ICH

Reisebericht China 2013

Sa. 25.05.2013: Anreise

Der Urlaub beginnt wie erwartet. Zuerst habe ich mich noch ein wenig vertan und mich von meinem Bruder bereits zu 9:10 Uhr zum Bus bringen lassen, 9:50 Uhr hätte gereicht. Der Bus kommt pünktlich, ist dies auch über die zahlreichen Zwischenstationen und erreicht den Münchner Flughafen gegen 15:00 Uhr, geschlagene vier Stunde vor Check-In. Gut, dass ich mir mein iPad zum Schreiben und den letzten Schätzing-Wälzer 'Limit' mit gut 1.300 Seiten eingepackt habe. Damit werde ich mir die Zeit jetzt ein wenig vertreiben - um's genau zu schreiben: mit Lesen, denn geschrieben ist ja dieser Text jetzt und für den zukünftigen Text brauche ich ja erst noch die Erlebnisse.

So. 26.05.2013: Peking

Da sind sie nun, die zukünftigen Erlebnisse. Zunächst der ca. 10-stündige Flug. Der verlief ohne Berichtenswertes. Nur an Schlaf war nicht zu denken. So gegen Mittag war ich dann auch durch die Passkontrolle durch und es stellten sich zwei, die Reise wohl bestimmende Umstände heraus. Erstens gibt's keine Reisenden in meinem Alter, alle, teilweise weit, drüber und wer alles so mitreist, erweckt nicht unbedingt meine Aufmerksamkeit. Dennoch kommt man ins Gespräch. Und zweitens sind wir eine sehr große Gruppe, füllen drei Busse. Und seit dem Bericht, den ich zu diesem Thema im Internet gelesen habe, hat sich nichts geändert. Immer noch kommen die Busse gemeinsam an und immer noch kommt es dadurch häufig zu unnötigen Wartezeiten. Aber da muss ich jetzt durch. Am Zielflughafen Peking war es dann so, wie in der Reisebeschreibung: Nach Beendigung aller Formalitäten wurden wir nach der Flughafen-Zollkontrolle von der deutsch sprechenden Reiseleitung empfangen. Bereits auf dem Bustransfer zum 4-* Hotel erhielten wir einen ersten Eindruck von Chinas Hauptstadt, weil die Ankunft vor der Hotel-Eincheckzeit lag, besichtigten wir einen der Hauptanziehungspunkte der Stadt, den Sommerpalast im Nordwesten Pekings. "Hier ist der Traum vollkommener chinesischer Gartenarchitektur verwirklicht." steht im Reiseprogramm und weiter heißt es: "3000 Bäume, verteilt auf 290 Hektar Bodenfläche, vermitteln noch heute einen Eindruck vom Leben der chinesischen Kaiser mit ihrem Hofstaat." Und Wikipedia schreibt zum Neuen Sommerpalast, dass er wenige hundert Meter westlich der Ruinen des Alten Sommerpalastes liegt und zu den Höhepunkten der chinesischen Gartenkunst zählt, obwohl er mehrfach neu errichtet werden musste. Er ist heute einer der großen Besuchermagneten in der chinesischen Hauptstadt. Und weil wir an einem Sonntag da waren, waren besonders viele Leute dort. Na, ich denke, morgen an der Großen Mauer wird das ähnlich sein, auch wenn Montag ist. Aber Touristen sind reichlich da. Entlang des Ufers des Kunming-Sees ist der knapp 730 m lange Wandelgang errichtet worden. Er besteht aus 273 verbundenen Säulenpaaren und mehreren Pavillons, eine einzigartige Kombination aus überdachtem Weg und Kunstgalerie, den mehr als 8000 Bilder schmücken. Die Motive zeigen geschichtliche und mythologische Szenen oder Landschafts-, Vogel- und Blumenmotive. Der Gang verbindet alle Gebäude entlang des Berges der Langlebigkeit durch Tore und Pavillons miteinander. Die Wolkenzerstreuende Halle bildet den Mittelpunkt des Ganges, der an dieser Stelle einen halbkreisförmigen Bogen um die Halle herum beschreibt. Der Halle aber haben wir keinen Besuch abgestattet, dafür reichte die Zeit nicht, denn im Neuen Sommerpalast, also in einem der dortigen Gebäude, haben wir unser Mittagessen bekommen. Typisch chinesisch auf einem großen Drehteller reichlich vielfältige Speisen und Reis. Ich muss gestehen, dass ich nicht alles probiert habe - habe ich auch nicht vor. Das Hotel (Holiday Inn) ist wirklich gut, erfüllt die Erwartungen. Heute steht noch die fakultative Fahrt 'Peking bei Nacht' gleich nach dem Abendessen, das es außerhalb des Hotels gibt, auf dem Programm. Leider doch wieder viel vom Bus aus. So haben wir das politische Machtzentrum, den Platz des himmlischen Friedens und das Mao-Mausoleum gesehen. Zweimal ließ man uns aussteigen. Beim ersten Mal liefen wir entlang eines Delikatessen-Marktes. Es gab u. a. Tintenfischtentakeln, Seesterne, Seidenraupen, Skorpione und allerlei anderes, Undefinierbares. Danach noch ein kurzer Ausflug zum Nordsee, an dessen Ufer sich Restaurants und Bars reihten. Nach ca. 31 Stunden am Stück bin ich todmüde ins Bett gefallen.

Mo. 27.05.2013: Peking / Große Mauer

Heute wurde zuerst die Werbetrommel gerührt. Wer wollte, konnte die 'einmalige' Gelegenheit nutzen und Süßwasserperlenschmuck erwerben. Man fühlt sich ein wenig an die Türkei erinnert. Der erste offizielle Programmpunkt führt uns in einen nordwestlichen Vorort Pekings (Shisanling). Dort befinden sich am Fuße des Berges Tianshou Gräber der Kaiser aus der Ming-Dynastie (1368–1644). 13 der 16 Ming-Kaiser sind hier begraben. Eines der Gräber haben wir uns angesehen, bevor uns der Bus ans Ende der Heiligen Allee fuhr, die von marmornen Figuren, Löwen, Elefanten, Kamelen und Pferden gesäumt wird. Wir spazierten zu ihrem Anfang, vorbei an all diesen steinernen Wächtern. Anschließend brachte uns der Bus zum Essen, danach nach Badaling. Dort, ca. 70 km nordwestlich von Peking erstreckt sich der bekannteste Abschnitt der Großen Mauer. Es war das erste Teilstück, das 1957 restauriert wurde. Die Mauer ist hier bis zu sechs Meter breit und in regelmäßigen Abständen mit Wachtürmen aus der Ming-Zeit (1368–1644) bestückt. Ihr Verlauf folgt dem Grat einer Hügelkette, schützte als historische Grenzbefestigung vor nomadischen Reitervölkern aus dem Norden und hätte verteidigungsstrategisch kaum besser angelegt sein können, weshalb dieser Abschnitt auch nie direkt angegriffen, wohl aber über die Seiten eingenommen wurde. Über eine Länge von insgesamt 8850 Kilometer zieht sich dies monumentale Bauwerk, dessen Errichtung im 5. Jahrhundert v. Chr. begonnen und bis ins 16. Jahrhundert fortgeführt wurde, durch China. Die heute noch bestehenden Teilstücke würden aneinandergesetzt von New York bis nach Los Angeles reichen. 1987 erklärte die UNESCO die Mauer zum Welterbe. Es waren zwei schöne Stunden auf der Mauerkrone, wenngleich es immer sehr diesig war. Am Abend hatten wir ein landestypisches Peking-Ente-Essen, nicht zu vergleichen mit dem, was wir uns gemeinhin darunter vorstellen.

Di. 28.05.2013: Peking / Verbotene Stadt

Heute stand eine landestypische Altstadtbesichtigung in Peking als erstes auf dem Programm. Zwei Dinge dazu zur Erklärung: Erstens ist mit Altstadt hier nichts besonders Historisches gemeint, sondern nur ein ursprüngliches, noch nicht plattgemachtes Stadtviertel und zweitens ist in dem Fall mit 'landestypisch' die Art der Beförderung gemeint. In einer Kolonne Rikschas sind wir durch dieses Altstadtviertel gefahren worden. Wir hatten sogar Gelegenheit, ein 83- jähriges Mütterchen (im wahrsten Wortsinne) in ihrer 50 m² Wohnung heimzusuchen. Fazit: Interessant aber nicht erstrebenswert. Es hatte den Eindruck, WCs gibt es dort nur öffentliche. Nach dieser Erfahrung brachte uns der Bus zu einem Park. Beim kurzen Spaziergang entlang des Seeufers hatte ich Gelegenheit, Lotus im Original zu sehen. Weil es vorher ein wenig geregnet hatte, war der Tropfeneffekt augenscheinlich. Das Mittagessen... typische chinesische Touristen- Schnellverköstigung am Drehtellertisch. Aber satt geworden bin ich bisher noch immer. Nach dem Mittagessen ging's zu einem weiteren Höhepunkt, dem Tian'anmen Platz (Platz des Himmlischen Friedens). Mit fast 40 ha Fläche gilt er als der größte befestigte Platz der Welt. Wir haben ihn vom Mao-Mausoleum im Süden nach Norden zum Kaiserpalast überquert, vorbei zur Rechten am chinesischen Nationalmuseum und zur linken an der Volkskongresshalle. Danach besichtigten wir die Verbotene Stadt – sie war ursprünglich nicht für das einfache Volk zugänglich und beherbergt den mit einer Mauer umgebenen und 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten ehemaligen Kaiserpalast. Der Ort diente bis zur Revolution 1911 24 chinesischen Kaisern der Ming- und Qing-Dynastien und ihren Familien als Residenz. Heute beherbergt die Verbotene Stadt das Palastmuseum Peking, das wir allerdings nicht besichtigten. Außen gab es genug zu sehen und der Reiseleiter hatte viel zu erzählen (merken aber kann ich mir das nicht). Nach der Verbotenen Stadt fuhren wir schon mal grob Richtung Flughafen und bekamen unser Mittagessen relativ nahe dem - zumindest mit Blick auf das - 'Vogelnest', wie das Pekinger Olympiastadion genannt wird. Pünktlich genug waren wir dann am Flughafen, flogen ca. 21:30 Uhr noch für ca. 90 Minuten nach Xi'an (gesprochen Chian), wurden dort in Empfang genommen, waren bereits im Hotel eingecheckt (was auch nötig war) und sind dann gegen 01:30 Uhr endlich ins Bett gekommen. Also hätte an der Stelle schon stehen müssen:

Mi. 29.05.2013: Xi'an

Den heutigen Tag begannen wir etwas später. Er war auch nicht so vollgestopft mit Programmpunkten. Eigentlich nur die siebenstöckige Große Wildganspagode (weil der Sage nach mal eine Wildgans einen Kaiser oder Mönch vor dem Verdursten gerettet hat... oder so). Die Große Wildganspagode entstand bereits im Jahr 652. Als Bestandteil des größten Tempels Xians birgt sie wertvolle buddhistische Schriften. Ich habe die Pagode erklommen; von oben sieht man Xi'ans zahlreiche Platten-Wohnbauten und Platten-Wohnbau-Baustellen (unvorstellbares Einerlei und einfallslos). Danach ging's noch zum Stehlenwald, der größten "Schatzkammer" der chinesischen Kalligraphie (13 buddhistische Schriften). Die bekannteste ist Kaicheng, ein Buch der Tang-Dynastie, bestehend aus 114 Steinbrettern. Das Buch ist heute das einzig vollständig erhaltene Steinbuch mit klassischen Werken. Und weil der Tag nicht mit dem anschließenden Mittagessen enden sollte, fuhr uns der Bus noch zu einem Jadeverkauf - wieder typisch türkisch. Andererseits, hätte ich vor der Türkei China besucht, würde ich die Türkei vielleicht chinesisch empfinden... egal, Manschettenknöpfe jedenfalls gab's keine. Danach gab's noch zwei Stunden Freizeit, Abendessen und Gelegenheit, sich wieder einer fakultativen Lichterfahrt anzuschließen oder Xi'an auf eigene Faust bei Nacht zu durchstreifen - war sicher nicht minder schön.

Do. 30.05.2013: Xi'an / Terrakotta-Armee

Xi'an, westliche Hauptstadt und in der Qin-Dynastie erste Hauptstadt des Kaiserreiches China und einst Ausgangspunkt der Seidenstraße, ist heute Ausgangspunkt für die Besichtigung der Terrakotta Armee, die als 8. Weltwunder angesehen wird. Die Tonsoldatenarmee schützt die 1974 von Landarbeitern entdeckte Grabstätte des Kaisers Qin Shihuangdi und gilt als einer der bedeutendsten archäologischen Funde des zwanzigsten Jahrhunderts. Wikipedia schreibt dazu: "Bereits im Alter von 13 Jahren (246 v. Chr.), kurz nach seiner Thronbesteigung, ließ der Kaiser mit dem Bau seiner Grabstätte beginnen. Während der 36 Jahre dauernden Arbeiten waren bis zu 700.000 Arbeiter gleichzeitig mit dem Bau beschäftigt. Auf einem mehrere Tausend Quadratmeter großen Areal wurde eine Grabkammer, geschützt von einer Armee lebensgroßer Tonsoldaten, der Terrakotta-Armee, errichtet. Im Alter von 49 Jahren starb Qin Shihuangdi während einer Inspektionsreise in die Provinz, und wurde in seiner Grabkammer beigesetzt. Bereits drei Jahre nach dem Tod des Kaisers kam es zu Aufständen, und der Rebellengeneral Xiang Yu verwüstete die Grabstätte 207 v. Chr. Die Schächte mit den Tonsoldaten wurden aufgebrochen und ein großer Teil der Waffen entwendet. Die Holzwände, welche die Soldaten umschlossen, wurden verbrannt und viele Figuren zerstört. Anders als die Grabstätte von Qin Shihuangdi wurden die Tonsoldaten in keiner der zeitgenössischen oder späteren Aufzeichnungen erwähnt. Ihre Entdeckung war deshalb selbst für die Fachwelt eine Sensation. Bisher wurden mehr als 3.000 Soldaten und Pferde sowie mehr als 40.000 Waffen ausgegraben und restauriert, geschätzte weitere 5000 sind noch im Erdreich verborgen." So sieht man in der Ausstellung die unterschiedlichsten Phasen der Ausgrabungen und selbst Archäologen bei ihrer Arbeit. Teile der Armee sind noch unter der Oberfläche verborgen, andere Teile bereits freigelegt aber zerstört, wieder andere Teile bereits rekonstruiert aber noch nicht wieder aufgestellt und last but not least die zahllosen wieder aufgestellten Terrakotta Soldaten und Pferde, die als Armee arrangiert einem Ausgang zustreben. Im zugehörigen Museum gab es als herausragende Stücke noch zwei Bronzewagen zu besichtigen, etwas kleiner, weil nicht Bestandteil der Terrakotta Armee aber dennoch Grabbeigabe. Nachdem wir drei Stunden in den drei unterschiedlichen Gebäuden bei den Terrakottafiguren zugebracht hatten, fuhren wir zum Flughafen, um dort Mittag zu essen und weiter - leicht verspätet - nach Chongqing zu fliegen. Das Verwaltungsgebiet der quirligen 33-Millionen-Metropole ist beinahe so groß wie Österreich. Wir bekamen unser Abendessen in der Stadt und wurden anschließend zur MS Yangtse-Victoria 7 gefahren. Das 87 m lange und 14 m breite Mittelklasseschiff, wurde 2001 gebaut, verfügt über vier Decks und bis auf zwei sind alle 81 Kabinen mit eigenem Balkon ausgestattet. Die maximal 150 Passagieren werden von knapp 100 Crew-Mitgliedern betreut. Wir hatten noch ein wenig Zeit, am Oberdeck bei hereinbrechender Dunkelheit eine bizarre Silhouette aus animiert beleuchteten aber vermutlich unbewohnten Plattenbauten, 'aufgelockert' durch Kopien von Big Ben, den Twin Towers aus Kuala Lumpur und das von einem deutschen Architekten entworfene Opernhaus zu betrachten und das bisher erlebte Revue passieren zu lassen. Ja, zwei der erwarteten Highlights haben wir bereits gesehen, als da wären: die große Mauer, die an der Stelle, an der wir sie besuchten zwar schön und beeindruckend aber in der Richtung, in die wir sie zu begehen geschickt wurden, recht kurz war und die Terrakotta Armee, die im Großen und Ganzen den Erwartungen entsprach, wenngleich ich überrascht war, dass alles überdacht war. Aber auch das ist nur allzu gut nachvollziehbar, bedenkt man, wie wetteranfällig die Figuren sein müssen. Später am Abend hieß es dann "Leinen los" für die Flusskreuzfahrt auf dem Yangtsekjang, dem mit ca. 6300 km längsten Fluss Asiens bzw. dem weltweit drittlängsten Fluss.

Fr. 31.05.2013: Fengdu

Über Nacht haben wir das 177 km östlich von Chongqing gelegene Fengdu erreicht. Die ursprüngliche Stadt wurde im Zuge der Aufstauung des Yangtsekjang 2007 komplett überflutet, ihre etwa 100.000 Bewohner wurden in neu gebaute höher gelegene Ansiedlungen am Fluss zwangsweise umgesiedelt. Die meisten der historischen buddhistischen und taoistischen Tempelanlagen liegen allerdings oberhalb des aufgestauten Wasserpegels auf dem Mingshan-Hügel, den wir nach dem Frühstück besichtigten. Vom Fuß des Hügels bis zum Gipfel findet man den Hengha-Tempel, den Shanxiao-Pavillon, die Baoen-Halle, die Naihe-Brücke, das Tor zur Hölle und die Tianzi-Halle. Die Tempel der Unterwelt und Dämonen entstammen der Ban-Dynastie. Zu sehen gab es u. a. die 18 Stufen der Hölle, wo Verurteilte unter verschiedenen Strafen leiden, z. B. einen Hügel voller Messer erklettern, in einem Öltopf gekocht werden, in Stücke zersägt werden usw. Das sollte die Menschen abschrecken, während ihres Lebens Böses zu tun. Fengdu wird auch "Stadt der Geister" genannt, ist Eingang zum Hades und Heimat der verstorbenen Seelen. Ihre mystische Atmosphäre wurde nach Fertigstellung des Drei-Schluchten-Staudammes noch dadurch gesteigert, dass sie zu einer isolierten Insel wurde.

Sa. 01.06.2013: Qutang-Schlucht, Wu-Schlucht, Badong und Bächleinfahrt

Heute begann der Tag wieder recht früh mit der Passage der Qutang-Schlucht, in unserer Richtung die erste der drei Schluchten, die landschaftlich aufregendste und Rückseitenmotiv des 10-Yuan-Scheines. Auf beiden Seiten des Flusses steigen die Berge schroff an – ein einzigartiges Panorama, das verzaubert. Unter Wikipedia steht zu lesen: "Die Qutang- Schlucht ist mit 8 km die kürzeste der Drei Schluchten ... aber auch die schmalste. Die breiteste Stelle misst nur 150 m. Die Berge zu beiden Seiten sind bis zu 1.200 m hoch. Die Kombination aus einer schmalen Felsschlucht inmitten hoher Berge ergibt einen spektakulären Anblick." Ca. 1 1/2 Stunden danach passieren wir die 44 km lange Wu-Schlucht - zu Deutsch: 'Hexenschlucht' - an der Ostgrenze der Provinz Sichuan zur Provinz Hubei. Sie ist die zweite der drei berühmten Schluchten auf unserer Fahrt gen Osten. Dort, wo der Yangtsekjang das Daba-Gebirge durchbricht, sind an mehreren Stellen tiefe Schluchten entstanden. Wie bei den norwegischen Fjorden ragen auch in der Wu-Schlucht die Steilwände links und rechts über 1.000 m in die Höhe. Weitere schön entspannende ca. 2 Stunden später, in denen man die Seele baumeln und nur die beeindruckende Szenerie rechts und links des Flusses auf sich wirken lassen sollte, erreichen wir Badong, von wo aus wir im Ausflugsboot zu einer landschaftlich ebenfalls reizvollen Fahrt durch die Schluchten des kleinen Nebenfluss Shennongxi, der sogenannten "Bächleinfahrt" aufbrechen. Zunächst fuhren wir ein Stück flussaufwärts, ehe wir in kleinere, geruderte Boote umstiegen, die ein kurzes Teilstück sogar getreidelt wurden. Bisher haben wir 537 km unserer Flusskreuzfahrt absolviert, 1700 km liegen noch vor uns. In ca. 2 Stunden werden wir die Xiling-Schlucht erreichen, die durch den Drei-Schluchten-Staudamm in einen westlichen und einen östlichen Abschnitt geteilt wird. Am späten Abend passierten wir noch die fünfstufige Schleusenanlage am Drei-Schluchten-Staudamm. Dem Vernehmen nach ist diese Passage kostenlos, sie dauert um die drei Stunde und ist stramm durchorganisiert. Bei unserer Passage waren neben unserem noch drei weitere Schiffe in der Kammer, immer zwei Schiffe neben- und hintereinander, die sich nach Öffnen des Tores zwar individuell aber doch parallel bewegten - und das, obwohl zwischen den Schiffen bzw. zur Wand hin nur sehr wenig Platz war. Gegen 0:00 Uhr waren wir durch und steuerten einen Liegeplatz für die Nacht an.

So. 02.06.2013: Drei-Schluchten-Staudamm, Xiling-Schlucht und Gezhouba Staudamm

Neuer Tag, neues Glück. Es ist Sonntag und zum ersten Mal während des Urlaubs sah ich beim morgentlichen Blick nach draußen Sonnenschein und blauen Himmel. Dennoch war es wieder recht diesig, Fernsicht ist nicht so toll. Nach dem frühen Frühstück ging es ein paar Minuten im Bus zum Drei-Schluchten-Staudamm, um mit der Reiseleitung das technische Wunderwerk aus nächster Nähe zu besichtigen. Die Drei-Schluchten-Talsperre ist eine Stauanlage mit einem Wasserkraftwerk, das wir nicht besichtigten, einem Schiffshebewerk, das 2015 fertig gestellt werden soll und der am Vortag durchfahrenen Schleusenanlage; all das ohne Sprengungen (um die natürliche Stabilität des Gesteines nicht zu beeinträchtigen) von mehreren tausend Soldaten der chinesischen Armee jahrelanger Arbeit (Bauzeit von 1993 bis 2008) in den örtlichen Granit gestellt. Das Wasserkraftwerk ist mit einer installierten Generator-Leistung von 18,2 Gigawatt aus 26 Turbinen (Erweiterung auf 22,5 GW im Bau) das größte der Welt, auch wenn es höhere und längere Talsperren und größere Stauseen gibt. Der durch die Staumauer entstandene Stausee erstreckt sich über mehr als 600 km durch die berühmten Drei Schluchten bis Chongping, dem Ausgangspunkt der Kreuzfahrt. Ein paar Daten zum Staudamm: Kronenlänge der Mauer: 1.983 m; Höhe des Absperrbauwerkes: ca. 150 m; höchstes Stauziel: 145 m; normales Stauziel: 140 m; Hub der Schleusen: 5 x 22,6 m (113 m); Staukapazität für Hochwasser: 22,1 Mrd. m³ / Gesamtstauraum: 39,3 Mrd. m³ (zum Vergleich: Bodensee: 48,5 Mrd. m³); Wasseroberfläche: 1.085 km² (zum Vergleich: Bodensee: 536 km²); überflutetes Gebiet bei normalem Wasserstand: 23.793 Hektar; umgesiedelte Personen: circa 1,3 Millionen. Nach der Rückkehr zum Schiff legten wir ab Richtung Gezhouba Staudamm. Dabei durchfuhren wir die letzte der drei großen Schluchten, die Xiling-Schlucht, genauer, deren Ostteil. Die Xiling-Schlucht hat eine Länge von 66 km und ist die östlichste der Drei Schluchten. An der engsten Stelle hatte sie eine Breite von 80 m. Reisende aus dem Westen, die diesen Flussabschnitt im 19. Jahrhundert bereisten, berichteten von Sandbänken, die als Barrieren aus dem Fluss hervortraten, gefährlichen Strömungen und bedrohlichen Felsen, sodass die Schiffe von Treidlern mit eisenbeschlagenen Bambusstangen auf Kurs gehalten werden mussten, während sie durch den engen Schlund schaukelten, in den kein Sonnenstrahl vordrang. Die Landschaft hat sich seit damals kaum verändert, doch die Felsen, Stromschnellen und Treidler gibt es nicht mehr. Schiffe können die Passage heute durch das aufgestaute Wasser ohne Schwierigkeiten durchfahren. Der Gezhouba Staudamm bildet dann den endgültigen Abschluss der gut 190 km langen Schluchtenlandschaft. Das Schiff passierte eine der seitlichen Schleusen am Nachmittag, jetzt schippert es dahin gen Osten, gen Yueyang, das morgen erreicht werden wird. Der Yangtse wird breiter, die Landschaft ist nicht mehr ganz so reizvoll, das Programm besteht eher aus der Schifffahrt an sich, denn es ist noch nicht mal die Hälfte der Strecke absolviert. Wenn das Wetter so heiß bleibt, wie es heute war, wird das noch eine anstrengende Reise. Aber als Urlaub war's ja ohnehin nicht geplant.

Mo. 03.06.2013: Freilichtmuseum Chi Bi und Wuhan

Über Nacht sind wir gefahren, so dass, wer wollte, nach dem Frühstück Chi Bi bzw. das am dortigen Flussufer gelegene Freilichtmuseum besichtigen konnte. Im Freilichtmuseum gab's einen Aussichtsturm zu erklimmen und einen schönen Rundweg, so dass ich mir auch mal die Füße vertreten konnte. Alles bei der jetzt einsetzenden Hitze eine Schweiß treibende Angelegenheit. Bemerkenswert noch, dass die Gebäude im Freilichtmuseum aus betoniertem Holzimitat gefertigt waren, auf den ersten Blick kaum zu erkennen und wohl bei den klimatischen Bedingungen dauerhafter. Dennoch, eher Disneyland als China und es bewahrheitet sich, dass der Yangtse nach den drei Schluchten nicht mehr viel Abwechslung zu bieten hat. So wird auf dem Schiff Programm angeboten. Gerade habe ich die Brücke besucht (ein bisschen Computer, ein bisschen GPS, alles in historisch, kargem Ambiente...). Nachher gibt's noch eine Tee-Zeremonie für 50 Yuan. War aber nett und wenn sich die Gelegenheit bietet, werde ich noch ein wenig Ginseng Tee kaufen. Abends erreichten wir Wuhan und konnten nach dem Abendessen noch ein wenig bummeln. Es gab eine Fußgängerzone, in der sich auch in Europa bekannte Geschäfte angesiedelt haben, parallel dazu eine Marktstraße für die Einheimischen, in der es wesentlich geschäftiger zuging, alles sehr eng und authentisch.

Di. 04.06.2013: Wuhan

Ich weiß nicht, ob es für chinesische Flusskapitäne ähnliche Vorschriften wie für deutsche Busfahrer gibt... Aber anders kann ich mir nicht vorstellen, warum wir einen Tag in Wuhan liegengeblieben sind. Also nehme ich an, der Kapitän hat hier eine 24-stündige Pause einlegen müssen, während der die Reisegruppe einen Ausflug unternahm. Wuhan liegt fast genau in der Mitte zwischen Peking im Norden, Kanton und Hongkong im Süden, Shanghai im Osten und Chongqing im Westen und ist somit auch ein bedeutender Verkehrsknoten Chinas. Bedeutet auch, dass wir fast bei der Hälfte der Flusskreuzfahrt-Strecke sind. Wuhan verfügt über den größten Binnenwasserhafen Chinas, ist Partnerstadt der Stadt mit dem größten deutschen Binnenwasserhafen, Duisburg, und der Yangtsekjang ist (aus unserer Richtung) ab hier auch für Seeschiffe schiffbar. Beim Ausflug überquerten wir den Yangtsekjang über die erste Yangtse-Brücke. Es ist eine 1.158m lange kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke, sie wurde mit russischer Hilfe begonnen und 1957 fertig gestellt. Am anderen Flussufer besichtigten wir die Gelbe-Kranich- Pagode auf dem Schlangenberg. Der jetzige Turm wurde 1985 fertig gestellt, das Design wurde von Bildern aus der Qing- Dynastie übernommen. Die Pagode ist 51 Meter hoch und hat außen fünf und innen neun Etagen. Von der Pagode hätte man bei klarer Sicht, die uns bisher während der gesamten Reise noch nicht vergönnt war, einen Blick auf alle Stadtteile Wuhans. Weiterhin besuchten wir das Volksmuseum und hatten nach dem Mittagessen und nachdem uns die Busse über eine zweite, eine 6.536m lange Hängebrücke zum Schiff zurückgebracht hatten, Zeit zur freien Verfügung, die ich für einen kurzen Spaziergang durch die Fußgängerzone nutzte. Leider war der Markt der Einheimischen noch nicht wieder aufgebaut, so dass ich davon keine Bilder habe und leider gibt's in China auch keine so richtige Straßencafe-Kultur, sodass ich bald wieder auf dem Schiff war und diese Zeilen weiterschrieb. Jetzt hat das Schiff wieder Kurs stromabwärts aufgenommen.

Mi. 05.06.2013: Porzellan-Hauptstadt Jingdezhen

Über Nacht haben wir Jiujiang erreicht. Nach dem Frühstück ging's mit dem Bus ca. 2 Stunden nach Südosten nach Jingdezhen. Jingdezhen in der Provinz Jiangxi gilt schon seit antiker Zeit als das Zentrum der chinesischen Porzellanherstellung. Etwas außerhalb der Stadt, in den Panlang Bergen, befindet sich das historische Museum für Keramik. Das chinesische Porzellan stellt einen wichtigen Bestandteil der Kunst und Kultur Chinas dar. Es wurde auch zum Vorbild der Porzellanherstellung im Westen. Neben zahllosen wertvollen Kunstwerken wurden uns auch ein antiker Brennofen aus der Ming- oder Qing-Dynastie und einige Herstellungsschritte von der Formgebung, Modellierung am drehenden Tisch über die Bemalung und Glasierung bis hin zum nur angedeuteten Brennvorgang gezeigt. Besonders beeindruckt hat mich die ritzende Einarbeitung von Ornamenten in die recht dünne Keramik einer Vase, die im fertigen Produkt durchscheinend erschien. Ich hatte den Eindruck, das damit beschäftigte Väterchen war an dem Stück schon länger als einen Monat zu Gange und noch nicht mal bei der Hälfte. Am Nachmittag hatten wir eine Viertelstunde auf der chinesischen Porzellanstraße, eine geschäftige Handelsstraße, in der zahllose Geschäfte Gleiches oder annähernd Gleiches feilboten. Jedenfalls viel zu wenig Zeit, tatsächlich etwas Brauchbares zu finden - leider, den gern hätte ich etwas mitgenommen. Anschließend noch die zweistündige Rückfahrt zum Schiff nach Jiujiang, Fortsetzung der Flusskreuzfahrt, Schauen, Abendessen, Lesen, Schlafen.

Do. 06.06.2013: Nanjing

Über Nacht sind wir gut vorangekommen, der Kapitän mit seinem Schiff, ich mit meinem Buch. Dennoch haben wir beide bis zum Morgen das Ziel noch nicht erreicht. Während aber bei meinem Buch auch noch kein Ende in Sicht ist, wird das Schiff gegen Mittag Nanjing erreichen. Bis dahin wird Programm auf dem Boot geboten. Nach einem erholsamen Vormittag und dem Mittagessen an Bord erreichen wir das Etappenziel Nanjing (südliche Hauptstadt), ehemalige Landeshauptstadt und zweitgrößte Stadt Ostchinas. Kurz vor unserer Ankunft passierten wir eine Freileitungskreuzung. Im Internet habe ich gelesen, dass die Masten der Jangtsekiang-Freileitungskreuzung Nanjing die höchsten Betonmasten der Welt sind. Es wurde zwar auf dem Schiff nichts angesagt, aber ich bin mir relativ sicher, dass es jene Betonmasten waren, die ich fotografiert habe. Beeindruckende Exemplare jedenfalls. Ganz nah bei dieser Freileitungskreuzung überspannte eine Auto- und Eisenbahnbrücke den Yangtsekjang und ich vermute, dabei handelte es sich um jene, die mit einer Gesamtlänge von 6.772 m zu den größten Brücken Asiens zählt und 1960–68 zum Stolz des chinesischen Volkes ganz ohne ausländische Hilfe erbaut wurde. Nanjing ist eine der ältesten Städte Chinas. Bereits 229 n. Chr. war die Stadt erstmals Hauptstadt von China. Während einer Rundfahrt besuchten wir mit der Reiseleitung das am Fuße der Purpurberge gelegene Mausoleum des Dr. Sun Yatsen, Vorkämpfer der chinesischen Revolution. 392 Stufen führen zur pompösen, aus weißem Marmor erbauten Gedenkhalle empor, in der man des 1925 verstorbenen und 1929 hierher überführten Staatsgründers gedenkt. Im Anschluss sind wir zur Altstadt gefahren, in der sich der Konfuzius-Tempel und der Konfuzius-Markt befinden. Im Tempel, der nicht auf dem offiziellen Programm stand, gab es neben einer Konfuzius-Statue auch zahlreiche schöne Jadebilder zu sehen. Auf dem Markt blieb genug Zeit, den bereits auf dem Einkaufszettel stehenden Ginseng-Tee zu kaufen. Nur für Essstäbchen hat dann die Zeit nicht mehr gereicht - naja, vielleicht ja bei anderer Gelegenheit. Am späten Nachmittag legt unser Schiff wieder ab und setzt seine Fahrt stromabwärts fort. Gegen 23:00 Uhr noch sollen wir im Hafen von Yangzhou anlegen, wo wir den folgenden Tag verbringen werden.

Fr. 07.06.2013: Yangzhou

Heute hat uns nun das bisher recht brauchbare Wetter verlassen. Seit früh regnet es und es besteht auch keine Aussicht auf Besserung. Dennoch wird das Programm absolviert. Yangzhou, eine Millionenstadt (Wen wundert's noch?) liegt am Kaiserkanal, einem Kanal, den ein Kaiser einst erbauen ließ, um mit dem Schiff durch's Land zu reisen. Der Bus brachte die Reisegruppe zuerst zum Schmalen Westsee, einem schön angelegten Park, der sich über eine Länge von mehr als 4 km erstreckt und die klassische chinesische Gartenbaukunst widerspiegelt. Uns blieb sehr viel (bei dem Wetter zu viel) Zeit, im Park zu schlendern. Völlig durchnässt sah ich zufällig doch noch einen Bonsaigarten (der uns bereits für Wuhan versprochen wurde) mit herrlichen Exemplaren. Bei Sonnenschein hätte die Zeit sicher nicht gereicht, so haben wir den hohen Preis einer wetterbedingten Unzufriedenheit für diesen Park gezahlt - sehr schade, denn das hätte wirklich noch mal ein ganz besonderes Highlight zum Abschluss der Reise werden können. Anschließend, also auch nach dem Mittagessen, besuchten wir das Kloster Daming Si mit seinen drei großen Pagoden, einem Geschenk aus Japan. Leider hat der Regen nicht nachgelassen, so dass auch wenig Motivation bestand, sich die Füße zu vertreten. Am Nachmittag sollte das Schiff eigentlich für die noch verbleibenden 266 km in Richtung des Reisezieles Shanghai ablegen - 'eigentlich'...

Sa. 08.06.2013: Shanghai

Ja, ja, so hätte es sein sollen, wenn, ja wenn uns nicht der Kapitän am Nachmittag des Vortages offenbart hätte, dass er wegen des Wetters nicht bis Schanghai fahren kann/darf. Andere Reisende vermuten, dass der wahre Grund nicht in der Wetter-, Wind- und Wellentauglichkeit des Schiffes, sondern in seinem technischen Zustand liegt. Sei's drum, jetzt sitzen wir jedenfalls im Bus und werden nach Shanghai gefahren, nach vier Stunden ist das Ziel bzw. im konkreten Fall der Mittagstisch erreicht - ein so schlechtes Mittagessen gab's bisher noch nicht. Ich denke, ich habe mir da was eingefangen. Nach dem Mittagessen beginnen wir mit dem Besichtigungsprogramm in Shanghai. Mit etwa 14 Millionen Einwohnern in der Kernstadt gilt Shanghai als größte Stadt Ostchinas und bedeutendste Industriestadt der Volksrepublik. Die Metropole liegt im Delta des Yangtsekjang am Ostchinesischen Meer und gilt als modernste und "westlichste" Stadt Chinas. Zunächst steht planmäßig der Jadebuddhatempel im Bezirk Jing'an auf dem Besichtigungsprogramm. Dabei handelt es sich um einen im Jahr 1882 gegründeten buddhistischen Tempel mit zwei Jade-Buddha Statuen, die aus Birma auf dem Seeweg nach Shanghai gebracht wurden. Die sitzende Buddhastatue konnte besichtigt aber nicht fotografiert werden, sie ist 1,95 m hoch und wiegt 3 Tonnen. Anschließend besuchen wir den Yu-Garten aus dem 16./17. Jahrhundert, einen der berühmtesten Gärten Chinas. Die Anlage besteht jeweils zu ca. 1/3 den Pflanzen, mehreren Seen und den etwa 30 Hallen und Pavillons. Der Garten steht seit 1982 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China. Der Yu-Garten liegt im Herzen der durch meist zweistöckige Holzhäuser und enge Gassen geprägte Altstadt. Auf dem dortigen Basar habe ich dann auch die jüngst verfehlten Essstäbchen erstanden. Außerplanmäßig ging's dann noch zu einem Seidenverkauf. Eher am Rande gab's was zu den Abläufen, im Vordergrund stand der Verkauf, vornehmlich von Seidendecken, außerdem auch allerlei andere Seidenprodukte. Aber eine Krawatte für 240 Yuan (umgerechnet ca. 32 Euro) musste es dann doch nicht sein. Und so habe ich den Laden unverrichteter Dinge wieder verlassen. Es kam die Zeit, da wir in das Hotel eincheckten, nahezu die gesamte Reisegruppe war sehr von dem 5*-Hotel angetan, auch ich selber habe einen solchen Standard auf einem touristischen Ausflug noch nicht erlebt: sehr geräumiges Zimmer, sehr geräumiges Bad mit Dusche und Badewanne und Internet über das Zimmer-Entertainment (leider kein WLAN). Nach dem Abendessen blieb noch Zeit, Shanghai individuell zu erlaufen. Zusammen mit zweien aus der Reisegruppe entschieden wir uns für einen Spaziergang über den Bund, die Uferpromenade Shanghais, eine Fahrt durch den Tourist-Tunnel hinüber zum modernen Ortsteil Pudong mit seinen, Shanghais Silhouette prägenden Gebäuden, einen Spaziergang dort mit den Zielen Fernsehturm, Jin-Mao-Tower, International Financial Center (bekannt wegen seiner Form auch als der 'Flaschenöffner') und Shanghai-Tower-Baustelle. Ich hatte keinen Fotoapparat dabei, so dass ich das nächtliche Shanghai nur mit dem Handy knipsen konnte - egal, war ohnehin recht diesig.

So. 09.06.2013: Shanghai / Rückflug

Diese Zeilen beende ich im Flieger. Heute hieß es erst mal ausschlafen, denn es gab kein offizielles Programm mehr. Die Agentur hat aber ein Halbtagesprogramm auf die Beine gestellt und so erlebten wir die im Dunst versunkene Silhouette Shanghais noch einmal vom Schiff aus, hatten kurzzeitig sogar die Spitze des Jin-Mao-Towers gesehen, hatten noch ein wenig Freizeit zum Bummeln durch die Fußgängerzone der Nanjing Road und genossen abschließend noch die Fahrt im Transrapid. Man erkennt seine deutschen Wurzeln am Klang der Signale. Etwas ruckelig setzte sich der Zug in Bewegung, beschleunigte in knapp zwei Minuten unmerklich auf Tempo 300, blieb wegen der hereinbrechenden Nacht dabei, begegnete nach knapp vier Minuten dem zweiten Zug und erreichte nach gut sieben Minuten und einigen geneigt durchfahrenen Kurven den Flughafen. Dort hieß es dann einchecken, warten und abheben. Jetzt sitze ich im Flieger, habe gegessen und werde in knapp 9 1/2 Stunden in MUC landen.

Fazit

Fazit: Das waren 15 erlebnisreiche Tage in China, es gab viel zu sehen, bei weitem nicht alles habe ich gesehen, sei es wegen des Wetters, der Atmosphäre oder einfach mangels Gelegenheit... Vielleicht ergibt es sich ja mal wieder... Jedenfalls war es ein interessanter, abwechslungsreicher und gut organisierter Urlaub, den ich so empfehlen kann aber jetzt, wo ich all das gesehen habe, nicht unbedingt noch einmal machen müsste.

© 2013 by A. Klemm
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