386 km; kumuliert 3.594 km / 1x HP im Rantasipi Hotel in Vantaa in Flughafennähe)

Sa. 30.06.2012: Rückflug

Heute dürfen wir ausschlafen, Abfahrt ist für ca. 10:30 Uhr geplant. Es steht hier in Helsinki nur noch der Transfer zum Flughafen auf dem Programm. Aber der Busfahrer hat eine "Überraschung" für uns parat. Damit wir uns nicht so lange am Flugplatz langweilen müssen, fährt er uns noch für eine Stunde in das Stadtzentrum von Vantaa. Dort haben wir erneut Gelegenheit, etwas zu bummeln, zu shoppen und uns die Zeit zu vertreiben. Aber wie gewöhnlich gibt's im Stadtzentrum nicht viel zu sehen... Nach einer Stunde Aufenthalt geht's zum Flughafen, dort heißt es Gepäck aufgeben und noch die Zeit bis zum Boarding mit Lesen und Surfen im Internet vertreiben. Im Flugzeug dann eine weitere Überraschung: Ein Teil der deutschen Leichtathleten, die zur EM in Helsinki weilten, fliegt mit uns zurück, darunter der Zehnkampf-Europameister Pascal Behrenbruch und unser verhindertes Hochsprungass Ariane Friedrich. Auch ein paar Italiener sind im Flieger.

Der anschließende Rückflug nach Deutschland und die Rückfahrt nach Bayreuth verdienen keine weiteren Ausführungen.

(Fahrstrecke ca. 11 km; kumuliert 3.605 km / Übernachtung zu Hause)

© 2012 by A. Klemm
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