ICH

Reisebericht USA 2019

Do. 15.08.2019: Flüge Dresden - Frankfurt, Frankfurt - London, London - San Francisco & Fahrt nach Sacramento

Das ging echt gut los: Bereits am Vorabend haben wir vergeblich versucht einzuchecken. Nach einer recht unruhigen, kurzen Nacht und einem spartanischen Reste-Frühstück - aber mit relativ frischen Brötchen - ging's entspannt zum Dresdner Flughafen und dort wurde uns offenbart, dass wir nicht wie gewünscht bis San Francisco einchecken konnten, sondern lediglich nach Frankfurt. Dort sollten wir unser Gepäck wieder in Empfang nehmen und noch einmal, dann für unsere weiteren Flüge einchecken; und all das mit nur 90 Minuten zwischen planmäßiger Ankunft und Abflug. Wir haben uns daher in Frankfurt getrennt. F&C nahmen das Gepäck in Empfang, ich begab mich zum Check-In. Am Gate war erstaunlich wenig los, so dass wir 90 Minuten nach unserer Landung in Frankfurt im Flieger nach London saßen, dort pünktlich ankamen und auch den Anschlussflug nach San Francisco, aus dem ich diese ersten Zeilen verfasse, locker erreichten.

Pünktlich gegen 17:00 Uhr Ortszeit angekommen, schließt sich der langweilige Teil, die Einreiseformalitäten, an. Das dauerte gut 90 Minuten. Unser Gepäck war da längst bereitgestellt. Eine weitere Stunde später hatten wir auch unseren Mietwagen, einen Jeep, und fuhren gen Sacramento. Highlight dabei war unsere erste Passage der Golden Gate Bridge. Allerdings bedeutete dies einen nicht unerheblichen Umweg. Gegen 21:30 Uhr Ortszeit, das ist 6:30 Uhr deutscher Zeit oder 24 Stunden nach unserem Aufbruch, erreichten wir unsere Unterkunft und ich fiel todmüde in mein Bett.

Fr. 16.08.2019: Sacramento

Der Jetlag und die Klimaanlage ließen mich nur wenige Stunden schlafen, danach allerdings gelang es mir, mit selbst gebauten Ohrenstöpseln aus Toilettenpapier noch ein paar Stündchen Schlaf dranzuhängen.

Nach dem Aufstehen gab's ein gewöhnungsbedürftiges Frühstück im Hotel - immerhin es gab eines. So gestärkt begaben wir uns auf einen ausgedehnten Spaziergang 30 Blocks durch das schachbrettartig angelegte Sacramento Richtung Westen bis zum Sacramento River und dem Eisenbahnmuseum.

Auf dem Weg dorthin passierten wir den Capitol Park mit diversen Denkmalen und statteten dem Capitol einen Besuch ab. Eine recht kurzweilige Führung gab Aufschluss über verschiedene Details einer abwechslungsreichen Vergangenheit und Gegenwart des Gebäudes und dessen Nutzung.

Ebenso empfehlenswert ist das Eisenbahnmuseum, das wir anschließend besuchten. In einem alten Lockschuppen vermittelten zahlreiche originale Dampflokomotiven und Waggons, darunter ein mobiles historisches Postamt und ein historischer Kühlwaggon einen Einblick in die Eisenbahngeschichte. Die Zeit verging wie im Flug. Auf dem Rückweg passierten wir bei sicherlich über 100 Grad Fahrenheit Old Sacramento und noch einmal den Capitol Park mit dem California State Capitol. Mit einem Abendessen in einem Diner beschlossen wir den Tag.

Sa. 17.08.2019: Sacramento - Redding

Immer noch lässt uns das Jetlag zeitig in die Tage starten, in Sacramento sogar mit Frühstück. Unmittelbar danach brachen wir auf - erst mal zum Einkaufen und danach weiter Richtung Lassen Volcanic NP. Seit heute sind wir dann auch im Besitz eines Jahres-Nationalpark-Passes, der uns für 80 Dollar nun ein Jahr lang den Eintritt in sämtliche US National Parks gestattet. Läuft alles planmäßig, wird er sich bereits in den kommenden drei Wochen amortisieren. Nach einem kurzen Stopp im Visitor Center ging's entlang der Lassen Peak Road im Westen des Parks von Süd nach ... - erst mal zum Picknickplatz Kings Creek, denn leider war der kurze Bumpass Hell Wanderweg wegen Sanierungsarbeiten gesperrt, so dass uns, um Bumpass Hell zu sehen, nur der etwas längere Hin- und Rückweg von und zum Picknickplatz Kings Creek blieb. Das Ziel war den Weg allemal wert! Vorbei an Cold Boiling Lake ging's einen schönen, waldigen Wanderweg bergauf, immer wieder ergaben sich herrliche Ausblicke über die weite gebirgige Landschaft und hinab zum Crumbaugh Lake. Ziel des Weges aber war Bumpass Hell, ein vielfältiger und interessanter Talkessel mit Heißwasserpools, Fumarolen und Schlamm-Pots, die man leider nur aus einer gewissen Entfernung vom befestigten Wanderweg aus anschauen konnte - besser aber als gar nichts.

Auf selbem Wege ging's zurück zum Picknickplatz, im Auto verließen wir den Nationalpark in nördlicher Richtung, nicht jedoch, ohne am Manzanita Lake mit Blick auf Lassen Peak noch einen kurzen Fotostopp eingelegt zu haben. Redding erreichten wir dann recht zügig, mussten mit einem Raucherzimmer im Hotel Vorlieb nehmen - sei's drum. Ist ja nur für eine Nacht.

So. 18.08.2019: Redding - Klamath Falls

Erneut recht früh und diesmal ohne ein Frühstück im Hotel - auch unterwegs findet sich leicht etwas - brachen wir zur Fahrt nach Lava Beds NM auf. Wie vom Reiseführer empfohlen, nahmen wir den Weg über Medicine Lake. Das Navi hatte dann aber wohl einen schlechten Tag und leitete uns in verlassenste Prärie. Von unbefestigter Straße ließen wir uns in unserem Jeep noch nicht abhalten. Etwas mehr Respekt nötigten einem dann schon der Hinweis, dass die Straße bei Nässe unpassierbar sei und die Rinder-Tore ab, mit denen der Weg ('Straße' konnte man das nicht mehr nennen) abgesperrt war. Klar, die Ketten waren nicht verschlossen. Aber der Weg wurde nicht besser und laut Navi hätten wir mit diesem Weg noch mehr als 10 Meilen Vorlieb nehmen müssen. Allerdings gab's hinter dem nächsten Tor dann ein Machtwort zu Gunsten eines etwas befestigteren Weges, der uns schlussendlich wieder auf asphaltierte Straßen brachte, auf denen wir, leicht hinter der groben Zeitplanung, Lava Beds National Monument erreichten. Dort trennten sich unsere Wege für ein paar Stunden. Ich vertrieb sie mir in den Höhlen und beim kurzen Aufstieg auf die Schonchin Butte, einer 1.616 m hohen Erhebung mit Brand-Wachstation. Fazit: Höhlen, die noch während der Reisevorbereitungen zu besichtigen gewesen wären, waren gesperrt, andere, die gesperrt gewesen wären, waren wiederum zu betreten. Nun, den ausgedehntesten Besuch stattete ich dem Golden Dome ab. Diese Höhle teilt sich nach Norden und Süden auf. Im nördlichen Teil befindet sich besagtder "Golden Dome", dessen goldene Decke das Ergebnis der Lichtreflexion von Wassertröpfchen ist, die sich auf einer Beschichtung aus Bakterien befinden. Ich war froh, dass ich neben der Stirnlampe auch noch mein Fahrradlicht dabeihatte. So konnte ich dieses Phänomen gut sehen und ein wenig mit meiner Kamera experimentieren. Bin ganz zufrieden mit den Ergebnissen. Zweites Cave, das ich besichtigte, war Sunshine, dann noch ein kurzer Blick zu Hercules Leg und nach der Schonchin Butte noch einmal kurz hinab zu Boulevard Cave (wegen des glatten Bodens, geschaffen von einer Lava-Kaskade).

Die Fahrt nach Klamath Falls verlief dann recht zügig, wir überquerten unsere erste Bundesstaatsgrenze. Neue Erkenntnis zum Tagesausklang war, dass es in Oregon grundsätzlich untersagt ist, seinen Wagen selber zu betanken, so dass schon ein Tankwart zur Stelle war, als wir am Ende des Tages noch einmal volltankten - für den nächsten Tag.

Wir ließen den Tag mit einem Pitcher Bier (in) der örtlichen Brauerei ausklingen.

Mo. 19.08.2019: Klamath Falls - Burns

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Crater Lake Nationalparks und der sich daran anschließenden "Überführungsetappe" zum Zwischenziel in Burns. Erneut starteten wir sehr zeitig in den Tag - mal wieder mit einem Frühstück im Hotel. Noch vor 09:00 Uhr erreichten wir das Nationalpark Visitor Center, in dem wir uns kurz aufhielten. Anschließend brachen wir zum Rim Drive, dem ca. 52 km langen Uferweg um den Crater Lake auf. Der Crater Lake ist ein zu- und abflussloser, sich ca. 5 km im Durchmesser ausdehnender See im einst 3.700 m hohen, in sich zusammengebrochenen Vulkan Mount Mazama, nun ungefähr im Gleichgewicht zwischen Zulauf uns Verdunstung. Wir umfuhren ihn entgegen dem Uhrzeigersinn und hatten herrliche Impressionen vom See in der Morgensonne. Kurz vor Mittag liefen wir noch hinauf zum Watchman, um den kompletten Überblick zu bekommen. Insgesamt ein schöner Ausflug, der gegen Mittag sein Ende fand, stand doch noch die mit ca. 4 Stunden veranschlagte Fahrt nach Burns auf dem Programm. Abgesehen von ein paar Orientierungsproblemen auf halber Strecke und einem baustellenbedingten Halt von knapp einer Viertelstunde verlief die Fahrt sehr reibungslos, über weite Strecken auf dem Highway Nr. 20, bisweilen schnur-geradeaus bis zum Horizont (oder weiter). Allein das sind sehr einprägsame Bilder.

Di. 20.08.2019: Burns - Twin Falls

Um es mit den Worten der Tour de France zu schreiben: Dieser Tag war eine reine Überführungsetappe, tags darauf steht ein Ruhetag auf dem Programm. Die ca. 310 Meilen durch landwirtschaftlich geprägte, von gewaltigen Bewässerungsanlagen dominierte Landschaften nach Twin Falls hatten wir in knapp 5 Stunden absolviert. Trotz einer Stunde Zeitverschiebung - wir leben jetzt nach Mountain Zeit - wären wir wohl vor der offiziellen Check-In-Zeit im Motel angekommen - wäre da nicht ein Scenic Lookout kurz vor den Toren Twin Falls gewesen mit einem spektakulären Blick von einer spektakulären Brücke in den spektakulären Canyon des Snake River. Am Abend haben wir uns am Canyon noch ein bisschen die Füße vertreten und sehen dem folgenden Tag erwartungsvoll entgegen.

Mi. 21.08.2019: Twin Falls

Der "Ruhetag" tat gut. Wenngleich wir Rastlosen uns schon hier und da ein wenig die Füße vertraten. Zunächst mal den Snake River Canyon hinab zum Fluss, nicht ganz bis zu den "Pillar Falls" genannten Stromschnellen. War ein guter Start in den Tag, kann man aber auch auslassen. Danach sind wir in den Shoshone Falls Park gefahren zu den sehenswerten Shoshone Falls. Es heißt, sie wären höher als die Niagara Fälle und sie werden auch die Niagara Fälle des Westens genannt. Im Shoshone Falls Park trennten sich unsere Wege. Ich nahm den Rim Trail entlang des Canyon Randes mit immer wieder neuen Perspektiven zu den Shoshone Falls, C&F statteten noch den Twin Falls und der Hansen Bridge einen Besuch ab. Den Tagesabschluss bildete ein ausgedehnter Besuch des Perrine Coulee Wasserfalls, den man mit einem kurzen Abstecher von der Zufahrtsstraße aus erreichen und hinterwandern kann - eine schöne, empfehlenswerte Erfahrung.

Do. 22.08.2019: Twin Falls - Rigby

Nach einem provisorischen Frühstück starteten wir auf die gut 95 Meilen zum Craters of the Moon NM. Dort angekommen, teilten sich unsere Wege und ich fuhr die Ringstraße, hielt kurz für den Aufstieg auf die Inferno Cone, einem Schlacke-Kegel fast ohne Vegetation, der aber einen guten Überblick über das Gelände erlaubt. Vom Gipfel bot sich ein schöner Blick auf all die anderen Aschenkegel, die in einer Linie auf dem Great Rift stehen. Einer der gewaltigsten basaltischen Aschenkegel ist die Big Cinder Butte, welcher die Landschaft mit knapp 2.000 m hoch überragt. Ein weiterer kurzer Stopp führte mich zu zwei Miniaturvulkankegeln. Schlussendlich ging's weiter zu Lava-Höhlen, ähnlich denen im Lava Beds NM. Wieder ging's hinab und - zumindest in einer der Höhlen - wieder mit Stirn- und Fahrradlampe bis zu einer Absperrung. Eine andere, "Indian Tunnel" genannte, Lava-Röhre war vom Tageslicht erhellt und bedurfte keines künstlichen, selbst mtgebrachten Lichtes.

Wieder zurück am Parkplatz ging's mit dem Mietwagen weiter zu EBR-1, dem weltweit ersten Kernreaktor, der1951 nuklear erzeugten Strom nach Arco lieferte und heute kostenlos der Öffentlichkeit für selbst geführte Besichtigungen offensteht - wahrscheinlich die zum Rückbau günstigere Alternative.

Damit ließen wir es bewenden und fuhren ins Hotel nach Rigby.

Fr. 23.08.2019: Rigby - Yellowstone NP

Rigby diente ohnehin nur als Basis für unseren ersten Tag im Yellowstone NP, den wir nach knapp 2-stündiger Fahrt erreichten. Nach einer kurzen Orientierung starteten wir in den nördlichen Teil der Großen Rundstraße durch den Park. Den ersten Stopp legten wir im Norris Geysir Bassin ein. Immer wieder faszinierend zu sehen, die Heißwasserpools und kleineren Geysire sowie die bunten Pools in der weißen Umgebung im Porcelain Basin. Weiter ging's zu Mammoth Hot Springs am nördlichen Parkausgang. Befestigte Walkways führten uns über die weißen Kalksinterterrassen, ebenfalls durchzogen mit kleineren geothermal aktiven Bereichen.

Übernachtet haben wir im Canyon Village (die teuerste Übernachtung der ganzen Reise), nahe dem Grand Canyon of the Yellowstone, so dass mir nach dem Einchecken noch Zeit blieb, entlang des nördlichen Canyon-Randes wenigstens zum Unteren Wasserfall des Yellowstone Rivers zu laufen. Der weitere Weg war ohnehin gesperrt, so dass es auch in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit besser war, wieder zur Lodge zurückzukehren.

Sa. 24.08.2019: Yellowstone NP - Jackson

Im Yellowstone konnte ich erstmals ohne Ohrenstöpsel schlafen: keine Klimaanlage, keine Geräuschkulisse. Dennoch starteten wir zeitig in den zweiten Yellowstone-Tag. Über das stinkend dampfende Sulphur Caldron und Mud Volcano, einem Gebiet, in dem lediglich besonders schmutziges Wasser brodelte (von der Konsistenz her hatte ich etwas zähere Masse erwartet) bzw. in dem es Dragons Caldron zu sehen gab, eine Höhlenöffnung, der Wasserdampf und brodelnd-blubbernde Geräusche entwichen, begaben wir uns zum Old Faithful, dessen nächster Ausbruch für ca. 90 Minuten nach unserer Ankunft vorhergesagt war, genug Zeit, sich ein wenig im Upper Geysir Basin die Füße zu vertreten und einen höher gelegenen Aussichtspunkt aufzusuchen, von dem aus man dann sowohl das Old Faithful Spektakel als auch den wohl genauso imposanten, aber selteneren oder schwerer zu prognostizierenden Ausbruchs eines benachbarten Geysirs (vermutlich Castle Geysir) beobachten konnte (leider blieb keine Zeit für Morning Glory Pool). Danach besuchten wir noch Midway Geysir Basin mit dem Grand Prismatic Spring - wunderschöne Farben! Und zum Abschluss ging's zu Black Sand Basin mit den Emerald Pools. Wir fuhren praktisch den gesamten, ca. 300 km langen Grand Loop durch das 1.900 bis 2.600 m hoch in den Rocky Mountains gelegene Plateau des Yellowstone, bevor wir zur Weiterfahrt nach Jackson aufbrachen. Jackson, eine kleine, leider recht überlaufene Westernstadt wartet mit einem besonderen Highlight auf: An allen vier Ecken des zentralen Platzes in Jackson steht ein aus jeweils 2.000 Geweihen zusammengesetztes Tor.

Fazit zum Yellowstone: Leider mittlerweile total überlaufen - gut möglich aber, dass das daran lag, dass wir an einem Freitag / Samstag im August dort waren. Und auch: Wenn man schon mal beim Old Faithful ist, dann keinesfalls - wie wir - Morning Glory Pool auslassen.

So. 25.08.2019: Jackson - Salt Lake City

Nach einem - für hiesige Verhältnisse - opulenten Frühstück im Hotel in Jackson brachen wir auf die vor uns liegenden ca. 280 Meilen nach Salt Lake City auf. Die Fahrt verlief reibungslos. Einen kurzen Zwischenstopp legten wir auf einem windigen Overlook am Bear Lake ein - schön anzusehen, der See, der aufgrund des Windes türkis erschien. Es heißt, er ändere seine Farben abhängig vom Wetter. Wir durchquerten ferner Montpellier und Paris, beides allerdings nur die üblichen amerikanischen Kleinstädte, die sich entlang der Highways erstrecken.

Am frühen Nachmittag checkten wir im Hotel ein, wechselten wegen unzureichender Sauberkeit noch einmal den Raum und brachen dann zu einem Stadtbummel durch Salt Lake City auf. Zuerst das Utah Capitol, das - vermutlich, weil Sonntag war - nicht ganz so großzügig geöffnet war, wie das Capitol in Sacramento. Dennoch, was wir zu sehen bekamen, war imposant: schöne, harmonische Architektur (innen wie außen). Danach statteten wir den Mormonen einen Besuch ab, die mit verschiedenen repräsentativen Gebäuden auch das Zentrum der Stadt prägen und sich gegenüber Besuchern sehr offen zeigen. So neigte sich der Tag zu Ende. Augen zu und morgen sehen wir weiter.

Mo. 26.08.2019: Salt Lake City - Panguitch (Bryce Canyon)

Um den Großen Salzsee wenigstens mal gesehen zu haben, fuhren wir vor der endgültigen Abreise noch kurz zu einem daran gelegenen Naherholungsgebiet (wobei das wohl etwas übertrieben ist). Es gab einen Zugang zum insekten-bevölkerten Strand, an dem man sich - wenn man nicht gerade Möve ist - nicht wirklich wohl fühlt. Überdies gab es ein paar Caravan-Stellplätze und eine kleine Marina. Aber das mit den Möven soll eine kurze Erwähnung wert sein: Für die ist dort Schlaraffenland, denn es reicht, mit geöffnetem Schnabel über den Strand zu laufen. Ein paar der zahllosen Insekten fliegen schon rein: putzig anzusehen.

Anschließend brachten wir weitere ca. 270 Meilen hinter uns und bezogen unser Motel vor den Toren des Bryce Canyon Nationalparks in Panguitch. Abends hatten wir noch ein wenig Zeit, dem Park einen Besuch abzustatten und entlang des Randes ein paar Meter zu laufen: Vom Sunrise Point über den Sunset Point zum Inspiration Point und wieder zurück in den Sonnenuntergang - wobei dieser nicht so beeindruckend war, wie ihn Reiseführer versprechen. Liegt wohl daran, dass die Sonne noch nicht rot ist, wenn der Canyon bereits vollständig im Schatten liegt.

Di. 27.08.2019: Bryce Canyon NP

Das eigentliche Highlight und Grund für den Besuch im Bryce Canyon NP sind Wanderungen hinab in die steilen Schluchten zwischen den, dem Himmel entgegen strebenden, doch von Wind und Wetter abgetragenen, rund geschliffenen Felssäulen und -wänden. Weil ich befürchtete, vor lauter Fotografie gar nicht zum Laufen zu kommen, verzichtete ich darauf, die Kamera mitzunehmen. Und das war gut so. Denn ungelogen offenbaren sich mit jedem Schritt und Tritt entlang der kurzen oder längeren Wanderwege immer wieder neue Eindrücke, die es wert wären, fotografiert zu werden. Doch das soll man sich selber ansehen und ich behalte diese unbeschreiblichen Bilder einfach in meinen Erinnerungen. Bilder, so professionell sie auch aufgenommen sein mögen, können nicht annähernd die Eindrücke vermitteln, die Bryce Canyon vermittelt. Ich war so beeindruckt, dass ich nach den knapp 13 km vom Bryce Point zum Sunrise Point noch den 2,5 km langen Navajo Rundweg ging. Zuvor allerdings fuhren wir kurz zum Rainbow Point, einen Punkt, den man nicht unbedingt gesehen haben muss, der die Extra-Meilen nicht wert ist. Man sollte sich allerdings auf den Weg dorthin begeben, um wenigstens einen Blick auf die Natural Bridge zu werfen. Dieser Blick ist jeden Umweg wert!

Kurzes Fazit zu den Wanderungen: Wer nur wenig Zeit im Bryce Canyon hat, der sollte unbedingt den Navajo Trail laufen: Steil abwärts in die Schlucht, vorbei an Wallstreet (so genannt wegen der mehrreihigen wandförmigen Felsformationen) und steil wieder bergauf zum Sunset Point (oder anders herum).

Mi. 28.08.2019: Panguitch (Bryce Canyon) - Zion NP - Page (Lake Powel)

Wenngleich er nicht auf dem ursprünglichen Programm stand, so haben wir uns kurzentschlossen noch für einen Abstecher in den Zion Nationalpark entschieden. Der Tag bot sich an, weil wir ohnehin nur eine verhältnismäßig kurze Distanz nach Page zu überbrücken hatten. So blieb nach einer recht kurzen Anreise (zum Zion) ausreichend Zeit, sich zunächst nach einem kurzen Fußmarsch von einem wunderschön gelegenen Aussichtspunkt mit einen Überblick über den Zion Canyon zu belohnen, sich danach am Visitor Center des Nationalparks nach einem Parkplatz umzuschauen - gar nicht so leicht (und das an einem Mittwoch!) -, in einen der obligatorischen Shuttle-Busse zu steigen (private Fahrzeuge sind im Canyon nicht mehr zugelassen), sich bis zum Ende der Straße in den Zion Canyon fahren zu lassen und dort zu den und durch die Narrows zu wandern - ein Erlebnis, das ich 1995 zuletzt hatte und von dem ich nicht dachte, es noch einmal erleben zu dürfen. Umso schöner waren die Augenblicke flussaufwärts im Virgin River. Wie 1995: Das Tal wird immer schmaler und wo zunächst noch viel Platz für Fluss, Wiese und Landschaft, Straße und Weg ist, schwindet dieser langsam zu Lasten von Wiese, Landschaft, Straße und Weg bis schlussendlich nur noch Virgin River zwischen steil aufragenden Felswänden Platz findet. Und da kann man dann einfach weiterlaufen, so lange man Lust hat. Weil es allerdings erstmals auf der Reise ein paar Regentropfen gab und ich zwar auf Nässe von unten, nicht aber von oben eingerichtet war, ließ ich es nach wenigen km bewenden und kehrte zur Shuttle Bus Haltestelle und mit dem Bus zum Visitor Center bzw. zum Auto zurück. Danach fuhren wir zu unserem Motel in Page, checkten ein, kauften kurz ein und fuhren anschließend noch zum Horse Shoe Bend, einer Flussschleife des Colorado Rivers in Form eines Omega bzw. eines Hufeisens. Unverschämterweise knöpfte man uns trotz bereits fast untergegangener Sonne geschlagene 10 Dollar für den Parkplatz ab, an dem der kurze Fußweg zum Aussichtspunkt beginnt. Nun, das sollte nur ein Vorgeschmack sein...

Do. 29.08.2019: Page (Lake Powel)

Denn wir haben uns für weitere 10 Dollar noch einmal den Horseshoe Bend bei Tageslicht gegönnt. Das allerdings erst, nachdem wir von einem nahe gelegenen Aussichtspunkt den schönem Blick auf den Glen Canyon Dam(m) bzw. (in entgegengesetzter Richtung) den weiteren Lauf des Colorado genossen. Ja, auch dieser Abstecher war es wert. Doch nicht zu vergleichen mit dem spektakulären Landschaftsbild des Horseshoe Bend. Mit genügend Zeit bleiben Momente für unvergessliche Eindrücke, spektakuläre Bilder und, abseits der touristischen Massenströme, Augenblicke in Ruhe und Entspannung. Auch dieser Aufenthalt sollte sein Ende finden und wir begaben uns zum Glen Canyon Dam, dem Besucherzentrum des dort gelegenen Wasserkraftwerkes und sind einmal über die benachbarte Brücke über den Colorado hin- und zurückgelaufen. Die absolute Krönung des Tages aber, wenn nicht gar der gesamten Reise, sollte unser nachmittäglicher Besuch des Lower Antelope Canyon sein. Einfach unbeschreiblich (und deshalb versuche ich mich erst gar nicht daran). Die nackten Fakten: Die Tour in die Schlucht begann mit dem völlig unspektakulären Weg parallel zum aber oberhalb vom Canyon. Man steigt dann ca. 35 Meter in den Canyon hinab und läuft anschließend den bisweilen recht engen Canyon knapp einen km leicht nach oben, zurück zum Ausgangspunkt. Und es ist nicht übertrieben, wenn Touren durch Antelope Canyon im Internet bzw. in Reiseführern mit Worten wie "spektakulär" oder "einzigartig" beworben werden. Bleibt noch zu erwähnen, dass uns der Guide von Dixie Ellis (man kommt ohne geführte Tour gar nicht in den Canyon), dem Veranstalter der von mir gebuchten Tour, immer ausreichend Zeit zum Fotografieren einräumte, man in der ca. einen Stunde, die die Tour dauerte, nie das Gefühl hatte, gedrängt zu werden. Ein rundum gelungener, schöner und in Erinnerung bleibender Nachmittag!

Fr. 30.08.2019: Page (Lake Powel) - Las Vegas

Wenn ich erst mal eine Nacht drüber geschlafen habe, muss die Feststellung in Bezug auf den Antelope Canyon: "... absolute Krönung ... der gesamten Reise ..." schon ein wenig relativiert werden. Schließlich waren wir vorher in Lavahöhlen, haben den Crater Lake gesehen und Yellowstone. Alles selbstredend auf Augenhöhe mit Antelope Canyon! Dafür musste kurz Zeit sein, auch, weil es von der Fahrt nach Las Vegas nicht viel zu berichten gibt. Einen Stopp legten wir ein, um uns in einem Walmart kurz die Füße zu vertreten und mit Internet zu versorgen. Las Vegas erreichten wir dennoch vor der offiziellen Eincheck-Zeit, so dass wir auch noch einmal den Strip auf und abfahren konnten, einen kurzen Stopp in einem Shopping Center einlegten - auch um selber ein wenig herunterzukühlen - immer mal wieder nötig bei dreistelligen Außentemperaturen (in Grad Fahrenheit).

Dann aber war es an der Zeit einzuchecken. Wir schlugen unsere Zelte zunächst in einem Hotel & Casino in Downtown Las Vegas, also abseits von Strip, auf. Ein ganz sympathisches Hotel aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit einer gewissen Aura und ganz viel Geschichte. Gelegen ganz am Anfang der Fremont Street, einer überdachten Vergnügungsmeile. Typisch aber auch anders Las Vegas; sie in allen Einzelheiten zu beschreiben, würde sicher nur langweilen. Wesentlich unterhaltsamer ist es, dem Treiben auf der Fremont Street selbst zuzusehen, es zu erleben. Gleiches gilt für das Treiben in den Casinos, speziell aber auch in dem Casino unseres Hotels, in dem die Dealer - sofern es (wie überwiegend) nett anzusehende junge Damen sind - nach ihrem Spiel am Black-Jack-, am Roulette- oder dem Würfeltisch noch ein wenig auf Plattformen tanzen. Einfach mal vorbeischauen.

Sa. 31.08.2019: Las Vegas

Heute stand Shoppen auf meinem Programm und - wie es der Zufall so wollte - war eines der beiden Las Vegas Outlet Center nur eine Viertelstunde Fußweg vom Hotel entfernt. Und auch wenn sich das eher langweilig liest und ich darüber auch nicht allzu viele Wörter verlieren möchte, auch das gehört für mich zu einem Amerika-Urlaub dazu. Ansonsten schaut man den Spielern noch ein wenig über die Schultern oder den Dealerinnen bei ihrem Spiel bzw. Tanz zu oder bummelt über die Fremont Street. Tage in Las Vegas vergehen per se einfach sehr schnell.

So. 01.09. 2019: Las Vegas

Es stand ein Umzug innerhalb Las Vegas' auf dem Programm. Und weil 12:00 Uhr Check out im alten und erst 16:00 Uhr Check In im neuen Hotel war, blieb Zeit, noch einmal den Las Vegas Boulevard von Nord nach Süd zu fahren. Wegen des vielen Verkehrs und der endlos langen Ampelphasen nimmt das verhältnismäßig viel Zeit in Anspruch. Wir drehten nach einem Fotostopp am "Welcome-to-Las-Vegas"-Schild um und fuhren zum Hotel, nunmehr recht zentral am Strip gelegen. Gleich nebenan das "The Venetian", gleich gegenüber "The Mirage" und das Personal war so freundlich, uns schon weit vor 16:00 Uhr einchecken zu lassen. So blieb Zeit, den Strip entlang zu schlendern und mal in das eine oder andere Hotel einen Blick zu werfen, es blieb Zeit für die Wasserspiele am Bellagio und später am Abend dann für den Vulkanausbruch am Mirage.

Mo. 02.09.2019: Las Vegas

Wie gewonnen, so zerronnen. Nur muss ich die Shopping-Ersparnis als 'Gewinn' verbuchen, um mir meine 40 Dollar Black-Jack-Verluste schönzurechnen. Nun aber, nach meinem dritten Las Vegas Besuch, kann ich auf die Frage, ob ich denn mal gespielt hätte, auch mit "Ja" antworten. Ob ich die Frage, ob ich denn gewonnen hätte, je mit "Ja" beantworten kann, steht weiterhin in den Sternen - schließlich bin ich ja nicht die Bank, die immer gewinnt ...

Di. 03.09.2019: Las Vegas - San Francisco

Zu einem Tag, an dem ca. 570 Meilen zurückzulegen sind, gibt's nicht viel zu berichten - außer: Ja, es geht (aber viel weiter sollte es dann auch nicht sein). Ja, auch solche Tage müssen bei einer ausgedehnten Rundreise mal sein, sonst bleibt einfach zu wenig Zeit an den wirklich interessanten Orten.

Mi. 04.09.2019: San Francisco

Heute ging's nach Alcatraz. Das Ticket dafür hatte ich bereits in Deutschland gekauft, was sich auch als gut herausstellen sollte, denn - angekommen an Pier 33, dem Ausgangspunkt der Fährüberfahrt - stand zu lesen, dass es erst für den übernächsten Tag wieder Tickets gäbe (eine Erfahrung vom letzten San Francisco Besuch).

Das Meer war ruhig, wie auch die Überfahrt. Auf Alcatraz ist der Aufenthalt straff durchorganisiert: Man kommt an, geht von Bord, wird von einem Ranger in Empfang genommen und bekommt eine weitere Unterweisung (die ersten gab's schon vor und während der Fährüberfahrt), wird dann zum Besucherzentrum gebeten, wo's einen Film zu sehen gibt. Danach nimmt man seinen Audio-Guide (in verschiedenen Sprachen) in Empfang (ganz schlechte Qualität - aber vielleicht hatte ich nur Pech mit dem Gerät) und erkundet den Zellentrackt eigenständig. Damit ist man wohl nach ca. einer Stunde durch. Und obwohl es heißt, man könne sich auf Alcatraz so lange aufhalten, wie man möchte, gibt es außer der Besichtigung des Zellentracktes verhältnismäßig wenig zu sehen. Weite Teile von "The Rock" werden den Besuchern - zu ihrer eigenen Sicherheit (oder zum Schutz der dort lebenden Tiere bzw. Pflanzen), wie es heißt - vorenthalten. Nach knapp drei Stunden war ich dann auch selber davon überzeugt, dass es nichts weiter zu sehen gibt und begab mich auf den Rückweg. Haken dran, an Alcatraz; muss nicht unbedingt wieder sein!

Nach der Rückkehr habe ich mir noch ein wenig die Füße vertreten, noch mal im NFL-Fanshop (in Liquidation) vorbeigeschaut und bin zurück zum Hotel. Wir haben noch gemeinsam zu Abend gegessen, irgendwas Scharfes, war aber okay. Nur an die Preise muss man sich gewöhnen: Eine Dose Bier - irgend so ein Designer IPA - 7 Dollar (beim aktuellen Kurs wohl auch fast 7 Euro; da wirkt selbst das Oktoberfest wie ein Schnäpchen!

Do. 05.09.2019: San Francisco

Mal wieder zu Fuß über die Golden Gate: Nachdem die Golden Gate Bridge am Vortag im Nebel verschwunden war, ich sogar erstmalig deren Nebelhorn bis spät in die Nacht hörte, zeigte sie sich im Laufe dieses Tages von ihrer sonnigsten Seite und bot zahlreiche Foto-Motive. So macht Reisen Spaß! Nach dem Spaziergang zur Golden Gate über sie hinweg und wieder zurück - man sollte das unbedingt mal gemacht haben - ging's noch einmal für ein paar Fotos von der Cable Car und von Alcatraz zurück nach San Francisco und dann, sehr pflastermüde, ins Hotel.

Fr. 06.09.2019: San Francisco & Flug nach London

Den letzten Tag der Reise begannen wir mit einem zünftigen Frühstück in einem Diner, das wir noch vom letzten Aufenthalt in San Francisco her kannten. Wer mal hier ist: Mels Diner in der Lombard Street. Apropos Lombard Street: Ein Block dieser sich recht weit in Ost-West-Richtung durch San Francisco ziehenden Straße ist als krümmste Straße der Welt bekannt und auch dieses Stück Straße stand am letzten Tag zweimal auf dem Programm. Ja, das musste ich mir geben: Runter fahren, dreimal rechts um den Block und noch mal. Auch das immer wieder ein Vergnügen. Danach haben wir uns im Golden Gate Park noch ein wenig die Füße vertreten. Als wir zum Wagen zurückkehrten, bemerkten wir eine eingeschlagene Scheibe, durch die - Glück im Unglück 'nur' ein - Rucksack gestohlen wurde. Die telefonische Anzeige beim San Francisco Police Department verschlang geschlagene 36 Minuten. Damit war's dann aber auch getan. Außer der Nummer vom Polizei-Report bleibt nichts vom Rucksack. Mutmaßlich wegen besagter Nummer gestaltete sich die Wagenrückgabe recht unkompliziert. Dort auch nur noch mal kurz beschrieben, was passiert war, Nummer als Referenz und der Alamo-Angestellte meinte, der Schaden am Wagen wäre versichert. Dann hätte sich das Gold-Paket, das wir zum Wagen dazu buchten, gelohnt (wobei ich diesen Betrag lieber ohne Nutzen ausgegeben hätte).

Nun sitze ich im Flieger und werde beginnen, diesen Report für meine Homepage aufzubereiten. Dann könnte ich ihn auch recht bald veröffentlichen. Ihr seht, wie erfolgreich ich in diesem Unterfangen war.

© 2019 by A. Klemm
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